Kreisjugendring und Bauamt Bayreuth stellen Pläne für neue Jugendstätte in Haidenaab vor
34 Betten reichen aus

Stephan Brückner (stehend) vom Bauamt des Landratsamtes Bayreuth erläuterte anhand von Plänen die künftige Raumeinteilung der neuen Jugendstätte in Haidenaab. Bild: hai
Politik
Speichersdorf
06.03.2018
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"Wir werden an diesem Gebäude unsere Freude haben", ist sich Stephan Brückner vom Bauamt des Landratsamtes Bayreuth sicher. Gemeint ist die neue Jugendstätte des Landkreises Bayreuth in Haidenaab.

Haidenaab. Im Ort entsteht in den nächsten Monaten eine moderne, zeit- und jugendgerechte Stätte, die den zeitgemäßen Ansprüchen der Jugendarbeit und den Erfordernissen jugendgerechten Wohlfühlens entspricht. Das bestehende Gebäude werde dafür teilweise abgerissen, erläuterte Stephan Brückner in einer Infoveranstaltung im Gasthaus Scherm.

Christian Porsch, Vorsitzender des Kreisjugendrings (KJR), ließ eingangs die Hintergründe für die Entscheidung zum Neubau, die bisherigen Organisations- und Planungsschritte sowie die künftige Konzeption Revue passieren. Brückner als Vertreter des Landkreises als Bauherr und Eigentümer erläuterte den Baukörper und technische Details, Raum- und Fassadenkonzept sowie den Zeitplan.

Entscheidend für die Entscheidung, einem Neubau einer kostenintensiven Sanierung vorzuziehen, waren nicht nur bauliche Mängel, sondern auch die nicht mehr zeitgemäße Acht-Betten-Zimmer und Gemeinschaftsduschen. Vor dem Hintergrund sich verändernder Gruppengrößen und kleinerer Freizeiten, soll die Zahl der Betten auf 34 reduziert, die Räume als kleinere Vier-Bett-Zimmer mit Nasszelle und alle weiteren Bereiche barrierefrei gestalten werden. Im Durchschnitt hätten im Jahr nur zwei Gruppen mehr als 34 Betten benötigt, berichtete Porsch. Für solche Einzelfälle könne man improvisieren und Feldbetten sowie Matratzen nutzen oder den Tagungsraum heranziehen. Auch waren die Zimmer bislang nur einer Steckdose ausgestattet.

Neuerungen gibt es auch im Marketingkonzept. Es soll künftig mehr auf Schulklassen und Lehrer zugehen und Gaststätten stärker eingebunden werden. Besser organisiert werden soll zudem das Frühstück, um die Auslastung zu erhöhen. Grundlegend neu aus gerichtet wird die Nutzung des Zeltlagerplatzes. Als solcher habe er nie so richtig genutzt werden können, weil er nicht zeitgleich vermietbar gewesen sei, da Camper im Haus duschten, meinte der KJR-Chef. Der Zeltlagerplatz werde als Outdoor-Spielgelände angelegt mit "tollen Geräten und coolen Attraktionen", die wenig Aufsichtspersonal benötigten.

Ein besonderes Anliegen sei von jeher, dass Jugendstätte und Zeltlagerplatz auch von Kindern, Jugendlichen, Familien und Vereinen von Haidenaab genutzt würden. So gehörten die Kindergruppe der Landjugend zu den eifrigsten Nutzern.

Wie Bürgermeister Manfred Porsch betonte, seien in der dreijährigen Planungsphase mehrere Varianten durchgespielt worden. Am Ende habe man die Notwendigkeit eines Neubaus erkannt. Haidenaab biete gute Rahmenbedingungen für eine Jugendstätte. Gruppen könnten zum VGN-Tarif im Zug anreisen. Auch habe der Ort ein schönes landschaftliches Umfeld mit Sportanlagen und dem Naturerlebnisbad Immenreuth in der Nähe.

Ohne Keller, aber behindertengerechtAufgrund seiner Größe (4000 Kubikmeter umbauter Raum, 975 Quadratmeter Grundfläche) liegen die reinen Baukosten laut Stephan Brückner bei 2,5 bis 2,6 Millionen Euro, abhängig von der Firmenauslastung. Der Fördersatz betrage bei 50 Prozent, davon ein Drittel durch den Bayerischen Jugendring. Die verbleibenden Mittel kämen von der Oberfrankenstiftung und anderen Stiftungen.

Gebaut wird laut dem Redner in einfacher Massivbauweise und mit Stahlbetondecke. Die Wärmedämmung liege 40 Prozent über den aktuell geltenden Standards. Die Kunststofffenster erhielten eine Dreischeibenverglasung. Auf einen Keller werde verzichtet, der Dachstuhl nicht ausgebaut. Die Dacheindeckung erfolgt mit Großformatziegeln aus rotem, nicht glasiertem Tondachstein. Lüftungsanlagen finden sich nur im Schlafbereich.

Von der Straße aus kommt man über den zentralen Eingang mit Windfang in einen Aufenthalts- und Spielbereich mit Sitzpodesten. Über die Eingangshalle geht es linker Hand in den Mehrzweckraum, rechter Hand zum Küchenbereich mit Zulieferermöglichkeit und Müllentsorgung sowie den Speisesaal mit Zugang zur Terrasse. Um den Flur gruppieren sich WCs, Personal-WC, Küche, Speiseraum. Sowohl von hier wie von der Küche aus besteht ein Zugang zur Freifläche als Fluchtweg. Im Erdgeschoss befinden sich ebenfalls die Technikräume. Geheizt wird mit Gas, im Sommer unterstützt von einer Wärmepumpe.

Das Obergeschoss birgt sechs Vier-Bett-, zwei mal zwei barrierefreie Zimmer, ein Ein-Bett-Begleiter- und zwei Zwei-Bett-Betreuerzimmer. Ferner sind ein Bastel- beziehungsweise Aufenthaltsraum vorgesehen. Die Fluchtwege sind zu 100 Prozent behindertengerecht für Rollstuhlfahrer, Blinde und Taube. Vom Obergeschoss führt auch ein Steg in Stahlkonstruktion zum Zeltplatz. Er ist auch der Rettungsweg für Rollstuhlfahrer. (hai)
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