19.02.2018 - 20:00 Uhr
Speinshart

"Aussteiger" hat viel zu sagen Neue Ausstellung im Kloster Speinshart befasst sich mit Niklaus von der Flüe

Die Schweiz feierte 2017 den 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe (1417 bis 1487), ihren berühmten Mystiker, Mittler und Nationalheiligen. Der "Mann des Glaubens" prägte die Eidgenossenschaft und das christliche Abendland. Wer war dieser Bruder Klaus? Eine Wanderausstellung des Katholischen Landvolkes gibt Antwort.

Eine Film- und Hörstation vor dem abstrakten Nachbau der Einsiedlerklause von Bruder Klaus informiert über das Leben und Wirken des Schweizer Nationalheiligen. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Aussteigen - davon träumen viele. Das alte Leben fühlt sich falsch an. Bin das noch ich? Erkenne ich mich überhaupt noch oder funktioniere ich nur noch? Will ich das? Was fange ich mit meinem Leben an? Diese Fragen stellte sich Niklaus von der Flüe im 15. Jahrhundert. Er kämpfte lange. Schließlich verließ er Frau und Kinder und verzichtete auf Geld, Ämter sowie Ansehen und begann als Suchender einen neuen Weg. 600 Jahre nach seiner Geburt ist ein solches Verhalten hochaktuell. Die Fragen nach Ausstieg, Ehe, Partnerschaft und Frieden, sie bleiben zeitlose Schwerpunktthemen, die die Katholische Landvolkbewegung mit Blick auf das Jubiläumsjahr von Bruder Klaus unter dem Motto "Lebst Du Dein Leben" in einer Wanderausstellung zu Botschaften erhob.

"Heilige und heiligmäßige Personen sind oft sperrig, sie legen sich quer. Man muss sich Mühe geben, sie zu verstehen", betonte Landvolkpfarrer und Domvikar Christian Kalis in der Ausstellung, die am Freitagabend im westlichen Kreuzgang des Klosters öffnete. Die drei Schwerpunkte Ausstieg, Ehe und Frieden gliedern die Ausstellung thematisch. Sie laden ein, über das eigene Leben nachzudenken und neue Zugänge zum praktischen Alltag zu entdecken. Zentraler Mittelpunkt der Wanderausstellung ist eine mobile Klause. Ein begehbarer hölzerner Würfel, der sich in Funktion und Gestaltung an der realen Klause im Ranft in Flüeli anlehnt. Außerdem laden eine Hörstation und ein Kurzfilm ein, mehr über Bruder Klaus zu erfahren und seinem Leben nachzuspüren.

Aktueller könnten die Themen nicht sein, sagte beim Rundgang Manfred Kellner, Vorsitzender des Kreisverbandes Neustadt/WN der Katholischen Landvolkbewegung (KLB). Die Ausstellung würdigt Klaus als Friedensheiligen, als Nationalheiligen der Schweiz und als Patron des Landvolks. Deshalb rückt die KLB aus Anlass der 600-Jahr-Feier die Aktualität ins Bewusstsein. Sie soll Person und Botschaft von Bruder Klaus als Menschen des 21. Jahrhunderts näher bringen. Manfred Kellner verwies gleichzeitig darauf, den Ausstellungsbesuchern den Patron der KLB atmosphärisch näher zu bringen. Neben dem abstrakten Nachbau der Einsiedlerklause imponieren Texttafeln, die die Biografie des Heiligen und seiner Frau Dorothea mit Fragen von heute zusammenbringen.

Der Ausstellungseröffnung ging in der Klosterkirche eine Vigilfeier mit Landvolkpfarrer Christian Kalis und Frater Korbinian König voraus. In einer Ansprache appellierte Kalis nach einer biografischen Einführung an die Gläubigen, die friedensstiftenden Botschaften mit Leben zu füllen. Frater Korbinian ergänzte diesen Aufruf mit der Empfehlung, die Fastenzeit als Zeit der Stille und Rückkehr zu nutzen. Umrahmt wurde die Vigilfeier von der Gruppe Cantemus. Die Ausstellungseröffnung verband die Katholische Landvolkbewegung mit einer Begegnung im Kreuzgangbereich.

Die Wanderausstellung bleibt bis 11. März in Speinshart. Zugänglich ist sie während der Öffnungszeiten des Info-Punktes sonn- und feiertags von 13.30 bis 17 Uhr. Auf Anfrage können Gruppen auch außerhalb dieser Zeiten in das Leben des Heiligen eintauchen. Telefonische Anfragen unter 09 645 /601 93 601 oder info[at]kloster-speinshart[dot]de

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