Advent am Dorfplatz
Stände ständig belagert

Vermischtes
Speichersdorf
12.12.2016
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Um 23 Uhr, am Ende des siebenstündigen Adventsmarktes im Dorf rund um die Kirchenlaibacher Ägidiuskirche, brachte es Anita Kopp auf den Punkt: "Das war der Hammer."

Kirchenlaibach. Die chinesisch-stämmige Pfarrhaushälterin hatte in nicht einmal vier Stunden alle 400 Frühlings- und 350 Sushi-Rollen verkauft. Zweimal war sie noch nach Hause gefahren, um wenigstens bei den chinesischen Nudeln für Nachschub zu sorgen. Am Ende waren es neun Pfund. An eine Pause war für sie wie für Ehemann Otmar und ihre beiden Kinder Sebastian und Theresa nicht zu denken.

Vielfach "ausverkauft"

So wie ihr ging es am Samstagabend vielen der Budenbetreibern. "Ausverkauft" hieß es oft lange bevor die Pfarrer Dirk Grafe und Sven Grillmeier zur Komplet in die Pfarrkirche einluden. Schon gleich nach der Eröffnung durch Gewerbeverbandsvorsitzenden Franc Dierl und Bürgermeister Manfred Porsch schoben sich die Besucher durch die Gassen. Sechs Stunden später verkauften Maria Kohl, Gisela Schmidt und Gertraud Zetlmeisl vom Katholischen Frauenbund ihre letzten Päckchen Rumkugeln und Marmeladengläsern. Ihren Stand hatten 20 Bäckerinnen mit Stollen, Pralinen, Plätzchen, Lebkuchen, gebrannten Mandeln, Energiekeksen nach Hildegard von Bingen, aber auch mit Eierlikör und Weihnachtskarten bestückt.

Gefragt waren auch die Heißgetränke und selbst gemachten Gelees in der Hütte des Kindergartens Sankt Franziskus. Bei der Landjugend Plössen war von 350 glasierten Fruchtspießen, den gebrannten Mandeln und der Waffelsoße ebenfalls nicht mehr viel übrig. Bei der SPD blickten Claudia Fischer, Hermann Eisenhut und Rudi Heier nach dem Andrang in vier leere 10-Liter-Töpfe mit Thai-Suppe und Kartoffelsuppe. Nicht besser stand es um ihr Craftbier und ihren Jagertee, die nahezu bis auf den letzten Tropfen ausgeschenkt waren.

Einen Volltreffer landeten auch Verena Miklisch, Barbara Dierl und Simone Walter von der Frauen-Union. Schnell hatte sich herumgesprochen, dass sie mit ihrem heißen Bratapfellikör und Elfenzauber aus Punsch mit Sahne und Eierlikör etwas ganz Exquisites im Angebot hatten. Das Sortiment ergänzten Feuerzangenbowle, Chili con Carne, Wildgulasch, gebratene Maiskolben, Pulled-Pork-Burger und Crêpes.

Auch die Anbieter von Weihnachtsdeko und Adventsartikel hatten alle Hände voll zu tun. Nach fünfeinhalb Stunden gönnte sich Ruth Brehm in ihrer BibelóThek erstmals eine kleine Pause. Wie das Engelsgeläut gingen auch Goebel-Figuren, Rosenthal-Engel, winterliche Tischlichter und Glühweingläser weg wie die warmen Semmeln.

Zum Erfolg trug aber auch das Rahmenprogramm mit geistlich-meditativen, musikalischen und unterhaltenden Elementen in und um die Ägidiuskirche bei. Menschentrauben bildeten sich bei den halbstündigen Auftritten von Instrumentalensembles, Chören und der Showgruppen vor dem Kirchenportal. Zu den Höhepunkten zählte der Lichterzauber des Feuershowquartetts "Castra Vita".
Kirche voll besetzt

Rappelvolle Kirche

Im rappelvollen Kirchenschiff feierten die Besucher den Vorabendgottesdienst, die Meditationen und die Komplet mit. Andächtig lauschten sie den Adventskonzerten des evangelischen Posaunenchores, Thomas-Chors, und von "Kids & more". Weit über den Markt hinaus waren die Jagdhornbläser des Jägervereins Bayreuth mit dem Holsteiner Reitermarsch und der "Ehrenformation" sowie die Fichtenhornbläser mit Auszügen aus der Alphornmesse von Herbert Bitschnau zu hören. Adventliche Weisen stimmte auch der Landfrauenchor des Landkreises Bayreuth an.

So sollte sich der Wunsch von Pfarrer Grafe in der ökumenischen Andacht zu Beginn erfüllen, "dass von diesem Adventsmarkt Freude, Spannung und ein Angerührtsein auch für den ausgehen möge, der selbst Mensch geworden ist und die Menschen zu Kindern Gottes macht".
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