11.09.2017 - 15:14 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Ausstellung mit Bildern von Alfred Hertrich in Speinshart Landschaften in barocker Umgebung

Poesie für Aug und Ohr faszinierte am Sonntag die vielen Besucher in Speinshart. Der Störnsteiner Künstler Alfred Hertrich glänzte bei seiner Vernissage der "Nordischen Impressionen" mit viel Farbe in Bild und Ton.

Seine beiden künstlerischen Talente konnte Alfred Hertrich am Sonntag in Speinshart eindrucksvoll unter Beweis stellen. Der Störnsteiner imponierte bei der Eröffnung seiner Bilderausstellung als Jazz-Gitarrist und als begnadeter Maler. Bild: Dotzauer
von Robert DotzauerProfil

"Warum werde ich erst geliebt, wenn ich gegangen bin?" Der faszinierende Charakter dieser archaischen Folk-Blues-Nummer des Songs "God Bless the Child" von Billie Holiday wird am Sonntagnachmittag im Kloster Speinshart zu einem Synonym für das Wirken und Leben des Künstlers Alfred Hertrich. Bei der Eröffnung der Bilderausstellung "Nordische Impressionen" zeichnet die Vokalistin Susanne Schönwiese mit Auszügen aus dem berühmten Song symbolhaft ein Bild von Hertrichs Lebensgeschichte: Ein Mensch, der seine Talente nutzt und Mensch geblieben ist.

Bilder und Klänge

Bei der Vernissage unterstreicht der freischaffende Grafiker und Fotograf seine vielseitigen Begabungen in Bildern und Klängen. Als leidenschaftlicher Jazzgitarrist fasziniert er schon vor dem Eröffnungsrundgang durch den Oberen Konventgang des Klosters ein großes Publikum. Im Musiksaal der Internationalen Begegnungsstätte demonstriert Hertrich zunächst als Jazzgitarrist mit seinem kongenialen Partner Wilfried Lichtenberg (Kontrabass) und Sängerin Susanne Schönwiese ein begnadetes künstlerisches Format.

Daraus wird am Sonntag in der Traumwelt barocker Umgebung eine fantasievolle Eröffnung. Ein spannendes Zusammengehen von Lyrik, Jazz, Blues und Hertrichs farbenprächtigen Impressionen verzücken die Besuchermassen, die sich zum Teil mit einem Stehplatz begnügen müssen.

Vielsagend sind die einführenden Worte von Thomas Englberger. Der Leiter der Internationalen Begegnungsstätte hat sich schon während der Vorbereitung zur Ausstellung mit der Person und der Kunst Alfred Hertrichs beschäftigt. Englberger nennt das Schaffen des Künstlers eine "Poesie für Aug und Ohr". "Das Kloster jazzt und erstrahlt in der Farbenpracht der Bilder".

Englberger entdeckt den Künstler als Reisenden, dessen Eindrücke sich auf seiner Netzhaut festsetzen und sich schließlich in Bildern auf Öl und Farben in strahlender Liebenswürdigkeit wiederfinden. "Hertrich liebt klare Strukturen und wird damit zum ehrlichen Künstler, Musiker und Menschen - ein Mensch eben, der liebt, was er macht".

Diese bestechende Wahrheit und Klarheit der Bildsprache wird dem Betrachter der 23 Kunstwerke im Oberen Konventgang deutlich. Hier zeigt Alfred Hertrich einen vielfältigen Querschnitt seines bildnerischen Schaffens der letzten Jahre. Farbige Leuchtkraft prägen die Ölgemälde und Aquarelle, wie etwa "Gefrorenes Licht", "Fjord-Norwegen" oder "Stiller See". Und: Die Bilder sprechen eine schnörkellose Sprache.

Realistisch und abstrakt

Die Motive findet Hertrich auf seinen Reisen in nordische Länder. Sie reden von Zurückgezogenheit, einfachem Leben in Einsamkeit, von Schnee, Eis, Kreidefelsen, Stabkirchen und herbstlichen Birken. Immer wieder ist es das Wasser, ein wandelbarer Stoff, der im nackten Fels seine Begrenzung findet.

Er selbst nennt seine Malweise und Werke "realistisch abstrakt". Der Betrachter ist jedenfalls angetan von den betont klaren Konturen, sorgfältig geformt und lustvoll in den Farben der nordischen Landschaft gestaltet. Beim stillen Schauen gewinnen die Bilder an innerer Leuchtkraft. Irgendwie zeitlos wirken sie und doch sind sie voller Empfindungen. Man geht aus der Ausstellung heraus mit einem Gefühl fröhlicher Gelassenheit und einer gewissen Sehnsucht nach nördlichen Gefilden. "Mein Faible für nordische Länder und ursprüngliche Landschaften ist in den Kunstwerken unverkennbar", sagt auch Hertrich. In Speinshart gewährt der freischaffende Grafik-Designer, Maler und "Jazz-Professor" faszinierende Einblicke in diese Welt.

___

Die Bilder sind bis 12. November bei freiem Eintritt an allen Sonn- und Feiertagen im Oberen Konventgang zwischen 13.30 und 17 Uhr zugänglich. Auch Besichtigungen auf Anfrage (Telefon 09645/60193601) möglich.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.