Jahreshauptversammlung der Freund und Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster ...
Verbindender Leuchtturm

"Wir bemühen uns, das zu tun, was zu diesem Ort passt." Zitat: Thomas Englberger
Kultur
Speinshart
20.02.2018
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Interkulturell ist das Angebot der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart. In der Hauptversammlung des Fördervereins zieht Leiter Thomas Englberger eine Bilanz mit rosigen Aussichten - und einem "Aber".

Mit der Internationalen Begegnungsstätte knüpft die Klostergemeinschaft der Prämonstratenser an eine traditionsreiche Vergangenheit an. Konzerte und Ausstellungen, Vorträge, Symposien und Workshops machen das Kloster wieder zu einem Ort der Kultur und Bildung. Für Thomas Englberger ist der internationale Ansatz ein Markenzeichen. Dem Leiter der Begegnungsstätte ist die Pflege der deutsch-tschechischen Nachbarschaft wichtig. "Das Kloster Speinshart von heute verdankt seine Zentralität den politischen Ereignissen in Böhmen von damals." Dadurch habe sich Speinshart ab 1921 zum geistlichen Zentrum, zum gastlichen Ort und zum kulturverbindenden Leuchtturm entwickelt.

Leidenschaftlich war das Plädoyer für die Speinsharter Erkennungsmerkmale: barockes Kleinod, geistlicher und geistiger Ort, aber kein Exerzitienhaus. Eine ähnliche Gastfreundschaft habe es bereits vor einigen Hundert Jahren gegeben . "Wir bemühen uns, das zu tun, was zu diesem Ort passt", bemerkte der Leiter mit Blick auf die Initiativen der Einrichtung.

Englberger verwies auf glückliche Umstände, wie etwa die Nutzung des Kloster-Innenhofes oder der Klosterkirche für Veranstaltungen der Begegnungsstätte. Gleichzeitig warnte er vor übertriebener Belegung einiger Räumlichkeiten. So sei die Kloster- und Pfarrkirche in erster Linie liturgischer Raum. Dieser Grundatmosphäre dürfe nicht widersprochen werden. Dennoch seien Konzerte in der Kirche die Höhepunkte der Veranstaltungsreihe.

Englberger zeigte auch neue Strategien zur Aufwertung der Internationalen Begegnungsstätte. Ihn bewegen die deutsch-böhmischen Beziehungen. "Wir müssen diesen Leitgedanken der grenzüberschreitenden Partnerschaft wachhalten, weil es zur Geschichte Speinsharts gehört, ohne dass Speinshart eine bloße deutsch-tschechische Kultureinrichtung wird." Ziel sei, Speinshart als lebendigen, vielschichtigen Ort mit vielen Zielgruppen zu bewerben.

Dabei verkannte Englberger nicht die umständlichen Anreisebedingungen. "Fast alle Interessenten und Besucher müssen sich ins Auto setzen." Umso wichtiger sei, den Besuchern guten Service zu bieten. Er lobte in diesem Zusammenhang den Idealismus der Mitarbeiter Rita Wiesend und Evi Rödl. Gleichzeitig ist es für Englberger ein Anliegen, die Klostergemeinschaft und das Dorf nicht zu überfordern. Er dankte für das Verständnis der Chorherren, den vielen helfenden Speinshartern und dem Förderverein um Vorsitzenden Georg Girisch. "Mit so einem Team arbeitet man gerne."

Wir bemühen uns, das zu tun, was zu diesem Ort passt.Thomas Englberger


HintergrundDas Kloster Speinshart ist anerkannter "Innovativer LernOrt" (ILO) der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden. Im Bündnis für Ethik und Nachhaltigkeit sind in der Begegnungsstätte Lehr- und Forschungsthemen auf dem Gebiet des Dialogs der Kulturen zu Hause. Diese Entwicklung weiter zu stärken, bemüht sich die OTH auf Bitten der Begegnungsstätte und des Fördervereins. Ein langfristig ausgelegtes Marketing-Konzept soll die Willkommensatmosphäre und die Wahrnehmung Speinsharts stärken. OTH-Vertreter Wolfgang Weber kündigte für Speinshart Hilfestellungen mit Bachelor-Arbeiten an. Darauf aufbauend stellt sich Weber die Erarbeitung eines Business-Planes mit betriebswirtschaftlicher Ausrichtung vor. Vielversprechend nannte er die jüngste Tourismus-Bilanz für Speinshart. Die Prämonstratenser-Abtei und das Klosterdorf zählen laut neuester Statistik zu den 10 Top-Ausflugszielen im Bereich des Oberpfälzer Waldes. Erste spannende Ergebnisse aus den Bachelor-Arbeiten kündigte der OTH-Wissenschaftler in einer Präsentation am Freitag, 16. März, 20 Uhr im Kloster an.

Bürgermeister Albert Nickl plädierte für eine Ausweitung der Übernachtungskapazitäten. Fünf Jahre Begegnungsstätte seien fünf Jahre Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig übte sich Nickl in Wortkosmetik. Er widersprach der Sorge von Prior Pater Benedikt, das Kulturzentrum entwickle sich auf Dauer zum Subventionsbetrieb. "Speinshart ist ein Kulturbetrieb, der Geld kostet." Nickl zeigte sich vorsichtig optimistisch, für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Begegnungsstätte ein solides finanzielles Fundament zu finden. Die Hoffnung des Kommunalpolitikers richtete sich dabei auf die weitere Unterstützung des Freistaates. "Ansätze sind vorhanden." Auch der Landkreis sei sich seiner Verantwortung für Speinshart bewusst. (do)
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