27.04.2017 - 20:00 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Kinder vor Drogen schützen Nicht jeden Kick mitmachen

Zwei seltene Gäste hatten am Dienstag im TSV-Sportheim das Sagen. Anette Guth sowie Roland Wunderlich, Kontrollbeamte des Zolls bei der Kontrolleinheit Verkehrswege Selb, klärten drei Stunden lang Eltern über Drogen und deren Gefahren auf.

Roland Wunderlich stellte die verschiedenen Drogen vor. Bild: hai
von Autor HAIProfil

Der deutliche Anstieg von Drogenmissbrauch in der Region war Anlass für die Frauen-Union, einen Informationsabend für Eltern zum Thema "Wie schütze ich mein Kind vor Crystal Meth und anderen teuflischen Drogen" zu organisieren. Erst am Karfreitag war ein 22-Jähriger mit acht Gramm Marihuana unter seinem Pullover erwischt worden.

Guth berichtete, dass im Grenzgebiet zu Tschechien Crystal besonders verbreitet sei. Die Zollbeamten hatten Originalproben verschiedenster Drogen dabei: Cannabis, Crystal, Ecstasy oder Liquid Ecstasy .

Auch Hilfsmittel zum Schmuggeln und Konsumieren hatten die Zollbeamten mitgebracht: Long-Papers, Druckverschlusstüten, Überraschungseier, Filmdosen, Papierbriefchen, Bongs und Wasserpfeifen, Einmalspritzen oder abgeschnittene Strohhalme. Guth und Wunderlich grenzten Gewohnheit von Sucht ab und stellten die verschiedenen Arten von Drogen, ihre Besonderheiten und Gefahren vor.

Unmissverständlich war Guths Schlussappell: "Suchtprävention beginnt bereits im Elternhaus. Deswegen sollten sich Eltern im Umgang mit Alkohol, Zigaretten und anderen Suchtmitteln immer ihrer Rolle als Vorbild bewusst sein." Zu berücksichtigen gelte es, dass das Jugendschutzgesetz auch bei privaten Partys greife, dass gastgebende Eltern jederzeit zur Verantwortung gezogen werden können.

Eltern hätten die Pflicht, Veränderungen des Jugendlichen anzusprechen. Auch dürfe das Kind nicht ohne Grund in der Schule entschuldigt werden. Der Umgang mit "falschen Freunden" sollte auch nicht pauschal verboten, sondern Bedenken begründen werden.

Roland Wunderlich verdeutlichte: "Grenzen ausloten gehört zum Leben. Wichtig ist, dass die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen darin gestärkt wird, dass sie nicht bei jeder Kick-Suche mitmachen müssen. Es ist wichtig, dass Kinder wissen, dass man im Leben nicht alles ausprobieren muss."

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