11.10.2017 - 20:00 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Gemeinderat informiert sich über das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk Energieeffizienz lernen

Netzwerke sind in der Politik und Wirtschaft schon längst normal. Ein Weiteres soll mehr Energieeffizienz in die bayerischen Kommunen bringen.

Wolfgang Böhm. Bild: ak
von Arnold KochProfil

Keeno ist das Schlagwort, über dessen Nutzen sich der Gemeinderat informieren ließ. Wolfgang Böhm, Geschäftsführer der Energieagentur Oberfranken GmbH, warb im Gremium für das Kommunale Energieeffizienz-Netzwerk als neues Werkzeug zur Einführung und Optimierung des kommunalen Energiemanagements. "Vertrauen ist gut - Controlling und Monitoring ist besser. Die Energiewende ist noch lange nicht geschafft."

Bürgermeister Manfred Porsch warf ein, dass vor Tagen das Nahwärmenetz für kommunale Gebäude inmitten von Speichersdorf in Betrieb genommen wurde. Hier handle die Gemeinde nach einem eigenen Energienutzungsplan. Böhm formulierte als Ziel, das Energiebewusstsein in den Kommunen zu schärfen, mit Fachleuten zu beraten und zu schulen. "Keeno ruht auf drei Säulen: Netzwerkarbeit, Energiemanagement und Ausbildung von kommunalen Bediensteten zu Energiebeauftragten." Der Bund fördere drei Jahre lang das professionell von Keeno betreute Netzwerk, um Energieeinsparungspotentiale zu erkennen und Kostenminderungen zu generieren.

Die Maßnahme startet Anfang Januar mit zwölf Kommunen im ersten Netzwerk. Für Rathaus, Grund- und Mittelschule, Sportarena und Feuerwehrhaus beträgt der gemeindliche Eigenanteil 8250 Euro pro Jahr. Mit einer Vielzahl von Beispielen listete der Redner Fehler in der Anlagentechnik und bei der Bedienung auf. Zur Netzwerkarbeit gehören vierteljährliche Treffen unter den Aspekten kommunale Energiewende, Energiemanagement durch Überwachung und Senkung des Energieverbrauchs eigener Liegenschaften und Ausbildung eines eigenen Mitarbeiters zum kommunalen Energiebeauftragten. Zuvor werden alle eingeschlossenen Gebäude begangen und deren Technik unter die Lupe genommen.

Der zukünftige Energiebeauftragte erlernt transparente Energiebuchhaltung und -berichte unter fachlicher Unterstützung im Heizungskeller und bei der Stromverteilung. Daraus werden kontinuierlich Gebäudeoptimierungen im gering investiven Bereich erarbeitet. Zudem werden zusammen investive Maßnahmen und Energieeffizienzziele samt Umsetzen eines nachhaltigen Liegenschaftsmanagements entwickelt.

Beim Netzwerktreffen werden Nahwärmenetze, Beleuchtung, Eigenversorgung durch Photovoltaik und Stromspeicher, Heizungs- und Lüftungsoptimierung mit hydraulischen Abgleich, Kühlung und Klimatisierung beleuchtet. "Unsere Arbeit wird am späteren Erfolg durch Energieeinsparung gemessen", versicherte Böhm. Ziele bei der Ausbildung eines eigenen Energiebeauftragten sind die Kompetenz vor Ort zu stärken und nach drei Jahren das Energiemanagement eigenverantwortlich fortzuführen. Zusätzlich wird die Gemeinde bei Planung und Umsetzung von Maßnahmen begleitet.

So erhält die Kommune Transparenz und die Möglichkeit, beim Strom- und Energieverbrauch und deren Ursachen gegenzusteuern. Hauptursachen für hohen Energieverbrauch sind laut Böhm ungeregelte Pumpen, veraltete Regelungen und komplizierte Heizungsregelungen. Bei positiver Entscheidung wäre Speichersdorf die erste Kommune des Landkreises, die im ersten Netzwerk mitmacht.

Franc Dierl (CSU) fragte sich, ob nach einer Modernisierung der Schulheizanlage mit Anbindung von Sportarena und Rathaus per Fernwärme eine erneute Überprüfung notwendig ist. Zweiter Bürgermeister Rudi Heier verdeutlichte, dass neben moderner Technik Fachwissen des Bedienpersonals notwendig ist. Roland Steininger (UBV) sah vor allem Defizite an der Außendämmung kommunaler Gebäude. Dagegen wollte Hans Schmid (FW) mehr Zeit zur Entscheidungsfindung. Gegen seine Stimme beschloss der Gemeinderat, am ersten Keeno-Netzwerk teilzunehmen.

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