Gemeinde möchte Trinkwasserversorgung in Speichersdorf für 635000 Euro erneuern
Nach 70 Jahren neue Leitung

Politik
Speichersdorf
28.02.2018
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Die Gemeinde erhöht die Versorgungssicherheit beim Trinkwasser. Eine neue Hauptwasserleitung für den Hauptort Speichersdorf wird gebaut.

Das Ingenieurbüro Schultes stellte dem Gemeinderat die Planung für den Neubau einer Hauptwasserleitung vor. Bürgermeister Manfred Porsch hieß dazu Bautechniker Michael Wagner willkommen. Das Gemeindeoberhaupt erklärte, dass nach mehreren Rohrbrüchen an der 70 Jahre alten Hauptzuleitung zwischen dem Hochbehälter Warthübel und der Ortschaft Speichersdorf Erneuerungsbedarf bestehe, um die dauerhafte Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Laut Wagner hat die 2016 erstellte hydraulische Überrechnung des Versorgungsnetzes zur Trinkwasserversorgung Defizite ausgewiesen. Dies betrifft den Bereich Kirchenlaibach Nord-West, den Süden Speichersdorfs und die Hauptwasserleitung vom Hochbehälter nach Speichersdorf. Aufgrund des Alters und der Reparaturen sei die Erneuerung einer der beiden Hauptleitungen vom Hochbehälter bis zur Hauptstraße notwendig. Die vorhandene Hauptleitung zum Industriegebiet und zur Porzellanfabrik Rosenthal bleibe in Betrieb. Sie soll später durch einen Rohr-Inliner saniert werden.

Die schadensanfällige Hauptleitung aus Asbestzementrohren mit Anbindung in der Hauptstraße beim Gasthof Imhof wird durch eine neue und größer dimensionierte PE-Leitung ersetzt. Nach der vorgestellten Trassenplanung verläuft sie auf einer Länge von 1865 Meter großteils parallel zur bestehenden Leitung zum Ortsnetz. Weiterhin wird eine 175 Meter lange seitliche Anbindung zur Einspeisung notwendig. Entlang der Neubaustrecke werden neun Strecken- und drei Absperrschieber, sechs Unterflurhydranten, ein Be- und Entlüfter sowie ein Zählwerk eingebaut.

Wagner erklärte, dass das Tiefbauvorhaben in offener Bauweise erfolgt und die Leitung in 1,5 Metern Tiefe verlegt wird. Der Höhenunterschied zwischen Hochbehälter und Ende Neubaustrecke beträgt rund 50 Meter. Durch den Einbau der Strecken- und Absperrschieber ist gewährleistet, dass alle Abschnitte gesondert gespült und abgesperrt werden können. Die Nettobaukosten betragen 635 000 Euro. Die Vergabe kann nach Ausschreibung und Angebotsprüfung im April, der Baubeginn Mitte Mai erfolgen. Die Baufertigstellung ist bis Mitte November vorgesehen.

Porsch ergänzte, dass bis auf eine Ausnahme mit allen Grundstückseigentümern zwecks Verlegungsrechte gesprochen worden sei und das Einverständnis vorliege. Die Baugrunduntersuchung sei bereits erfolgt. Im Bereich der Hauptstraße sei im geringen Umfang die Entsorgung von teerhaltigem Straßenbaumaterial notwendig.

Auf Nachfrage von Hans Schmidt (FWG) betragen die Baunebenkosten rund 15 Prozent. Zum Thema Stromversorgung für den Hochbehälter berichtete der Bürgermeister, dass eine Mitverlegung eines Stromkabels aufgrund der großen Länge versorgungstechnisch nicht sinnvoll sei. Eine kürzere Anbindung aus Richtung Haidenaab in Eigenleistung werde noch geprüft. Mit einem Zuschuss durch den Freistaat sei wegen Unterschreitens der Förderschwelle nicht zu rechnen.

Wegen der veranschlagten Baukosten wies Christian Porsch (UWG) auf die haushaltstechnisch veranschlagten Mittel in Höhe von 407 000 Euro hin, die bei der Etatberatung zu überprüfen seien. Hans Schmidt erkundigte sich nach der Ursache der Trinkwasserverunreinigung im Hochbehälter Warthübel. Laut Porsch führte eine defekte Behälterdeckeldichtung, über die Kleinsttiere eindringen konnten, zu Verkeimung. Der Gemeinderat stimmte dem Bauvorhaben schließlich ohne Gegenstimme zu.
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