15.01.2018 - 18:08 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

300 Filipina feiern in Speichersdorf Sinulog-Festival zu Ehren des Jesuskindes Philippinische Lebensfreude

So viele und so lange lachende und tanzende Menschen sieht die Sportarena selten. 300 überwiegend in Bayern lebende Philippiner feiern mit einem Gottesdienst, Musik und Tanz zum vierten Mal das Santo-Niño-Fest, das Fest vom Heiligen Kind.

von Autor HAIProfil

"Was für die Deutschen das Oktoberfest ist, ist für die Filipinos das Santo-Niño-Fest", erklärt die Speichersdorfer Organisatorin, Ermenita Suske. Die 58-jährige Filipina ist seit vier Jahren der Dreh- und Angelpunkt. Seit 34 Jahren lebt sie in der Großgemeinde. Sie hat das Fest vor vier Jahren nach Speichersdorf geholt.

Das Fest geht zurück auf eine Statue des Jesuskindes, die der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan im frühen 16. Jahrhundert auf die philippinische Insel Cebu gebracht hatte. "Sie wird von vielen philippinischen Katholiken in aller Welt verehrt und ist in jedem Haushalt zu finden", berichtet Servanez-Caballejo.

Am Samstag waren die bayerischen Philippinen jedenfalls trotz ungemütlicher und eisiger Witterungsverhältnisse aus München, Würzburg, Herzogenaurach und aus Bamberg angereist. Auch einheimische Speichersdorfer, unter ihnen Pfarrer Sven Grillmeier und die Caritas-Integrationbeauftragte Dolores Longares-Bäumler waren gekommen, um diese ganze andere Art des Feierns mit zu verfolgen.

Viel Mühe hatte sich das Helferteam bei den philippinischen Speisen gemacht. Es hatte neben Singang-Suppe Speisen aus Nudeln, Fleisch, Fisch und Reis wie Adobo (Fleisch mit Ingwer und Zwiebeln), Pansit, Isda und Kanin zubereitet. Am Nachmittag konnten sich die Gäste an einem reichhaltigen Kuchen- und Tortenbüfett bedienen.

Bereits der Gottesdienst in der gut gefüllten Dreifaltigkeitskirche, zelebriert von Pfarrvikar Augustine Oburota, sprühte vor Lebendigkeit, Farbenpracht und beeindruckenden Gesängen. Auf den Altarstufen war ein blumengeschmückter Jesusschrein positioniert, umgeben von zahlreichen Statuen und Bilder des Jesuskindes in den verschiedensten Variationen.

Nach der Prozession in die Sportarena bewiesen die philippinischen Katholiken, dass sie zu feiern verstehen, zuerst religiös-spirituell und am Ende zu Schlager, Jazz, Blues, Rock und Pop. Die Münchenerin Dyscem Mueldener, die neben der Santo-Niño-Basilika in Cebu City geboren ist und mit 22 Jahren nach Deutschland kam, führte als versierte Entertainerin und Animationskünstlerin durch das Programm. Sie erwies sich auch als stimmgewaltige Sängerin, mitunter bei "Twist and Shout" im Duett mit Ben Pepito aus Augsburg. Eine Stunde lang tanzten 50 Frauen, jede mit ihrer Jesusstatue in den Händen, auf der Tanzfläche und zogen durch die Halle.

Nach dem Mittagessen wurden die deutsche und die philippinische Nationalhymne angestimmt und die schönsten Tänze der Philippinen gezeigt. So führte eine zehnköpfige Philippinengruppe aus Hof mit der neunjährigen Michelle Fröh aus Köditz an den Spitze den berühmten Santo-Niño-Tanz auf. Den Tinikling-Tanz, der über zwei Bambusstangen getanzt wird, präsentierte eine Gruppe aus Herzogenaurach, ehe sich die Halle in eine Disco mit Scheinwerfern verwandelte.

2019 mit Bischof

Das Treffen 2019 warf bereits seine Schatten voraus. Denn dann stehe für das Philippinen-Fest ein kleines Jubiläum an, verkündete Suske. Zum Fünfjährigen lädt sie den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und die philippinische Botschafterin in Berlin, Melita S. Sta. Maria-Thomeczek, ein. Erstmals soll es einen Santo-Niño-Tanz-Wettbewerb geben. Als kulinarischen Leckerbissen hat Suske jedoch ein spezielles bayerisches Schmankerl auserkoren. "Dann wird ein Spanferkel gegrillt." Eine philippinische Gruppe aus Passau wird die Sportarena festlich dekorieren. Grünes Licht von Pfarrer Sven Grillmeier für die Dreifaltigkeitskirche und von der Gemeinde für die Sportarena hat Suske bereits. (hai)

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