Gestohlener Beagle in Speichersdorf Gesprächsthema Nummer eins
Entsetztes Kopfschütteln

Wo steckt Beagle "Flinn"? Unbekannte haben den Hund in einer Nacht-und-Nebelaktion geklaut. Archivbild: hek
Vermischtes
Speichersdorf
11.01.2017
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Speichersdorf. Der Diebstahl eines Beagles namens "Flinn" erhitzt sechs Tage nach der Tat noch immer die Gemüter weit über Speichersdorf hinaus. Bislang Unbekannte hatten den zwölf Jahre alten Hund in der Nacht zum Heilig-Drei-König-Tag aus seinem versperrten Zwinger geholt (wir berichteten). Während die Speichersdorfer eher über die Tat selbst geschockt sind, regen sich Leser auf der Facebook-Seite von Onetz vor allem darüber auf, dass das Tier bei frostigen Temperaturen die Nacht im Zwinger verbringen musste.

Berichten zufolge sollen sich Tierschützer mehrfach über die nicht artgerechte Haltung des Beagles beschwert haben. Die Hundehalterin hat diese Vorwürfe im Gespräch mit unserer Zeitung zurückgewiesen. Auch Bürgermeister Manfred Porsch ist über das dreiste Vorgehen der Diebe entsetzt und fragt sich: "Wer macht denn so was?" Es gäbe andere Mittel, wettert das Gemeindeoberhaupt. Für ihn sei die Art und Weise nicht nachvollziehbar. Wenn jemand etwas zu beanstanden habe, dann solle er sich doch beschweren.

Keine Beschwerden

Nachdem Gäste bei einer Geburtstagsfeier, zu der Porsch am Montag als Bürgermeister eingeladen war, das Thema heftig diskutiert hatten, habe er sich nach seiner Rückkehr ins Rathaus sofort erkundigt, ob in der Gemeindeverwaltung Beanstandungen bezüglich des Beagles oder dessen Hundehalterin eingegangen wären und stellte fest: "Nein, nicht eine einzige Beschwerde hat es in bei der Gemeindeverwaltung gegeben." Porsch betonte, dass diese sehr ernst genommen und konsequent verfolgt würde. Notfalls werde auch das Veterinäramt informiert.

Auch im Veterinäramt beim Landratsamt Bayreuth liegt nichts über eine nicht artgerechte Haltung des Speichersdorfer Beagles vor, bestätigt Fachbereichsleiterin Dr. Iris Fuchs. "Da uns nichts vorliegt, haben wir auch nichts überprüft." Erstmalig sei man durch die Berichterstattung auf den Fall aufmerksam geworden.

Guter Eindruck vom Beagle

Fuchs könne daher weder etwas zu dem Fall sagen noch beurteilen, ob die Unterbringung im Zwinger der Tierschutzverordnung entspreche. Hierin gäbe es beispielsweise Vorgaben zur Größe des Zwingers oder zu dessen Isolierung. Fuchs räumte aber ein, dass sie anhand von Fotos, die ihr ein Kulmbacher Journalist übermittelt hatte, einen "guten Eindruck" von dem Beagle habe. Der Hund sei nicht verwahrlost oder unterernährt, stellt die Fachfrau fest. Die Aussagen von Porsch und Fuchs entsprechen auch den Ausführungen der Hundehalterin, die betonte, dass die Zwingerhaltung bisher von niemandem beanstandet worden war. Die Facebook-Nutzer hingegen schlagen in eine andere Kerbe. Für viele ist es nicht nachvollziehbar, weshalb der Beagle im Zwinger ist, noch dazu bei Temperaturen von 20 Grad unter Null.

Dass es nicht ganz so kalt war, stellt NT-Wetterexperte Andy Neumaier klar. Er schreibt dazu: "Die Temperaturen sanken vom 5. Januar abends um 19 Uhr mit minus 6 Grad, auf einen Tiefstwert von minus 15,2 Grad am Dreikönigsmorgen." Weil sich in Speichersdorf keine Wetterstation befindet, musste Neumaier von den Temperaturen in Weiden ausgehen. Er schätzt, in Speichersdorf sei es nur ein bis zwei Grad kälter gewesen. Zur Zwingerhaltung bei frostigen Temperaturen teilt ein Hundeführer, der anonym bleiben will, der Polizei Bayreuth-Land auf Nachfrage mit: "Kein Problem, wenn der Zwinger dementsprechend größengerecht ausgerichtet und entsprechend isoliert ist." Größengerecht, so der Hundeführer weiter, bedeute, dass der Hund die Hütte mit seiner Körperwärme erwärmen kann.

Mehrere Hinweise

Zum Ermittlungsstand kann die Polizei in Bayreuth nichts sagen. Es seien mehrere Hinweise eingegangen, denen man nachgehe. Hinter dem Hundediebstahl könnten Tierschützer stecken, denn die Vermieterin der Hundehalterin hatte kurz vor dem Diebstahl einen Anruf erhalten, dass der Hund nicht artgerecht gehalten und man ihn holen werde. Hinweise zu dem Diebstahl nimmt die Polizeiinspektion Bayreuth-Land, Telefon 0921/5062230, entgegen.

Stimmen von der Onetz-Facebook-SeiteDer Bericht über den entführten Beagle schlägt auch im Internet hohe Wellen. Wir haben Kommentare von der Onetz-Facebook-Seite zusammengetragen:

Simone Popp: "Ich habe mich gestern schon geäußert ...Ich hoffe der Hund ist in Sicherheit .. Ein Beagel gehört auf das Sofa...Kein Hund sollte bei diesen Temperaturen in einem Zwinger sitzen müssen ..."

Anita Janner: "Kann mir nicht vorstellen, dass jemand einen zwölfjährigen Hund einfach so klaut. Abgesehen davon gehört so ein Hund in diesem Alter nicht in einen Zwinger bei diesen Temperaturen. Respekt an die Person, die diesen Hund da raus holte. Ich selber habe auch einen alten Hund, der sich immer den Platz vorm Ofen sucht, obwohl dieser aber im Haus leben darf."

Lukas Vogelsteller: "Kälte hin, Kälte her, es ist natürlich falsch einen Hund bei den Temperaturen der letzten Tage in einen Zwinger zu sperren. Aber es ist und bleibt Diebstahl, und dieser ist strafbar."

Sabrina Escher: "Bitte mal die Füße stillhalten!!! Keiner hier kennt den Hund und seine Besitzer persönlich!!!! Keiner kennt die Haltungsumstände!!! Diebstahl bleibt Diebstahl!!!"

Mirko Escher: "Ich hoffe das er schnellst möglich gefunden wird und der Dieb zur Rechenschaft gezogen wird! Eingesperrt gehören solche die Fremden Grund betreten und stehlen! Das hat nichts mit Tierschutz zu tun!"
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