Fotokünstler eröffnet Ausstellung in Wieskapelle
Bilder erzählen Vergessenes

Lokales
Speinshart
27.04.2013
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Das Thema der Vertreibung ist ein sensibles auf deutscher Seite. Auf tschechischer Seite wird darüber geschwiegen. Umso erstaunlicher ist der 28-jährige Fotokünstler Lukás Houdek, der sich mit Installationen dem Thema nähert. Seine Ausstellung "Abandoned Lives - Verlassene Gesichter, vergessene Geschichte" wurde am Donnerstag in der Wieskapelle eröffnet.

Auf einer großen Fläche sind 90 Fotos von Grabmälern abgebildet. Auf einer zweiten Fläche präsentiert der junge Tscheche die Namen sowie Geburts- und Sterbedaten der Abgebildeten. "Es handelt sich um die Vorfahren der Vertriebenen", sagt der junge Künstler.

Bei der Eröffnung erklärte Thomas Englberger, der Referent für deutsch-tschechische Projekte, dass er die Installation in Prag entdeckt habe und mehrmals vorbei gehen musste, bis er erkannte, dass "die Bilder leben". Nicht nur Deutsche, auch germanisierte Tschechen wurden vertrieben und ließen die Gräber ihrer Vorfahren zurück. Diese verfielen im Laufe der Zeit. Erst vor fünf Wochen überredete Englberger den Künstler, seine Ausstellung in Speinshart zu zeigen. "Ich finde es befreiend, dass Lukás Houdek auf diese Geschichte schaut", erklärte Englberger. Er bewies ein weiteres Talent, indem er die musikalische Umrahmung mit einem Klarinetten-Stück von Ilse Fromm-Michaels übernahm. Zu Beginn der Ausstellungseröffnung erinnerte Frater Lukas Prosch an den 130. Jahrestag der Säkularisation, als die Patres, "ein junger dynamischer Konvent", das Kloster verlassen mussten, als es der Staat auflöste.
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