22.08.2014 - 00:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Trotz geringer Priorität: Verbindung zwischen Heinersreuth und Kirchenthumbach soll besser ... Per Schleichweg zum Straßenausbau

Den Bedarf sehen die staatlichen Stellen. Aber Mittel für den Ausbau verschiedener Straßen in der Region gibt es aus München trotzdem nicht. Albert Nickl und Tobias Reiß tüftelten mit Gerhard Kederer vom Bauamt an einem Plan, wie es mit dem Straßenausbau dennoch vorangehen könnte.

Tobias Reiß und Albert Nickl schwören auf die Erfolge bei "kurzen Behördengängen". Im Klostergasthof in Speinshart erörterten der Landes- und der Kommunalpolitiker mit Abteilungsleiter Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt (von links) Planungsschritte zur Sanierung des Staatsstraßennetzes in der Region und zur Erweiterung des Radwegenetzes. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Das geringe Verkehrsaufkommen verzögert den Staatsstraßenbau zwischen Kirchenthumbach und Heinersreuth um bis zu zehn Jahre. Diese Erkenntnis ist für CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und stellvertretenden Landrat Albert Nickl nicht neu. Viel Papier zur Dringlichkeit der Baumaßnahme ging schon gen München. Im offiziellen Ausbauplan ist der 5,1-Kilometer-Abschnitt dennoch nur in die "1R"-Kategorie eingestuft.

Abteilungsleiter Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt definierte diese Bewertung beim Ortstermin unverblümt: "Der Ausbau wird als notwendig anerkannt, doch es gibt Wichtigeres". Die weitere Ausbaustrecke zwischen Heinersreuth und Landkreisgrenze wird gar nicht als dringlich angesehen. Nicht in Sicht ist auch eine Ortsumgehung für Heinersreuth.

Nicht akzeptabel

Reiß und Nickl sehen die Lage anderes. Zu gleichwertigen Lebensverhältnissen gehöre auch die Gleichwertigkeit der Verkehrsinfrastruktur. Beide verwiesen auf die kurvenreiche und unfallträchtige Trasse. Gleichwohl ließ Gerhard Kederer ein bisschen Hoffnung zu. Vorstellbar sei ein schrittweiser Ausbau gefährlicher Abschnitte aus dem Finanzierungstopf pauschaler Straßenbaumittel. Als Beispiel nannte er die Begradigung bei Wölkersdorf. Die Ausbaukosten für dieses zirka einen Kilometer lange Teilstück schätzt Kederer auf eine Million Euro. Das "Zuckerl" knüpft er an eine Bedingung: den zeitgleichen Bau der Ortsumgehung Kirchenthumbach, um so Kosten zu sparen.

Der umfangreiche Erdabtrag in Kirchenthumbach fände dann bei Wölkersdorf eine sinnvolle Verwendung. Weitere Bedingung sie die Bereitschaft der Anlieger zum Grundstücksverkauf. "Da hoffen wir auf die Unterstützung der Marktgemeinde", bemerkte der Tiefbau-Experte. " 2016 könnten wir es dann packen." Jahr für Jahr könne dann eine weitere Million Euro in die Sanierung der Straße fließen, ohne Mittel auf München.

Radweg von Kloster zu Kulm

Auf solche hofft Nickl für die Staatsstraße zwischen Speinshart und Dobertshof. Doch er sieht es realistisch. Im Ausbauplan genießt der Abschnitt keine Priorität. Deshalb stellt sich der Kommunalpolitiker ebenfalls eine Sanierung in Bauabschnitten vor. Ausbaubedarf gebe es zudem für die Staatsstraße am Rußweiher. Die Straßenbreite von fünf Metern erfüllt die Anforderungen längst nicht mehr.

Das Kulturjuwel Speinshart und das Naturwunder Rauher Kulm mit einem Radweg zu verbinden, gehört zu den weiteren Wünschen Albert Nickls als Speinsharter Bürgermeister. Als stellvertretender Landrat meldete meldet er zudem Radwegbedarf zwischen Eschenbach und Ernstfeld und eine Weiterführung in Richtung Creußen an. Hierzu soll es einen Runden Tisch der betroffenen Gemeinden mit dem Landkreis, der Regierung der Oberpfalz, dem Bauamt und MdL Petra Dettenhöfer geben.

Die kleine Speinsharter Runde greift mit diesem Vorschlag eine Empfehlung von Innenminister Joachim Herrmann auf. Der Fachminister hatte in einer Stellungnahme an die CSU-Ortsverbände vorgeschlagen, wegen der Vielzahl der Projektwünsche und der unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastung nicht auf Projektförderung zu warten, sondern die Radwegeverbindungen auf kommunaler Ebene weiterzuentwickeln. In kommunaler Sonderbaulast stellte er 75 Prozent Förderung in Aussicht.

"Im Zusammenwirken liegt die Stärke der Dorferneuerung." Darauf hatte Bürgermeister Albert Nickl zuvor in Tremmersdorf hingewiesen. Bei der Besichtigung des neuen Dorfplatzes gab es Lob für das Staatliche Bauamt, die Direktion für Ländliche Entwicklung und den Freistaat. "Die Förderung machen unsere Dörfer erst zukunftsfähig", betonte Nickl.

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