12.02.2018 - 20:10 Uhr
Speichersdorf

Evangelische Posaunenchor Speichersdorf Bläserklänge erfüllen Gotteshaus

Ökumene durch Musik: Es ist ein kleines Jubiläum, als der evangelische Posaunenchor Speichersdorf am Faschingswochenende bereits zum zehnten Mal den Gottesdienst in der katholischen Dreifaltigkeitskirche musikalisch gestaltet.

Unser Bild zeigt (von links): Alfred Kreutzer, Peter Fees, Bernd Schindler, Gerhard Kreutzer, Jürgen Küffner, Jutta Mayer, Franziska Rausch, Roland Küffner und Heinz Schmidt. Bild: hai
von Autor HAIProfil

Kirchenlaibach. Das Bläserensemble ist eine Institution in der Großgemeinde. Seine Existenz verdankt es letztlich einem Gelübde: 1963 war es von Gründungsvater Hans Loos aus der Taufe gehoben worden. Seither gestalten die Musiker nicht nur kirchliche Feste und Feiern mit, sondern spielen auch Ständchen bei runden Geburtstagen und gestalten die Seniorenweihnacht der Gemeinde mit. 2013 feierte der Posaunenchor 50-jähriges Bestehen.

In der Dreifaltigkeitskirche hatte das neunköpfige Bläserensemble dieses Mal auf der Empore Platz genommen. Von dort aus erfüllten die majestätischen Klänge der Posaunen, Trompeten und Tuben das weite Rund des Gotteshauses. Für den Auftakt hatten die Instrumentalisten dabei eine fünfstimmige Intrade von Johannes Pezelius gewählt. Pezelius, ein berühmter Leipziger Stadtpfeifer, komponierte "Fünffstimmigte blasende Music" bereits Ende des 16. Jahrhunderts. Es ist einigen Posaunenchören ein Anliegen, Stücke aus der Blütezeit deutscher Turmbläserkunst der Vergessenheit zu entreißen und wieder zum Klingen zu bringen, sagte Chorleiter Alfred Kreutzer.

In Zusammenarbeit mit Dirigent und Tubist Heinz Schmidt haben die Musiker wochenlang eigens ökumenische Lieder und Choräle aus dem neuen Bläserbuch zum Gotteslob neu einstudiert. "Die Bläsersätze zum Gotteslob stimmen nicht mit dem evangelischen Gesangbuch überein", beschrieb Schmidt die besondere Anforderung. Zur Eröffnung war das alte Kirchenlied "Zu dir, o Gott, erheben wir" zu hören, zum Gloria "Gott in der Höh sei Preis und Ehr" und vor dem Evangelium das "Halleluja". Angestimmt wurden auch zur Gabenbereitung "Wir weihn der Erde Gaben", zum Sanctus "Heilig, heilig" und zum Agnus Dei "O Lamm Gottes unschuldig". In ökumenischer Verbundenheit erklang nach dem Segen das Lied "Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn".

Das Schlussstück "Preis und Anbetung" entsprang Anfang des 18. Jahrhunderts der Feder von Christian Heinrich Rinck. Der achtstimmige Bläsersatz hinterließ mit seinen gewaltigen Klangvarianten einen bleibenden Eindruck bei den Gottesdienstbesuchern. Pfarrer Sven Grillmeier hatte den majestätischen Klängen nichts hinzuzufügen. Ja, er wollte den Schall und Klang der Posaunen und Trompeten im weiten Rund des Gotteshauses allein wirken lassen, so dass er sogar auf die Predigt verzichtete. Sein Dank galt dem Ensemble um Chorleiter Alfred Kreutzer und Heinz Schmidt für das Einstudieren des Liedgutes.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.