13.08.2013 - 00:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Streichquartett des 63. Festival junger Künstler mit bemerkenswerter Darbietung bei ... Kammermusik voller Emotionen

Die vier jungen Musiker aus St. Petersburg sorgten in der Speinsharter Klosterkirche für ein hochklassiges Streichkonzert mit Werken von Haydn, Borodin und Arensky. Bild: Stiegler
von Holger Stiegler (STG)Profil

Der große russische Komponist Nikolai Rimski-Korsakov hatte 1881 eine recht dezidierte Meinung: "Borodin hat in diesem Sommer ein zweites Quartett geschrieben - ganz nett, aber nichts Umwerfendes." Wer das Streichquartett Nr. 2 in D-Dur von Alexander Borodin allerdings am Sonntagabend in der Speinsharter Klosterkirche gehört hat, wird dieser Auffassung wohl nicht folgen. Denn es war wirklich umwerfend, was das Streichquartett des 63. Festivals junger Künstler Bayreuth bei den Speinsharter Sommerkonzerten bot.

Beckstein im Publikum

Mit viel Applaus wurden die musikalischen Werke des Abends von den Besuchern in der komplett gefüllten Barockkirche bedacht - unter ihnen auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein. Sie haben einen glänzenden Eindruck hinterlassen, die vier Musiker Lev Berkovsky und Alisa Spilnik (Violine), Marina Pavlenko (Viola) und Ekaterina Zemskova (Violoncello): Innerhalb weniger Tage haben die jungen Künstler aus St. Petersburg ein ansprechendes Programm unter der Leitung von Ursula Dehler einstudiert und bravourös in der Kirche aufgeführt.
Den Auftakt machte ein Werk von Joseph Haydn, der auch gerne als "Vater des Streichquartetts" tituliert wird - insgesamt 83 Quartette dieser Art hat der österreichische Komponist verfasst. Zu Gehör kam mit dem Streichquartett op. 20, Nr. 5 in f-moll ein Werk aus dem Reigen der sogenannten Sonnenquartette. Das Zusammenspiel des Ensembles war so elegant und elastisch, dass es zu einem echten Hochgenuss für die versammelten Musikfreunde wurde.

Nicht anders war es anschließend bei Borodins Streichquartett, das zu Recht als äußerst populäres Kammermusikwerk gilt. Vor allem im dritten und vierten Satz konnte das Ensemble beweisen, über welche Klasse es verfügt: Gekonnt servierten die Musiker das "Notturno" in lyrisch-verträumter Form, und es gelang auch, souverän in die walzerartigen Passagen zu wechseln.

Gefühle transportiert

Der spannungsreiche Einstieg in das Finale gelang famos, und auch der symphonisch anmutende Mittelteil überzeugte auf ganzer Linie. Die Emotionen, die Borodin in sein Werk hineinlegte, kamen auch in der Klosterkirche deutlich zum Ausdruck.

Den gelungenen Schlussakkord unter den 75-minütigen Auftritt setzten die Musiker mit Anton Asenskys "Variationen über ein Thema von Tschaikowsky". Langer und kräftiger Applaus waren der gerechte Lohn für eine bemerkenswerte Darbietung. Einer Zugabe wären die begeisterten Besucher sicher nicht abgeneigt gewesen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.