01.03.2018 - 15:30 Uhr
Speichersdorf

Maria Reiß stellt Angebot der künftigen Tagespflege vor Raus aus Einsamkeit

Ob pflegebedürftig oder nicht - eine große Erleichterung und eine Bereicherung dürfte die Tagespflege des Diakonievereins für die Senioren werden. Dies zeigte sich beim Vortragsnachmittag des VdK-Ortsverbands in der Fliegergaststätte Strößenreuther. Mit dem Thema hatte die Ortsgruppe um Vorsitzende Margit Kaiser einen Volltreffer gelandet. Das Interesse war riesig, wie allein die vielen Detail- und Rückfragen zeigten.

Maria Reiß (stehend), Leiterin der Diakoniestation, erläuterte beim VdK-Ortsverband das Angebot der künftigen Tagespflege. Sie soll Senioren auch die Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen. Bild: hai
von Autor HAIProfil

Wie die Leiterin der Diakoniestation, Maria Reiß, ausführte, könne die Tagespflege zunächst Einsamkeit vermindert. Oftmals sei der Pflegedienst der einzige Kontakt am Tag für die Senioren. Viele Menschen hätten eine Rede- und Mitteilungsbedürfnis und wünschten sich, hin und wieder Mal von zu Hause fortzukommen. Bei der Tagespflege könnten Kontakte geknüpft und Neues gesehen werden. Wichtig sei, neugierig zu sein und alles mit Freude zu machen. In der Gemeinschaft zu sein, sei weniger anstrengend. Zu Hause werde man müde und stumpfe ab.

Natürlich müsse sich jeder Gast erst Mal auf die Gruppe einlassen. "Jeder ist eine Persönlichkeit mit einer eigenen Biografie", betonte die Rednerin. Für Demenzkranke sei es besonders vorteilhaft. Sie werden gefördert und gefordert. Deren Selbstgestaltungskräfte und ihr Leistungsvermögen solle möglichst lange erhalten bleiben. Es könnten auch Menschen kommen, die noch nicht eingestuft sind, sofern es der Platz erlaube. Das betreffe zum Beispiel alleinstehende Patienten, die das Krankenhaus verlassen müssen, aber noch Hilfe und Versorgung benötigen.

Für die Angehörigen bedeute es teils eine riesige Entlastung. "Wie lange pflegende Angehörige an 365 Tagen im Jahr im Einsatz sind ist enorm", berichtete Reiß aus eigener Erfahrung. Alle, die kommen, hätten einen Wunsch frei und könnten einmal im Monat Gäste, die sich anmelden, zum Kaffee mitbringen.

Integriert in die Tagespflege werde auch der diakonische Betreuungsnachmittag. Er ende, wenn die Tagespflege beginne. Für einen eigenen Fahrdienst werde ein Kleinbus mit Hebebühne angeschafft, der für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Senioren könnten einen oder mehrere Tag oder eine ganze Woche kommen. Von 7.30 bis 16 Uhr gebe es einiges zu erleben: vom Frühstück und der Zeitungsschau sowie regen Diskussionen über Gymnastik und kleine Wanderungen bis zu Ausflügen und Kirchenbesuchen. "Alles ist freiwillig, nichts verpflichtend", betonte die Stationsleiterin. Ebenso werden besondere Anlässe gefeiert. Es werde zudem gemeinsam gekocht oder gebacken.

Jedenfalls werde Frühstück, Mittagessen und Kaffee angeboten. Pflegepersonen können das Programm und den Menüplan mitbestimmen. Denn es gehe letztendlich darum, Fähigkeiten zu erhalten oder neu zu entdecken.

Geplant sei eine schöne Terrasse, die es erlaube, die vier Wände zu verlassen. Es werden Wege angelegt, ebenso bestehe Gelegenheit zum Garteln. Einmal im Monat kommen Friseur, Fußpflege und Krankengymnastik. Die Räumlichkeiten werden seniorengerecht nach den gesetzlichen Vorgaben ausgestattet und gestaltet.

Für Interessierte hatte Reiß den Pflegeratgeber und Info-Flyer zur Tagespflege mitgebracht. Unter Telefon 09275/1893 steht sie für Fragen zur Verfügung. Vorsitzende Kaiser lud zur Jahreshauptversammlung am Samstag, 10. März, 14 Uhr, ins Schützenheim und zum VdK-Treff am 15. März, 14 Uhr, in der Gaststätte Veigl nach Haidenaab ein.

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