21.02.2018 - 20:00 Uhr
Speichersdorf

In ehemaliger Kiesgrube entsteht Lebensraum für Sandbienen und Eidechsen Artenschutz mit Bagger

Der Bagger entfernt in der ehemaligen Kiesgrube bei der Tauritzmühle fast alle Gehölze. Die Maschinen zieht die Erde des Grubenbodens und der angrenzenden Böschungen ab. Alles für den Artenschutz.

Tabula rasa in der ehemaligen Kiesgrube. Durch das Abtragen der Gehölze schafft der Bagger in der ehemaligen Kiesgrube einen idealen Lebensraum für Eidechsen, Sandbienen, Sandlaufkäfer und weitere seltene Bodenarten. Bild: hai
von Autor HAIProfil

Durch die Maßnahme soll dieser wertvolle, vegetationsarme, heiß-trockene Sonderlebensraum für Eidechsen, bodenbrütende Sandbienen, Sandlaufkäfer und weitere seltene Offenbodenarten wieder hergestellt werden. Zur Förderung der darin vorkommenden Reptilien- und Amphibienarten sind die Tümpel und Feuchtmulden entlandet worden. Mitten in der freien Fläche entstand ein Überwinterungs- und Versteckhaufen aus mit Erde überfüllten Wurzelstöcken. Zukünftig wird die offene Grubenfläche immer wieder in größeren Zeitabständen entbuscht, ansonsten bleibt sie aber sich selbst überlassen.

Möglich machte die Biotoppflegemaßnahme der Ankauf der Kiesgrube mit Ausgleichsgeldern des Naturschutzes. Im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde hat der Landschaftspflegeverband Weidenberg und Umgebung auf einem Drittel der nun dem Fichtelgebirgsverein gehörenden Fläche die ehemalige Kiesgrube wieder hergestellt. Zwei Drittel der Fläche sollen sich natürlich weiter zu einem Feuchtwald mit Feuchtmulden für Frösche, Molche und Kröten zum Ablaichen entwickeln. Offene Bodenflächen und sonnige, unbewachsene Böschungen aus Sand und Kies sind zum Beispiel für die Weiden-Sandbiene notwendig. Diese gräbt darin eine Bruthöhle mit mehreren Erdkammern. Dann trägt sie Weiden-Nektar und -Pollen ein, legt ein Ei pro Erdkammer und verschließt diese. Die daraus schlüpfenden Larven verpuppen sich und überwintern so bis März des folgenden Jahres. Aus den von der Frühlingssonne erwärmten Erdnestern schlüpfen die Wildbienen, die an sonnig-warmen März-Tagen fleißig zwischen den Bodennestern und den blühenden Weiden hin- und herfliegen.

Der Landschaftspflegeverband wird zusammen mit dem Fichtelgebirgsverein im Frühsommer eine Erlebnisführung anbieten.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.