Gymnasiallehrer diskutieren Möglichkeiten, junge Menschen an Religion heranzuführen
Jugendliche für Glaube begeistern

Lokales
Speinshart
27.04.2013
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Die Gymnasiallehrer diskutierten am Mittwoch im Musiksaal des Klosters über die Aussagen von Dr. Albert Schmid (wir berichteten). Der Präsident des Landeskomitees der Katholiken in Bayern führte seine Überlegungen zu "Kirche im Umbruch - Gesellschaft im Umbruch" aus.

Toni Schwemmer, Direktor des Weidener Elly-Heuss-Gymnasiums, berichtete von der Distanz der Jugendlichen zur Kirche, die er feststelle. "Das Thema Transzendenz ist schwierig bei den Jugendlichen", gab er zu bedenken. Schmid holte für die Antwort weit aus und erläuterte zuerst, dass Weihnachten ein gigantisches Ereignis sei. Nur bei den Christen sei Gott Mensch geworden.

Scheu ablegen

"Der Schöpfer ist da, ich bin nicht allein", erläuterte er den Hintergrund von Weihnachten. "Junge Leute müssen zu Fragen des Glaubens angesprochen werden", führte er aus. Der innere Glaube werde tabuisiert. Die Scheu darüber müsse abgelegt und die Sprachlosigkeit der vorangegangenen Generationen müsse überwunden werden, damit der Glaube weitergegeben werden könne.
Paul Lippert, der ehemalige Direktor des Eschenbacher Gymnasiums und Vorstandsmitglied des Fördervereins, sprach von einer Entwicklung der Gesellschaft hin zu Angst, Vereinsamung und Isolierung.

Der Ministerialbeauftragte für Gymnasien sah darin auch das Potenzial bei der Vermittlung des Glaubens für Jugendliche. "Wir müssen sie erreichen", forderte er. Auch Schmid unterstrich die Bedeutung der Bildung, die Religion vermittele.

Den Aspekt Weihnachten, der für volle Gotteshäuser sorgt, griff Hans Schmid auf. Der Lehrer für Latein und Religion am Eschenbacher Gymnasium fragte, warum das Interesse nicht beibehalten werden könne. Seiner Meinung nach werden die Menschen in der Kirche nicht ernst genug genommen. Er führte als Beispiel die Neuordnung der Pfarrgemeinderäte (Verzicht auf Titel Vorsitzender und nichtöffentliche Sitzungen), die Rechte der Frauen in der Kirche und Frauenpriestertum auf. "Die Menschen können eine Zeit lang glücklich ohne Glauben leben", schränkte er ein und fügte an, dass sie im Angesicht des Todes pastorale Begleitung wünschen.
Der Präsident des Landeskomitees der Katholiken in Bayern antwortete nicht auf alle Fragen Schmids. "Wir haben gläubige Leute, die mit der Kirche nichts zu tun haben wollen", stimmte er zu. Als ein Manko der Kirche beschrieb er die Kommunikationsstruktur. "Wir haben eine Verkündigungsstruktur und eine angstbesetzte Kommunikationsstruktur", berichtete Dr. Schmid wie schwierig es sei, Themen auf den Weg zu bringen.

Der Religionslehrer hakte erneut nach und kritisierte: "Wir sprechen nicht die Sprache der Jugend." "Wir dürfen es nicht trivial werden lassen, die Liturgie soll als Ehre unseres Glaubens sichtbar bleiben", entgegnete Dr. Schmid.

Die Sprache der Jugendlichen griff der Vorsitzender des Fördervereins, Georg Girisch auf, der aus seinem Leben berichtete, dass zwei Patres des Klosters ihm die Fragen des Glaubens erklärten. Mit dem Wunsch, die Kirche im 21. Jahrhundert lebenswert zu machen, beendete Frater Lukas das Gesprächsforum.
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