Pfarrer i. R. Alois Lehner feiert 50. Jahrestag seiner Primiz
Besonderer Freund Jesu Christi

Für Pfarrer Alois Lehner (vorne) war es ein Herzenswunsch, den Festgottesdienst in seiner Primizkirche feiern zu können. Da wegen der Renovierungsarbeiten die Bänke noch nicht eingebaut sind, nahmen die Gläubigen kurzerhand auf Stühlen aus der Speichersdorfer Sportarena Platz. Bilder: hai (2)
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Speichersdorf
12.07.2017
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Bewundernde Blicke zog der Blumenteppich des Katholischen Frauenbundes auf sich.

"So eine würdige Eucharistiefeier ist das größte Geschenk für einen Priester." Bischöflich Geistlicher Rat Pfarrer i. R. Alois Lehner ist sichtlich gerührt. Am 50. Jahrestag seiner Primiz kehrt er in seine Heimatpfarrei zurück.

Ramlesreuth/Mockersdorf. Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 9. Juli 1967, hatte der damals 27-Jährige in seiner Heimatpfarrei Mockersdorf seine erste Messe gefeiert. Elf Tage vorher hatte ihn Bischof Rudolf Graber im Dom zu Regensburg zum Priester geweiht.

Ganz dem goldenen Jubiläum entsprechend, gestaltete sich der Gottesdienst als ein tief empfundener Dank gegenüber Gott und den Wegbegleitern. Lehner zu Ehren waren Pfarrer Sven Grillmeier, sein Neffe Militärpfarrer Klaus Peter Lehner, sein Nachfolger in Mainburg Josef Paulus, Prälat Dr. Franz Frühmorgen, der Pfarrer von Ismaning und Unterföhring Dr. Markus Brunner, die Kurskollegen Helmut Süß, Wolfgang Trassl und Siegfried Wölfl, der indische Priester Dr. Sikam sowie sein ehemaliger Kaplan und heutiger Dekan von Sulzbach Rosenberg, Walter Hellauer, angereist. Mit dem Jubilar und 16 Ministranten zogen sie in die gefüllte St.-Michaels-Kirche ein.

Die Pfarrgemeinde erfüllte einen Wunsch Lehners, den Festgottesdienst in seiner Primizkirche feiern zu können, obwohl die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Da die Bänke noch fehlen, sind kurzerhand von der Sportarena Speichersdorf Stühle organisiert worden. Helfer um das Mesnerehepaar Christa und Alois Müller scheuten keine Mühe, Kirchen- und Altarraum herzurichten.

Lehner zelebrierte den Gottesdienst im neuen Messgewand, das ihm die Pfarreiengemeinschaft Mockersdorf als Erinnerungsgeschenk gemacht und Pfarrer Grillmeier im Vorfeld überreicht hatte. Es war dem Messgewand zur Primiz 1967 nachempfunden. Dieses war bei seiner zehnjährigen Missionstätigkeit in Argentinien beschädigt worden, wie der Jubilar berichtete.

Beeindruckend war auch die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes. Der Kirchenchor unter Leitung von Alfred Malzer stimmte Werke von Charles Gounod (Kyrie, Gloria und Sanctus aus der Missa breve No. 7), von Cesar Franck (Panis Angelicus) und von Wolfgang Amadeus Mozart (Ave verum corpus KV 618) an. Unter anderem wie bei der Wandlung begleiteten Salutschüsse der Kriegerkameradschaft die Zeremonie.

Festprediger Dekan Walter Hellauer würdigte den Priester Alois Lehner als "besonderen Freund Jesu Christi". Dadurch habe der Jubilar an Gottes Liebe und Barmherzigkeit zu den Menschen in besonderer Weise teilnehmen können und diese erfahren dürfen. Tagtäglich habe er von der Güte Jesu lernen und diesen Erfahrungsschatz weitergeben können. "In der Caritas des Priesters als Hirte und Schaf, Lehrer und Mitschüler wird Christus tagtäglich gegenwärtig", meinte der Prediger. Dies habe Lehner am Tag seiner Priesterweihe versprochen und in der Kaplanszeit, in Argentinien, in der Pfarrseelsorge und heute im Unruhestand praktiziert. Hellauer nutzte das Priesterjubiläum und den damit verbundenen Dienst für die Kirche und die Menschen auch als Gelegenheit, jungen Menschen Mut zu machen, sich auf die besondere Freundschaft mit Christus im Priester-, Ordens- oder pastoralen Beruf einzulassen. Nur scheinbar sei der Weg des Priesters ein Weg des Verzichts und der Last. "Wer sich Christus hingibt, erhält alles hundertfach zurück - in ihm finden wir das wahre Leben."

Gäste aus Mainburg und EtzenrichtNicht nur der Festgottesdienst, sondern der ganze Tag war mit Ehrerweisungen, Gesten und Symbolen bespickt. Als Überraschungsgeschenk für Alois Lehner hatte der Frauenbund einen großen Blumenteppich gelegt. Ab Sonnenaufgang zauberten sie in vier Stunden Kelch, Hostie, Weintraube, Getreideähren und Kreuz auf den Boden. Der Pfarrgemeinderat hatte einen Stehempfang vor dem Pfarrhaus organisiert. Unter die Gäste hatten sich die Bürgermeister aus Neustadt am Kulm, Wolfgang Haberberger, und Speichersdorf, Manfred Porsch, gemischt. Neben Gästen aus Etzenricht waren aus Mainburg Bürgermeister Josef Reiser mit Stellvertreterin und Bezirksrätin Hannelore Langwieser gekommen. Sie würdigten Lehner als großartigen Menschenfreund mit Charisma. Auch sollte das Anliegen Lehners Gehör finden, statt Geschenken Spenden für die Schwestern "Caninesas de la Cruz" in Peru zu geben. Im Kreise der Familie, "seiner" Ramlesreuther Ortsbevölkerung sowie mit Abordnungen der Feuerwehr, Kriegerkameradschaft, des Pfarrgemeinderats, der Kirchenverwaltung und des Frauenbunds hat er im Landgasthaus Kötzersdorf gefeiert. (hai)
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