Werke von Ingrid Sybille Rott zeichnen sich durch Farben- und Formenspiel aus - Ausstellung im ...
Von der Natur lediglich inspiriert

Sehen, denken, empfinden, träumen, malen: So entstehen Bilder, verrät Ingrid Sybille Rott (rechts) einem großen Publikum bei der Ausstellungseröffnung ihr Erfolgsrezept als Malerin. Zur Vernissage erschien auch der Textband "Aus dem Leben gegriffen. Illustrierte Poesie" der Künstlerin. Bilder: do (2)
Lokales
Speinshart
06.05.2013
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Mit seinem Erfahrungsschatz einen eigenen Kosmos schaffen, ist die Aufgabe jeden Künstlers. Ingrid Sybille Rott stellt sich ihr seit Jahrzehnten immer wieder neu. Bilder entstehen, so die Eschenbacher Malerin, mit Schauen, Denken, Empfinden sowie Träumen und schließlich mit dem Malen. Das ist auch das Motto der Kunstausstellung im Konvent-Gang des Klosters Speinshart.

Zur Begrüßung im voll besetzten Musiksaal lenkte Frater Lukas den Blick auf die unterschiedlichen Gefühlswelten der Menschen und empfahl, besonders im Bereich der Kunst Formen und Farben freien Lauf zu lassen. "Wer die Feinfühligkeit eines Malers kennt, der gewinnt Zugang zu den Titeln", wusste er. Musikalisch gestaltete die Vernissage Janina Landstorfer.

In Bildern finden

Und die Künstlerin? Ingrid Sybille Rott hält es mit Pablo Picasso: "Nicht suchen soll man in Bildern, sondern finden." Nicht abmalen solle der Künstler die Natur, sondern neu entdecken oder gar erschaffen. Dieser Aufgabe wird Ingrid Sybille Rott voll gerecht. Zwar lässt sich die Malerin von der Natur inspirieren: Schnee, Eis, Felsformationen und Wasserfälle verbinden sich auf Öl, Acryl und Mischtechnik zu einem farbenprächtigen Naturschauspiel. Durchwegs handelt es sich aber um Werke, die das Auge durch intensive Farbigkeit und Formendynamik ansprechen. Ausschnitte der Realität, Details der Natur werden zu einer spannungsvollen abstrakten Bildwelt.
Bereits seit 1985 befasse sich Ingrid Sybille Rott mit den verschiedensten Techniken und Materialien, erläuterte Eva Mühlbauer, Richterin und Freundin der Künstlerin, in ihren einführenden Worten. In den vergangenen Jahren ließ die Eschenbacher Malerin durch viele Auszeichnungen aufhorchen. Zuletzt war es eine Silbermedaille beim Offenen Kunstpreis der renommierten Mitteldeutschen Jean-Gebser-Akademie Leipzig.

Eva Mühlbauer betonte, wie sehr die Kunst von Ingrid Sybille Rott von der Natur inspiriert sei. Diese besondere Bindung werde zum Beispiel in Bildern wie "Die Welle", "Steilküste" oder "Island" deutlich. Mühlbauer verglich das Schaffen der Künstlerin mit dem Sein des ewigen Werdens als ewige Bewegung, in der die Bilder dem Fluss der Dinge nicht Einhalt gebieten können.

"Unbekannter Pfad"

Oft reichten Rott die Farben Gelb, Rot und Blau mit ihren unterschiedlichen Schattierungen, um Gefühle auszudrücken, sagte Mühlbauer. Deren weiteren Weg beschrieb sie mit Worten der Künstlerin: "Ich wage mich auf einen unbekannten Pfad, halte inne, vergesse die Zeit, vergesse mich. Ich verharre, kehre zurück, mache mich von neuem auf den Weg, genieße, fühle Harmonie, betrachte mein Werk und finde einen Titel. Der Betrachter schaut und bezweifelt." Schließlich habe der Betrachter nicht nur geschaut, sondern auch gesehen, hoffte Ingrid Sybille Rott. Dieser Zeitpunkt bedeute auch für die Malerin: Ziel erreicht.

Textband zur Schau

Die aktuelle Ausstellung im Kloster Speinshart bietet einen breiten Einblick in das künstlerische Schaffen von Ingrid Sybille Rott. Der Titel der Schau knüpft auch an ihre literarischen Talente an: Die Malerin interpretiert Erlebtes und setzt es in Wörter um. "Illustrierte Poesie", nennt die Autorin ihren Textband, der zeitgleich zur Ausstellung erscheint. Aus dem Leben gegriffen scheinen Kostproben aus dem Bändchen: "Heimat, suche sie nicht. Du wirst sonst ein Getriebener. Finde sie dort, wo ein Licht leuchtet."

Ein Stück Heimat ist derzeit im Konvent-Gang des Klosters zu entdecken. Geöffnet ist die Kunstausstellung noch bis 9. Juni, jeweils an den Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung mit der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart.
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