29.05.2017 - 08:32 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

B22 zwischen Speichersdorf und Seybothenreuth gesperrrt [3. Aktualisierung + Video] Tödlicher Unfall auf B22

Er saß alleine im Auto und auch kein anderes Fahrzeug war beteiligt: Ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Bayreuth verletzte sich bei einem Unfall am Montag auf der B22 so schwer, dass er an der Unfallstelle verstarb.

von Michael DenzProfil

Speichersdorf. Der Mann war am Montag gegen 7.15 Uhr auf der B 22 in Richtung Bayreuth unterwegs. Kurz nach der Abzweigung in Richtung Brüderes kam er nach links von der Fahrbahn ab. Der Honda Civic überschlug sich mehrfach. Schwerst verletzt wurde der Fahrer eingeklemmt, die Feuerwehr musste ihn befreien. Trotz Reanimationsversuchen verstarb er an der Unfallstelle.

Erst rund 110 Meter nachdem der Pkw von der Straße abkam, blieb das Fahrzeug total deformiert im Straßengraben liegen. Durch den mehrfachen Überschlag im Straßengraben wurden etliche Leitpfosten sowie ein Verkehrszeichen regelrecht „umgerissen“. Andere Autofahrer kümmerten sich als erste um den Fahrer. „Reanimationsversuche waren erfolglos. Der hinzugeeilte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.“ Neben dem Rettungswagen der Rettungswache Kemnath, war ein Notarzt, sowie der Rettungshubschrauber Christoph 20 aus Bayreuth an der Unfallstelle.


Aus Fahrzeug befreit


Gegen 7.20 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Bayreuth nach dem Alarmschlagwort „Verkehrsunfall – Person eingeklemmt“ die Feuerwehren aus Seybothenreuth, Windischenlaibach und Kirchenlaibach. „In enger Abstimmung mit dem Notarzt wurde durch den Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten die Fahrertüre entfernt und der eingeklemmte Fahrer aus dem Fahrzeug geholt“, berichtet Gerhard Eichmüller, Pressesprecher der Feuerwehren des Landkreises Bayreuth. Die Feuerwehr sperrte die Bundesstraße komplett und richtete Umleitungen ein. Augenzeugen berichteten, dass es keinen offensichtlichen Grund für den Unfall gab. Zur Klärung beorderte die Staatsanwaltschaft Bayreuth einen Sachverständigen an die Unfallstelle. Vier Streifen der Polizeiinspektion Bayreuth-Land unterstützen die Unfallaufnahmen.

Unfall auf Einsatzfahrt


„Auf der Anfahrt zur Einsatzstelle kam es zu einem „Berührungsunfall“ zwischen dem Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr aus Seybothenreuth und dem Helfer vor Ort. „Nach ersten Erkenntnissen blieb es bei einem Blechschaden, alle Beteiligten blieben unversehrt“, berichtete Gerhard Eichmüller. Den Einsatz der Feuerwehren leitete der Kommandant der Feuerwehr Kirchenlaibach, Thomas Hartmann. Er wurde bei der Koordinierung der rund 30 Einsatzkräfte von Kreisbrandinspektorin Kerstin Schmid und den Kreisbrandmeistern Uwe Jacobs, Christian Pauthner und Karl-Heinz Sehnke unterstützt. „Neben der Personenbefreiung stellte die Feuerwehr den Brandschutz sicher, reinigte die Fahrbahn und kümmerten sich um Sperrung und Umleitung“, erzählt Feuerwehreinsatzleiter Thomas Hartmann.

Gaffer an der Unfallstelle


Ein Autofahrer aus dem Landkreis Tirschenreuth berichtet, dass mehrere Fahrzeuge die Unfallstelle passierten, ohne anzuhalten. Er und ein Lkw-Fahrer eilten dem stark blutenden Mann zur Hilfe. „Wir stillten seine Wunden, überstreckten seinen Kopf und wollten ihm aus dem Fahrzeug holen, doch er war eingeklemmt.“ Andere Autofahrer waren nicht vom „Helfer-Instinkt“ angesteckt, sondern von der Schaulust. „Etliche Leute bildeten eine Traube um das Fahrzeug und beobachteten das Geschehen aus „erster Reihe“, ohne zu fragen, ob wir Ersthelfer denn weitere Hilfe benötigen oder gar wortlos mit anzupacken“, führte der geschockte Ersthelfer aus.

Andächtig, in Würde


Tiefe Trauerstimmung herrschte nicht nur während des direkten Einsatzgeschehens, sondern auch bei der Aussgegnung des verstorbenen Mannes an der Einsatzstelle.Der evangelische Pfarrer Dirk Grafe aus Wirbenz war beim Sterbenden an der Unfallstelle. „Für die Einsatzkräfte ist dieser andächtige Moment ein wichtiger Faktor, das Geschehnis zu verarbeiten. Und es ist ein Moment der Würde für das Unfallopfer und die Angehörigen“, betonte Eichermüller.

Nach der Unfallaufnahme reinigten die Feuerwehreinsatzkräfte die Fahrbahn, ehe ein Abschleppdienst aus Bayreuth den Honda barg. „Das Fahrzeug wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an“, berichtete der Einsatzleiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Land vor Ort. Gegen 11.30 Uhr war die Straße wieder frei.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.