Waldbesitzer, Gemeinde und Behörden feiern Abschluss des freiwilligen Landtausches
Ein Gewinn für alle Seiten

Waldbauern aus Höfen und Haselbrunn sowie Vertreter der Gemeinde Speinshart und der Fachbehörden in Harmonie vereint: Sie alle freuten sich bei der Abschlussfeier im Gasthaus Schmid in Tremmersdorf über die gelungene Aufteilung des Rechtlerwaldes der beiden Ortsteile im Zuge eines freiwilligen Landtausches. Bild: do
Lokales
Speinshart
19.04.2013
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Zeit ist Geld. Das gilt auch in der Landwirtschaft und bei den Waldbauern. Arbeitsaufwand und Kosten sparen die "Feldherren" vor allem dann, wenn die Grundstücke günstig beieinander liegen. Dies kann über den sogenannten freiwilligen Landtausch bedarfsgerecht erreicht werden. Hinter allem steht das Ziel einer einfacheren Bewirtschaftung, auch des Waldes.

Im Gemeindebereich Speinshart war es nun der Rechtlerwald der Höfener und Haselbrunner, der mit diesem Instrument der Flurneuordnung - verbunden mit dem Einbringen von Waldflächen der Kommune - neu und unkompliziert strukturiert wurde.

Als weiteres wichtiges Ergebnis dabei nannte Bürgermeister Albert Nickl in der Abschlussveranstaltung im Gasthaus Schmid in Tremmersdorf die neuen Eigentumsverhältnisse: "Nun sind die bisherigen Rechtler Eigentümer des Rechtlerwaldes." Zusammen mit den in die Neuverteilung eingebrachten Privatgrundstücken erschließe sich den Waldbesitzern eine deutlich verbesserte Nutzung, betonte der Gemeindechef.

Noch einmal blickte er auf die vielen Anläufe zur Neuordnung zurück. Ein halbes Jahrhundert lang seien die Versuche, eine gerechte Lösung zwischen Rechtlern und Gemeinde zu erreichen, immer wieder im Ansatz stecken geblieben. Schließlich haben der Bau des Radweges von Eschenbach nach Speinshart und die Notwendigkeit des Eingriffes in ein Rechtlergrundstück den entscheidenden Anstoß zu einer "Flurbereinigung" gegeben.

Insgesamt 24 Hektar Wald

Im Einvernehmen mit den elf Rechtlern sei schließlich das Verfahren über das Amt für Ländliche Entwicklung in Gang gekommen. Nach einem äußerst schwierigen Prozess unter maßgeblicher Beteiligung der Fachbehörden seien letztlich zwölf Hektar Rechtlerwald und weitere zwölf Hektar Privatwald in das Tauschverfahren eingebracht worden, blickte Nickl zurück.

Er hob aber auch die Rolle der Gemeinde Speinshart hervor: "Ein Drittel der Fläche war Gemeindewald. Die gehört nun den Waldbauern." Dabei verschwieg der Bürgermeister nicht den finanziellen Aspekt für die Gemeindekasse: "Die 74 000 Euro tun uns gut." Zusammenfassend bewertete er den Landtausch als Gewinn für alle Seiten: "Wir hinterlassen den nachfolgenden Generationen geordnete Verhältnisse."

Nickls besonderer Dank galt stellvertretend für alle Tauschpartner "Anschieber" Hermann Ott und Josef Wiesend als Experten für praktische Lösungsansätze. Auch die kostengünstige Abwicklung des Verfahrens und das Verständnis der Fachbehörden hob er hervor: "Da war viel Geduld und Verhandlungsgeschick notwendig."
Mit Buchgeschenken würdigte der Bürgermeister die Unterstützung von Leitendem Baudirektor Willi Perzl und von Johann Wilhelm vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), des Forstsachverständigen Jochen Dinter, von Hermann Prölß vom Vermessungsamt Weiden, von Amtsrat Matthias Rupp vom Amt für Landwirtschaft und Forsten sowie von Harald Wagner, Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach. Den ungewöhnlichen Abschlussrahmen des Verfahrens bestaunte Diplom-Ingenieur Willi Perzl. "Diese Feier ist der Beweis: Es ist gut geworden", bewertete der ALE-Vertreter das Ergebnis des freiwilligen Landtausches. Der Flurbereinigungsfachmann nannte das Zusammenwirken von Grundstückseigentümern, Gemeinde und Behörden als Musterbeispiel eines harmonischen Tauschverfahrens. "Ihr habt mit einem langen Anlauf einen weiten Sprung geschafft. Das spricht für Euren Gemeinschaftsgeist", lobte Perzl.

"Effizientes Wirtschaften"

Als Waldrechtler unterstrich Josef Wiesend aus Haselbrunn die gute Verhandlungsatmosphäre und würdigte das Wohlwollen des Bürgermeisters. Er verwies auch auf das einstimmige Votum des Gemeinderats als Grundvoraussetzung für den Landtausch und dankte den beteiligten staatlichen Dienststellen.

"Die Grundstücksstrukturen haben sich mit der Neuordnung deutlich verbessert und gewährleisten ein effizientes Wirtschaften", urteilte der Waldbauer. Mit Hermann Ott war er sich einig: "Mit dem freiwilligen Landtausch hat sich die Geschlossenheit einer Gemeinschaft bewährt; dafür sind wir dankbar."
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