15.05.2017 - 20:00 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

Luise-Elsäßer-Haus setzt auf heimische Mitarbeiter Weniger Bewerbungen

Der Nachwuchsmangel im Pflegebereich ist im Luise-Elsäßer-Seniorenwohnheim angekommen. "Wir hatten lange keine Probleme bei der Suche nach Mitarbeitern", erklärte Leiter Gerhard Wolf, gegenüber Bundestagsabgeordneter Silke Launert. Während in dem Wohn- und Pflegeheim normalerweise immer fünf bis sechs Auszubildende tätig waren, seien es aktuell nur mehr vier. Für das neue Jahr gebe es derzeit nur einen einzigen.

Erika Schrödel (Mitte) wohnt gern im Luise-Elsäßer-Seniorenheim. Besuch bekam sie jetzt von Bundestagsabgeordneter Silke Launert und CSU-Fraktionssprecher Franc Dierl. Bild: exb
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Stärkere Bindung

60 Mitarbeiter sind inklusive der Küche im Haus tätig, darunter auch einige Teilzeitbeschäftigte. "Wir haben wenig Fluktuation", betont Wolf. Er führt dies vor allem darauf zurück, dass die meisten Mitarbeiter aus Speichersdorf oder aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern kommen. Einheimische hätten eben eine ganz andere Bindung an das Heim mit 50 Einzel- und 14 Doppelzimmern. Wolf merkt, dass die Bewerbungen für Pflegeberufe zurückgehen. Vor allem Männer fehlten nahezu gänzlich. Ursache ist für ihn das Image der Altenpflege. "So schlecht, wie es in der Öffentlichkeit oft dargestellt wird, ist es bei uns wirklich nicht", meint Wolf. Die meisten Häuser seien überaus engagiert und hätten die verzerrte Darstellung nicht verdient.

Als weiteres Problem bezeichnet der Einrichtungsleiter das neue Pflegestärkungsgesetz, mit dessen Hilfe viel Geld in die ambulante Pflege gesteckt werden soll. "Wir fürchten, dass stationäre Einrichtung darunter leiden." Es sei es nicht immer nur positiv, wenn Menschen bis zum letztmöglichen Augenblick zu Hause gepflegt werden und dann von "jetzt auf gleich einen Heimplatz benötigen", was sich meist nur schwer realisieren lasse.

Laut Launert bedeutet die Stärkung der ambulanten Pflege nicht automatisch, dass die stationäre Pflege gekürzt werde. Ein Problem sei es, dass es mehr pflegebedürftige Menschen gebe. "Bei uns geht es recht familiär zu", bestätigt Pflegedienstleiterin Heidrun Neuber. Das Haus sei in das öffentliche Leben der Gemeinde eingebunden. Zu Festen und Feierlichkeiten sei regelmäßig auch die Bevölkerung eingeladen, Einrichtungen wie die Musikschulen seien zu Gast, und auch Gottesdienste für jedermann fänden in regelmäßigem Turnus im Haus statt.

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