"Ein Bild ensteht"
Ingrid Sybille Rott zeigt Bilder in Speinshart

Zur Ausstellungseröffnung führte Künstlerin Ingrid Sybille Rott im Musiksaal des Klosters ans Thema "Das Bild entsteht" heran.
Kultur
Speinshart
07.03.2018
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Für Ingrid Sybille Rott sind ihre künstlerischen Arbeiten in verschiedenen Techniken eine zweite Wirklichkeit, die in lebendiger Spannung zur alltäglichen Umgebung steht. Das macht Kunst spannend, hat sie doch stets Neues über das Leben zu sagen. Erst recht in klösterlicher Umgebung. Waren es doch die Klöster, die seit jeher Kunst- und Bildungstempel waren.

In diesem Kosmos erstrahlen seit Sonntag die Arbeiten Rotts. Zahlreiche Gäste der Vernissage staunen über "Zerklüftete Landschaften", über "Vogelflug" oder "Tierisch treu", über "Farbspiele", Lichtung im Wald" oder über die "Ruhige See". Kleine Keramik-Skulpturen ohne Titel ergänzen die Ausstellung im Oberen Konventgang des Klosters. Rotts Werke eben. Dieses Prädikat hat einen besonderen Klang. Dahinter verbirgt sich eine Handschrift, die - in vielen Jahren ausgefeilt, poliert, modifiziert - jene bezaubernde Realität verwegener Träume artikuliert, die uns vom Potenzial eines authentischen Lebens erzählt.

Das Faszinosum Rott magnetisiert mit einem sensationellen Statement unsentimentaler Selbstverständlichkeit, mit der zärtlichen Zeichnung einer großen Liebe zu der beseelten Natur ebenso wie zu den prägenden Ausdrücken klarer Gefühle. 37 Bilder und Skulpturen in Acryl, Öl und Keramik zeigt Rott unter dem Titel "Das Bild entsteht". "Alles entsteht irgendwie als Idee oder Eingebung. Ich male ohne Vorbilder, ohne zu kopieren, ohne abzumalen", betont die Künstlerin. Stimmungen einzufangen, gelingt ihr meisterlich. Chaos, Wildnis, zerstören, neu beginnen, manches dem Zufall überlassen: ein geordnetes Chaos, schildert sie ihr Schaffen.

Seit einigen Jahren nutzt sie die Möglichkeiten computerbasierter Techniken. Am Bildschirm fasziniert das freie Gestalten mit großer Farbenvielfalt. Es entstehen Kunstschätze wie auf Leinwand. Die PC-Ergebnisse auf jedwedes Papier zu zaubern, oder durch Fachfirmen auf Alu-Dibond, Leinwand oder hinter Acrylglas zu drucken, gehört zu den weiteren Raffinessen. Überzeugend sind die Beispiele, die in der Ausstellung beeindrucken. Ergänzend präsentiert die Künstlerin in drei Vitrinen abstrakte Plastiken aus Ton.

Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, setzt sich in der Begrüßung mit der Kunst im Allgemeinen und mit dem Menschen und der Malerin Rott im Besonderen auseinander. Mit der Erfindung der Fotografie glaubte man das menschliche Sehen zu ersetzen. Heute wisse man, dass es die richtige Mischung mache, die fasziniere. Einen Teil dieses Phänomens entdeckt Englberger in den Begabungen. Begleitet wird die Ausstellungseröffnung mit virtuoser internationaler Tonmalkunst. Pianistin Riita Michelson spielt Werke von Franz Schubert, Jean Sibelius und Claude Debussy.

Zur PersonIngrid Sybille Rott widmet sich seit ihrer Jugend der Malerei. Seit 1985 ist sie verstärkt im plastischen Gestalten tätig und hat ihre Fertigkeiten durch Seminare am Kunstmuseum Bayreuth und der Kunstakademie Bad Reichenhall erweitert. Überregionales Ansehen gewinnt sie mit Auszeichnungen des Oberpfälzer Kunstvereins und mit dem Gewinn der Silbermedaille beim offenen Kunstpreis der Jean-Gebser-Akademie Leipzig. Bekannt ist sie auch durch literarische Veröffentlichungen. "Illustrierte Gedichte", "Lyrik und Prosa unserer Zeit" und "Illustrierte Poesie". Die Arbeiten sind bis 8. April bei freiem Eintritt an Sonn- und Feiertagen zwischen 13.30 und 17 Uhr zu sehen. Weitere Termine nach Anfrage (09645/60193601) möglich. (do)
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