08.03.2014 - 00:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Pater Benedikt Schuster feiert heute 60. Geburtstag - Prior des Klosters Speinshart Leiser Humor und Liebe zum Detail

Nein, seinen 60. Geburtstag möchte er nicht groß feiern, meint Pater Benedikt Schuster und verweist auf ein in seinen Augen wichtigeres Fest in fünf Jahren. Dann steht für den Prior der Prämonstratenserabtei das 40. Priesterjubiläum an. Am Samstag wird der Ordensmann 60 Jahre alt.

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von Autor LYProfil

Am 8. März 1954 wurde er in Bensheim an der Bergstraße geboren. Als 18-Jähriger machte er sein Abitur. Schon zu diesem Zeitpunkt stand für ihn fest, dass er Priester werden will. Gegen den Rat der Lehrer und den Wunsch der Eltern schlug er diesen Weg ein. Nach dem Abitur trat Schuster ins Priesterseminar in Mainz ein. Doch der Schritt vom Priester zum Ordensmann war für ihn noch bedeutender.

1979 Priesterweihe

"Irgend etwas mit Ordensleben war da schon in meinem Kopf drin", beschrieb Pater Benedikt einmal den Entschluss. Doch trotz der Faszination befasst er sich im Studium noch nicht mit dem Klosterleben. Nach dem Theologiestudium in Mainz und Freiburg folgte der Pastoralkurs in Mainz. Am 30. Juni 1979 empfing Pater Benedikt, damals noch als Joachim Schuster, im Mainzer Dom die Priesterweihe. Anschließend war er in Groß-Gerau und Dieburg als Kaplan eingesetzt. Den Ordensnamen Benedikt nahm er beim Eintritt ins Kloster Speinshart an. "Die Zeiten ändern sich, es ändert sich aber nicht unser Ziel: dass es gut stehe um den Acker Gottes", lautet der Leitspruch auf dem Erinnerungsbild.
Die Entscheidung, sich den Prämonstratensern anzuschließen, kam fast zufällig. Die Bekanntschaft mit einem Abt veranlasste den jungen Geistlichen, sich mit diesem Orden auseinanderzusetzen. Weshalb er sich für Speinshart entschied, kann er heute nicht mehr sagen. Auf jeden Fall war sein Eintritt eine Bereicherung für das Kloster und das Dorf. Über 20 Jahre war Pater Benedikt der einzige Neuzugang. Lange Zeit hielten vier Chorherren das geistliche Leben in der Abtei aufrecht.

Es war ein langer und harter Weg, bis die Klostersanierung ins Rollen kam. Damit verbunden war auch ein "Neuanfang" im Kloster. Dass alles auch in geordneten Bahnen verlaufen konnte, verdankte es der Genauigkeit und Zuverlässigkeit des Priors.

Komplizierte Verhandlungen mit Geldgebern, kunsthistorische Einordnungen und denkmalpflegerische Hürden bestimmten Benedikts Wirken von 1996 bis 2007. Dann übernahm Pater Andreas Hamberger als Provisor die wirtschaftlichen und finanziellen Belange des Klosters.
Pater Benedikts ausgesprochene Liebe zum Detail ist für eine weitere Aufgabe ideal, denn seit 1987 ist er Bibliothekar und Archivar des Klosters. Wie kein anderer ist er in der Geschichte des Speinsharter Klosters bewandert und ein gefragter Ansprechpartner für Heimatforscher, Kunsthistoriker und Archäologen. Seine Klosterführungen sind dank seines enormen Wissens beliebt und stets ausgebucht.

Seit Jahren zelebriert der Priester die Messe an Christi Himmelfahrt auf dem Barbaraberg. Doch legt er Wert darauf, dass es sich nicht um eine "Pferdewallfahrt", sondern um einen "Sternritt mit Gottesdienst und Segnung von Reiter und Ross" handelt. Als Präses der Barbara-Bruderschaft hält er die traditionsreiche Gebets-Gemeinschaft zusammen. Außerdem übernahm er 2009 den vakanten Sitz des Bezirkspräses der Marianischen Männercongregation.

Unwiderstehlich: Zigarren

Diejenigen, die ihm freundschaftlich verbunden sind, schätzen seinen leisen Humor und Witz. Sein großer Esprit kommt sowohl in seinen Predigten und als auch in Gesprächen zum Vorschein. Bei Gesprächen in kleinerer Runde, müssen sich seine Gegenüber allerdings auch durch den Rauch seiner Zigarren kämpfen, denn dieser Versuchung kann er nicht widerstehen.

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