06.03.2018 - 20:00 Uhr
Speinshart

FC Tremmersdorf/Speinshart setzt sportliche Ausrufezeichen und auch das gesellschaftliche Leben ... Alle ziehen an einem Strang

Der Führungskrise zum Trotz: Dem FC Tremmersdorf/Speinshart geht es so gut wie noch nie. Der größte Verein der Klosterdorfgemeinde - laut Bürgermeister Albert Nickl das "Herz des Vereinslebens" - setzt sportliche Ausrufezeichen, auch das gesellschaftliche Leben blüht.

von Robert DotzauerProfil

Tremmersdorf. Ein Dorf-Club auf diesem hohen sportlichen Niveau, wo gibt es das noch in der Region? So fragten sich in der Jahreshauptversammlung im Tremmersdorfer Vereinsheim die vielen FC-Anhänger. Das Selbstbewusstsein ist groß. Eine überragende Rolle in der Kreisliga und eine Jugendarbeit, die bayernweit für Anerkennung sorgt: Beim FC pulsiert das Fußballleben.

Doch zunächst ließ Vorsitzender Johannes Karl Zahlen sprechen. Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder - stellvertretend nannte er Gründungsmitglied Anton Vetter - bilanzierte er das sportliche Geschehen, verwies auf den Siegeszug der ersten Herrenmannschaft und fasste den Spielbetrieb besonders im Jugendbereich zusammen. Als vollen Erfolg bezeichnete Karl die von Josef Scherl ins Leben gerufene Telekom-Aktion mit einem Erlös von rund 1250 Euro. Weitere Schwerpunkte des Tätigkeitsberichts waren Informationen über besonders aufwendige Arbeiten am und rund um das Sportheim sowie die beiden Spielfelder.

Als aktiver Fußballer warf Karl naturgemäß auch einen Blick auf das Fußballgeschehen im Verein, analysierte die sportlichen Ergebnisse und fasste das Geschehen von der G-Jugend bis zur Altherrenmannschaft zusammen. Besonders betonte er, dass die gute Nachwuchsarbeit des FC regional und überregional aufhorchen lasse. Trotz einiger Spielgemeinschaften mit anderen Clubs stelle der FC Tremmersdorf/Speinshart alle Trainer und Betreuer, stellte der Vorsitzende fest. Mit Blick auf die demografische Entwicklung empfahl er neue Überlegungen. Spielgemeinschaften seien mehr denn je ein Gebot der Stunde, um im Kreis der großen Vereine bestehen zu können.

In Anwesenheit der Bürgermeister Albert Nickl und Roland Hörl sowie von Ehrenmitglied Norbert Schnödt berichtete Karl über weitere Aktivitäten fernab des sportlichen Geschehens. Beispielhaft nannte er Instandsetzungsmaßnahmen, die Platzpflege durch Thomas Hörl und Andreas Stadler als zuverlässige Platzwarte sowie das Bemühen der Spezialisten Peter Grundl und Josef Friedl um einen funktionsfähigen Gerätepark. Dennoch sei der Kauf eines neuen oder neuwertigen Rasentraktors unumgänglich, merkte der Vorsitzende an und ließ sich dafür eine Verhandlungsbasis im fünfstelligen Eurobereich genehmigen.

Echte Ehrenamtlichkeit

Lob erntete die Sportheim-Pächterin für die Übernahme des Sky-Abos. Der Zuspruch sei allerdings überschaubar, berichtete Karl. Als besonders lobenswert hob er die echte Ehrenamtlichkeit der Betreuer und Trainer im Schüler- und Jugendbereich hervor: Der Vorsitzende gab den Verzicht aller auf die staatlichen Übungsleitervergütungen bekannt. Die öffentliche Unterstützung fließe komplett in die Vereinskasse. Nur deshalb könne der FC auch finanziell bestehen, machte Karl deutlich. Daneben tragen Spenden zur gesunden wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Neue Trainingsanzüge

Es folgte eine Laudatio an die vielen Helfer. Johannes Karl nannte Norbert Schnödt, die Familie Josef Scherl, die Gemeinde mit der Sportförderung und die Jugendteams, die mit Spenden aus dem Gewinn des Grillservice mit gutem Beispiel vorangingen. Aus diesem Einsatz heraus habe sich die Möglichkeit zur Finanzierung neuer Trainingsanzüge für alle Nachwuchsmannschaften ergeben. Weitere Gönner, die aktiven Fußballer, die Betreuer, "Greenkeeper", Platzkassiere und Handwerker standen ebenso im Mittelpunkt des Dankes.

Der Vorsitzende schloss seinen Rechenschaftsbericht mit Hinweisen auf die gesellschaftlichen Aktivitäten und nannte unter anderem Weihnachtsfeiern, Saisonabschlussfeiern, die Rocknacht, eine 90er-Party und das schon legendäre Starkbierfest. Zufrieden zeigte sich Karl auch mit dem Gartenfest. Für 2018 kündigte er zum 45-jährigen Bestehen des Clubs ein mehrtägiges Fest an. Unter anderem plant der Verein ein fußballerisches Kräftemessen der Altherren-Mannschaft mit dem Traditionsteam des 1. FC Nürnberg, wie Cheforganisator Basti Dötsch mitteilte.

Aus Spaß an der Freud

Schatzmeister Thomas Siegert informierte bei hohen Umsätzen über eine zufriedenstellende Entwicklung der Finanzlage. Norbert Schnödt, einer der beiden Kassenprüfer, nahm die Einblicke in die Vereinskasse zum Anlass, der ersten Herrenmannschaft zu danken. "Wir müssen den Hut vor diesen Spielern ziehen, die für den FC kostenlos antreten", merkte das Urgestein des Vereins an. Während sich schon in den unteren Ligen ein Honorarsystem breitmache, spielten die FC-Kicker aus Spaß an der Freud. Fahrtkostenvergütungen, Aufwandsentschädigungen oder gar Handgelder seien für sie im Gegensatz zu vielen anderen Fußballern unterer Klassen kein Thema. (do)

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