07.05.2018 - 17:52 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Speichersdorfer CSU-Ortsverband gegen geplanten Windpark der Neuen Energien West Keine Windräder vorm Kulm

Die Neue Energien West eG plant je drei Windkrafträder im Süden von Ramlesreuth und im angrenzenden nördlichen Speinsharter Forst. Dagegen äußern CSU-Fraktion und -Vorstand erhebliche Bedenken.

Vorsitzender Franc Dierl, dritter Bürgermeister Wolfgang Hübner, Simone Walter, Matthias Busch, Bernhard Krannich, Günther Vogel, Thomas Bauer, Melanie Herrmann und Gerd Zetlmeisl (von links) lehnen die geplanten Windräder ab. Bild: exb
von Autor HAIProfil

Besorgte Bürger hatten lqaut einer Pressemitteilung des Ortsverbandes von einem Schreiben der Genossenschaft an Grundstückbesitzer berichtet. Die CSU-Mandatsträger trafen sich deshalb auf der Ramlesreuther Höhe, um sich ein Bild von den geographischen und topographischen Gegebenheit zu machen. Hier grenzt das Gemeindegebiet an den Speinsharter Forst mit Speinsharter und gemeindefreiem Gebiet an.

Energiewende und regenerative Energien seien wichtig, betonte Vorsitzender Franc Dierl. Im Einzelfall gelte es jedoch, zwischen den Interessen des Betreibers aus dem Nachbarlandkreis und unserer Heimat als Kulturlandschaft und Naturlandschaft abzuwägen. Auch die Lebensqualität in den Orten sei wichtig. Die Belange der Bevölkerung und Interessen der Grundstücksbesitzer seien zu berücksichtigen.

liege bereits in räumlicher Nähe zu mehreren Windkraftanlagen der Windparks Creußen und Wirbenz. Auf Gemeindegebiet seien vom neuen Projekt vor allem Ramlesreuth, Plössen, Selbitz und Holzmühle unmittelbar betroffen, ebenso die Wohnbebauung in ihrer gesamten Ost-West-Richtung von Nairitz/Kodlitz bis nach Wirbenz. "Wir werden auch darüber reden müssen, ob wir durch den Windpark Speinsharter Forst/Speichersdorf künftig das Image einer Korsett-Gemeinde haben wollen", meinte stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Hübner.

Die CSU bedauere, dass erst auf öffentlichen Druck hin der Geschäftsführer der NEW das Projekt am Montag im Gemeinderat vorgestellt hat. Wie Rückfragen ergeben haben, laufen bereits seit März die artenschutzrechtlichen Untersuchungen durch das Büro Kaminsky Naturschutzplanung aus Münnerstadt. Ziel: ein Kataster für die besondere naturschutzrechtliche Prüfung zu erstellen. Im Vorfeld sei die NEW bereits bei den Naturschutzbehörden in den Landratsämtern vorstellig geworden. Lediglich die Grundstücksbesitzer seien jetzt erst per Post informiert worden. Es könne nicht sein, dass Gemeinderat und Bürger über so ein folgenschweres Projekt aus der Zeitung erfahren, kritisiere Hübner die fehlende Transparenz.

Die Vorbehalte und Bedenken der Gemeinde und der Träger öffentlicher Belange für dieses Gebiet liegen laut Dierl seit der Änderung des Wind-Regionalplans Oberfranken-Ost 2013 auf dem Tisch. Auf Speichersdorfer Gebiet handle es sich um keine Vorrang-, sondern lediglich um eine Vorbehaltsfläche, die ganz anderer Prüfungsintensität und ganz anderen -kriterien unterliege. Es werde nicht nur das Landschaftsbild des schönen Höhenzugs massiv beeinträchtigt. Allein der Rauhe Kulm als Naturwunder Deutschlands sei eines von vielen entscheidenden Faktoren mit überregionaler Bedeutung, meinte Dierl. Er sei seit 1949 als Naturdenkmal geschützt und Teil des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Die Sichtachse werde erheblich beeinträchtigt.

Die CSU sieht zudem keinen Vorteil für die Bürger und die Gemeinden. Allein wegen der Abschreibung der Investitionskosten werde auf Jahre hinaus keine Gewerbesteuer zu erwarten sein. Auch sei unklar, wie sich die regenerativen Technologien in 15 Jahren entwickeln und welchen Anteil kleine Windparks am Stromaufkommen haben werden.

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