01.10.2017 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Erntedank einmal anders: Prämonstratenser-Abtei feiert mit zahlreichen Gästen den Abschluss der ... Das "Wunder von Speinshart"

Erntedank einmal ganz anders gefeiert: In Speinshart steht der Samstag, verbunden mit einem "herzlichen Vergelt's Gott", wie es Abt Hermann Josef Kugler formulierte, ganz im Zeichen des Abschlusses der Klostersanierung. Das Großereignis lockt auch hohe kirchliche Würdenträger und den bayerischen Innenminister in die Prämonstratenser-Abtei.

Mit einem glanzvollen Festakt feierten die Prämonstratenser von Speinshart in der Klosterkirche mit zahlreichen Ehrengästen den Abschluss der 30 Millionen Euro teuren Sanierung der Abtei. Ein Prosit mit Klosterbier auf ein großes Werk gönnten sich (von links) Georg Girisch, der Vorsitzende des Fördervereins, Staatsminister Joachim Herrmann, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, Abt Hermann Josef Kugler und Bürgermeister Albert Nickl. B
von Robert DotzauerProfil

"Was lange währt, wurde endlich gut", hieß es am Samstagnachmittag immer wieder. Vor mehr als 20 Jahren standen die Prämonstratenser von Speinshart vor der Wahl: Verfall oder Erhalt. Mutig entschieden sie sich für die grundlegende Sanierung der Klosteranlage. Den glücklichen Abschluss des Großprojekts feierte der Konvent in der Klosterkirche mit einem glanzvollen Festakt bei Trompetenschall und Orgelklang. Abt Hermann Josef Kugler war es vorbehalten, die Laudatio auf das Gelingen des Jahrhundertwerks zu halten - in Anwesenheit zahlreicher Festgäste. Unter ihnen waren Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, Thomas Handgrätinger, der Generalabt der Prämonstratenser, Staatsminister Joachim Herrmann, Abt Martin Felhofer aus dem Stift Schlägl in Oberösterreich, Chorherren anderer Ordenshäuser, Kommunalpolitiker, Behörden- und Vereinsvertreter sowie viele Unterstützer des "Wunders von Speinshart".

Für Kugler war es in erster Linie ein vielfältiges Danken an alle Beteiligten: von den tüchtigen Planern und Handwerkern bis hin zu den großzügigen Geldgebern. Der Prämonstratenser-Abt von Windberg und Roggenburg sowie Administrator der Abtei Speinshart hob dabei besonders die Rolle des Freistaats hervor: "Es tut gut, dass der Freistaat Bayern den Wert der Klöster in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft von heute schätzt und fördert." Viel Lob gab es auch für den Bezirk Oberpfalz, den Landkreis, die Gemeinde Speinshart und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als finanzielle Hauptakteure. Gleichzeitig würdigte Hermann Josef Kugler seine Mitbrüder für eine starkes Gemeinschaftswerk: "Ohne Euch wäre das schöne Gebäude nur halb so schön, denn ihr erfüllt es mit Leben."

Ein "Vergelt's Gott" richtete der Abt an viele weitere Macher. Namentlich erwähnte er unter anderem den Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer Speinshart, Georg Girisch, und Provisor Pater Andreas Hamberger, der das Projekt fachkundig begleitete. Zusammenfassend zitierte der Ordensmann aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther: "Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen." Der Abt folgerte: "Wir dürfen dankbar sein für alle, die in dieser langen Zeit mitgeplant, mitgebaut, gepflanzt und begossen haben."

als Glaubens-, Wissens- und Kulturspeicher stand im Mittelpunkt der Festansprache des bayerischen Innenministers. Joachim Herrmann würdigte die Abtei und den historischen Klosterhof als "Juwel der Oberpfalz", ohne dabei die finanziellen Beiträge der öffentlichen Hände, die staatlichen Baupflichten und die vielen Aufträge an Unternehmen und Handwerker aus der Region zu vergessen.

"Das Erbe Speinshart ist ein Aushängeschild für die christliche Prägung unseres Bayernlandes", betonte Herrmann. Das Kloster nicht als Museum zu betrachten, sondern das Leben hinter Klostermauern zu fördern, gehöre deshalb zu den großen Zukunftsaufgaben. Viel Beifall erhielt der Staatsminister für seine Schlussbemerkung: "Wer das christliche Abendland bewahren will, der sollte weniger am Montag bei Pegida demonstrieren, sondern lieber am Sonntag in die Kirche gehen."

Ohne Förderverein keine Sanierung. Diese Feststellung war zum Schluss des Festakts allen Gästen bewusst. Bescheiden rückte Vorsitzender Georg Girisch allerdings nicht die Leistungen des Vereins in den Vordergrund, sondern die Hoffnung, dass "sein" Speinshart an Strahlkraft für Glaube, Kultur und Begegnung wachsen möge. Im Blickpunkt

Das Erbe Speinshart ist eine Aushängeschild für die christliche Prägung unseres Bayernlandes.Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

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