Bauausschuss billigt Mehrfamilienhaus unter Auflagen
Zufahrt der Knackpunkt

Politik
Speichersdorf
01.09.2017
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Konflikte verhindern oder lösen ist die Devise der Gemeinde Speichersdorf. Dies trifft besonders auf private Bauvorhaben zu, die mit öffentlichem Interesse kollidieren.

Dem Bauausschuss lag der Antrag von Wilhelm Lipphardt aus Speichersdorf zur Beratung und Beschlussfassung vor. Er möchte auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Danziger Straße nahe dem Kindergarten Sankt Franziskus und angrenzend an das Grundstück der Metzgerei Lehner ein Mehrfamilienwohnhaus mit acht Wohneinheiten schaffen. Das erste Ansinnen, ein solches Gebäude im Baugebiet Kirchenlaibach Nord-West zu errichten, wurde aufgrund der Grundstückssituation wieder fallen gelassen.

Das vormals im Besitz der Deutschen Bundesbahn stehende Baugrundstück will der Antragsteller teilweise von der Kommune erwerben. Die Restfläche soll nach der Vorstellung der Kommune eventuell für eine spätere Erweiterung des Kindergartens reserviert bleiben. Beim Ortstermin erläuterte Bürgermeister Manfred Porsch das Vorhaben. Probleme sah er bei der geplanten Zufahrt. Diese soll auf Wunsch des Bauherrn über nichtöffentliche Zuwegung zum Kindergartengelände samt Parkplatz für Eltern und Bedienstete entstehen.

Hier sah der Ausschuss Konfliktpotential zwischen den Besuchern und den Erzieherinnen. Generell eignet sich dieses Grundstück für die geplante Bebauung, für das früher eine Nutzung zur Verbesserung der Nahversorgung durch Einzelhandelsbetriebe vorgesehen war. Für das Areal liegt ein Bodengutachten vor, das eine Kontaminierung mit Schadstoffen aus der Vornutzung als Bahngelände aufweist.

Porsch stellte klar, dass die Vorgehensweise des Antragstellers mit dem Bauamt und der Umweltschutzbehörde abzuklären ist. Das 36 Meter lange Wohngebäude soll ohne Keller errichtet werden. Die geplante Zufahrt lehnte das Gremium ab. Vorgeschlagen wird, das Gebäude Richtung Westen zu verschieben. Die notwendigen Abstandsflächen könnten dann auf der Kindergartenzufahrt liegen. Damit würde an der Ostseite entlang der Metzgerei Lehner ausreichend Platz für eine eigene Zufahrt zu den geplanten Privatparkplätzen und direkte Anbindung an die Danziger Straße entstehen. Für die im Grundstück liegenden öffentlichen Leitungen müssen Grunddienstbarkeiten bestellt werden. Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben unter der Auflage zu, die Zufahrt mit direkter Anbindung an die Danziger Straße herzustellen.

Anna und Andreas Littig aus Selbitz 38 wollen in der Ludwig-Thoma-Straße 6/Ecke Schillerstraße ein Zweifamilienwohnhaus mit Einliegerwohnung in E+D-Bauweise errichten. Das geplante Wohnhaus samt Garagen überschreitet die Baugrenze und -linien. Den notwendigen Befreiungen von den Bebauungsvorschriften einschließlich der abweichenden Dachform der Garagen stimmten die Räte zu. Die Zufahrt zur westlichen Garage muss von der Schillerstraße erfolgen, ohne Beeinträchtigung des Kreuzungsbereiches.

Heidemarie und Peter Deubzer wollen auf dem Firmengelände Industriestraße 1 die bisher im Genehmigungsfreistellung zulässige Garage über die Baugrenze hinaus weiter nach Westen verschieben. Dazu ist eine Befreiung von den Bebauungsvorschriften notwendig, die einstimmig erteilt wurde.
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