19.02.2018 - 20:00 Uhr
Speichersdorf

Renate und Adolf Bär aus Guttenthau feiern diamantene Hochzeit Sogar zusammen auf dem Fußballplatz

Seit 60 Jahren sind Renate (geborene Manz) und Adolf Bär unzertrennlich. Neben Bürgermeister Manfred Porsch gratulierten ihre Kinder Regine, Edwin, Gerhard, Angelika und Erwin ebenso zur diamantenen Hochzeit wie die Enkel Markus, Ivonne, Jasmin, Daniel, Matthias, Franziska, Kristin und Janine sowie die vier Urenkel Luka und Nele, Mila und Jonas. Aber auch die noch lebenden Geschwister des Jubilars, Lina und Johann, waren gekommen.

Bei Renate und Adolf Bär (vorne Mitte) steht die Familie immer an erster Stelle. Zur Stelle waren ihre Kinder, Enkel und Urenkel auch, als beide ihre diamantene Hochzeit feierten. Dazu gratulierte auch Bürgermeister Manfred Porsch (Vierter von links). Bild: hai
von Autor HAIProfil

Das Schicksal hatte die Jubilarin 1945 nach Guttenthau verschlagen. Geboren am 26. Januar 1940 bei ihrer Oma im polnischen Fraustadt (Wschow), wuchs sie mit ihrer Mutter in Lissa (Leszno) auf. Ihren Vater hat sie nicht kennengelernt. Er war noch vor ihrer Geburt im Krieg gefallen. Am Tag vor ihrem fünften Geburtstag musste sie mit der Mutter vor anrückenden russischen Soldaten flüchten. Lediglich mit dem Nötigsten in einem Handkoffer und einer Einkaufstasche mit Waschzeug gelangten beide auf einem Pferdefuhrwerk zunächst nach Dresden. In einem Bunker überlebten sie das Flammeninferno der Alliierten Mitte Februar 1945. Eingepfercht mit Hunderten anderen ging es dann in einem Güterzug nach Kirchenlaibach. In Guttenthau fanden sie eine erste Bleibe auf dem Anwesen Graf in Rosenhof.

In Wirbenz besuchte Renate Bär die Schule und in Kemnath die Mittelschule, bevor sie als Schreibkraft in einem Großtanklager in Bayreuth arbeitete. Mit der Geburt von Tochter Regine mit 18 Jahren widmete sie sich der Kindererziehung. Von 1968 bis 2000 war sie dann bei Rosenthal in Teilzeit beschäftigt .

Als jüngstes von neun Kindern des Eisenbahner-Ehepaars Barbara und Konrad Bär kam Adolf Bär am 21. Mai 1934 in Frankenberg zur Welt. Hier ging er zur Schule und lernte drei Jahre das Huf- und Landwirtschaftsschmiedehandwerk. 1959 wechselte er zu Rosenthal. 38 Jahre war er hier bis zum Ruhestand im Schichtdienst tätig.

Beim Guttenthauer Kirwatanz 1956 lernte sich das Jubelpaar kennen. Nach zwei Jahren heirateten sie im Rathaus der ehemaligen Gemeinde Windischenlaibach standesamtlich. Vor dem Wirbenzer Pfarrer Huber gaben sie sich am 15. Februar 1958 in der Speichersdorfer Christuskirche das Ja-Wort. Die Chemie habe immer gestimmt, betont Renate Bär. Aber noch viel mehr sind beide dankbar, dass sie vor größeren Schicksalsschlägen verschont geblieben sind. Allerdings waren die Anfangsjahre schwer. "Wer hat damals schon eine Familie mit fünf Kindern aufgenommen?", erinnert sich die Jubilarin an die damalige Wohnungssuche.

In der Neustädter Straße bezog die Familie das erste gemeinsame Zuhause 1966/67 wurde der Traum vom eigenen Heim wahr. Beim Hausbau musste alles mit der Hand, mit Schaufel und Spaten gemacht werden, denkt Adolf Bär zurück. Heute bräuchten sie selbst für Gartenarbeiten einen kleinen Bagger. "All das hat uns stark gemacht und zusammengeschweißt, aber auch zufrieden und bescheiden", sagen beide mit Blick auf das Geleistete.

Selbstredend verbrachten und verbringen sie die Freizeit gemeinsam, unter anderem beim Wandern mit dem Fichtelgebirgsverein, Fortfahren mit dem Kulturverein oder bei der Gartenarbeit. Gemeinsam frönen sie ihren Hobbys Rätsel und Sudokus lösen sowie Ratesendungen am Fernsehen anschauen. Selbst Fußballfans des TSV Kirchenlaibach sind sie im Doppelpack.

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