16.02.2018 - 20:00 Uhr
Speichersdorf

Landwirte aus der Region tagen Luzerne ein Thema bei Landwirten

Prebitz/Bieberswöhr. Das Interesse an den verschiedensten Facetten der Luzerne als Ackerfutter und Nutzpflanze bei der Fachtagung der Raiffeisen-Trocknungsgenossenschaft war groß. Nicht nur Genossenschaftsmitglieder, sondern auch interessierte Landwirte aus der Region zwischen Forchheim und Mehlmeisel sowie Thurnau und Grafenwöhr strömten ins Gemeindezentrum Bieberswöhr.

Sechs Referenten stellten die Vorteile der Luzerne dar und diskutierten mit den Landwirten, die aus der ganzen Region gekommen waren. Sechs Stunden dauerte die Veranstaltung. Bild: hai
von Autor HAIProfil

Ging es doch letztlich auch um die Frage, welchen Beitrag die Saat-Luzerne, auch Alfalfa, Schneckenklee oder Ewiger Klee genannt, für die landwirtschaftliche Existenzsicherung leisten kann, erklärte Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann in seiner Begrüßung. Erst seit wenigen Jahren unterstützt das bayerische Landwirtschaftsministerium verstärkt den Anbau heimischer Luzerne, um bayerische Bauern speziell bei der Fütterung von Rindern unabhängiger von Import-Soja aus Übersee zu machen.

Er sieht im Vergleich zur Sojabohne nicht nur Vorteile bezüglich des Proteingehalts. Vor allem zeichnet sich die Luzerne durch Stickstoffdüngerersparnis und stickstoffbindende Fähigkeit, durch Angepasstheit an trockene Standorte und die Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Böden aus. Wenn sie auf geeigneten Böden angebaut wird, ist die Luzerne eine ergiebige Futterpflanze, so Geschäftsführerin Martina Böhner. Für Bienen und Insekten stellt sie zudem eine reichhaltige Futterquelle dar.

In sechs Stunden sprachen sechs Referenten und diskutierten auch mit den Zuhörern über politische Rahmenbedingungen, Spezifika in Anbau und Fütterung und bekamen Erfahrungsberichte aus der Praxis.

Der theoretischen Informationsflut am Vormittag folgte die Untermauerung mit den Erfahrungen eines erfolgreichen Praktikers. Benjamin Rupprecht, Mitglied der Trocknungsgenossenschaft Prebitz, bringt erfolgreich Luzerne- und Grascobs in die Fütterung seines Rinderbestandes ein. Im Pflanzenbau setzt er auf die Eigenschaften der Luzerne. Raphaela Mertens vom Bayreuther Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren schließlich die Möglichkeiten des Einsatzes von Luzernecobs in der Fütterung von Pferden vorbehalten.

Die Resonanz der Besucher war sehr positiv. Sie äußerten den Wunsch nach weiteren Fachtagen. Wie die Diskussionen zwischen den Referaten zeigte ist der Beratungsbedarf enorm. Auch aus dem Bereich der Schweinehalter und Ferkelzüchter, weshalb für 2019 ein entsprechender Fachtag geplant werden soll. "Alles in allem sind wir mit dem Verlauf und dem Interesse an diesem Fachtag sehr zufrieden", lautete das Fazit von Martina Böhner.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp