Kriminacht im Kloster Speinshart - Oberpfälzer Autoren präsentieren neuestes Werk
Drei Morde an einem Abend

Eine spannende Kriminacht gestalteten die Autoren Raimund Mader (Zweiter von links) Barbara Krohn und Horst Eckert mit ihrer Lesung im Kloster Speinshart. Eckhard Bodner (links), der Vorsitzende des Kulturkreises Pressath, und Frater Lukas Prosch waren von dem neuerschienen Band "Regensburger Requiem - Kurzkrimis von der Donau" ebenso begeistert wie die Besucher im voll besetzten Musiksaal. Bild: ly
Lokales
Speinshart
29.04.2013
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Gleich drei Morde passierten am Freitagabend im Kloster. Die Täter, die kaltblütig am Computer Tote gleich reihenweise produzieren, sind in der Branche und bei Kritikern gut bekannt. Die "üblichen Verdächtigen", wenn es um gute Krimis aus der Oberpfalz geht, sind Raimund Mader aus Eschenbach, Barbara Krohn aus Regensburg und Horst Eckert aus Pressath, den es vor Jahren nach Düsseldorf zog.

Die drei Autoren lasen ihre Kurzgeschichten im voll besetzten Musiksaal. Herausgeberin Barbara Krohn fasste in dem Band "Regensburger Requiem" gemeinsam mit 22 weiteren Autoren das literarisch-kriminelle Spektrum vor der Kulisse der Weltkulturerbe-Stadt zusammen. Am Donnerstag wurde das Buch in Regensburg präsentiert und einen Tag später bereits in Speinshart, wie Eckhard Bodner stolz berichtete.

Heimatkrimis sind schon seit Jahren beliebt, da sie bekannte Orte mit Geschichte und abgründige Todesfälle geschickt miteinander verknüpfen. Die drei Autoren griffen ganz unterschiedliche Mordfälle auf. Bei Mader sollte es seinen alten Klassenkameraden "Wolfi" treffen. Wie der gebürtige Bad Tölzer vorab erklärte, kommen die alten Schafkopf-Freunde aus Schultagen noch heute zusammen. Aus dieser nun ins Alter gekommenen Runde wählte Mader den ehemaligen Hippie "Wolfi" als Protagonisten aus. Der will sich sein Leben nehmen und hat als Ort der Tat den gotischen Dom ausgewählt.

Schwarze Ironie


Aber die Krankenschwester "Angie" kommt ihm dazwischen und verlangt einen Aufschub des Suizids, bis sein Spenderherz an einen geeigneten Patienten gegeben werden kann. "Regensburger Herzen", lautet deshalb auch der Titel der makabren, von schwarzer Ironie nur so triefenden Geschichte. "Sieben Tage und Nächte würde sie ihm mit allem, was sie hatte, zur Verfügung stehen. Und das war nicht wenig. Dafür aber wollte sie sein Herz", leitet Mader den tödlichen Pakt ein.

Die gebürtige Hamburgerin Krohn, lässt ihren Mord in der Seniorenresidenz spielen: "Seniorenresidenz - wer residiert denn hier schon? Graf Alzheimer und Lady Osteoporose mit einem stattlichen Gefolge aus Tattergreisen, Sichtgeschädigten, Schwerhörigen, Fußlahmen und Denkversehrten", so der trockene Humor der Autorin, die seit 20 Jahren in Regensburg lebt. Ihre Geschichte "Totentanz in Regensburg" ist garniert mit interessanten Splittern aus der Geschichte der ehemaligen freien Reichsstadt, die den Spannungsbogen erhöhen, Der Leser wird hier zum Mittäter eines Giftmordes.

Viel Fachwissen

Der "Lokalmatador" Horst Eckert setzt sich akribisch mit einem Selbstmord auseinander. Bei ihm ist die Hauptperson eine Hauptkommissarin, die über viel Wissen aus der Pathologie verfügt. "Aber nach zwei Stunden beginnt erst die Leichenstarre und zwar allmählich. Hier ist sie schon ausgeprägt." "Ein Fall von kataleptischer Erstarrung." Der Arzt knüllte seinen Overall zusammen und stopfte ihn in den Koffer.

Zwischen Orphée, Donauinsel und Gewerbepark klärt die Hauptkommissarin den Fall souverän auf, wobei Eckert in seiner Beschreibung zwischen allen kriminaltechnischen Details das Persönliche seiner Figuren nicht vergisst.

Viel Applaus bekamen alle drei Autoren für die spannende und unterhaltsame Kriminacht.
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