Gemeinderat bringt Speinsharter "Kinderland" auf den Weg
Einladung zu Spiel und Spaß

Schon lange bewähren sich in idealer Lage zwischen Schule, Gemeindezentrum und Kindergarten das Soccer-Spielfeld und die Volleyball-Anlage. Nun soll mit finanzieller Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung auf der Wiesenfläche ein "Kinderland" entstehen. Dabei baut die Kommune auch auf freiwillige Arbeitsstunden. Bild: do
Politik
Speinshart
17.05.2017
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Spieldorf, Sandreich, Sinnesreich und Pumptrack: Die Landschaftsplaner entwarfen das künftige Spiel- und Sportareal als Erholungsort für die gesamte Familie. Bild: do

"Kinderland" nennt die Gemeinde Speinshart ihr jüngstes Projekt. Das klingt nach einem Paradies für die Kleinen oder einem Freizeitpark. Beides ist es auch - jeweils ein bisschen. Zentral gelegen soll auf einer Fläche von circa 3000 Quadratmetern ein multifunktionaler Erholungsbereich für Kinder und Eltern entstehen.

Die baurechtlichen Voraussetzungen für das Freizeitgelände sind fast erfüllt. Die Gemeinde wartet nur noch auf die Genehmigung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes. Spätestens im Juli sollen dann die Bauarbeiten beginnen.

Im Blickfeld steht dabei ein besonderer Bautrupp: Ein Teil der Anlage soll mit Hilfe internationaler Freiwilliger errichtet werden. Im Zuge des Programmes "Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten" (IBG) kommen in 2 Monaten bis zu 15 junge Menschen für 14 Tage ins Klosterdorf, um beim Bau des Spielgeländes tatkräftig zuzupacken. "Gerade in Speinshart mit seiner Internationalen Begegnungsstätte trägt das Workcamp dazu bei, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten", erklärte Bürgermeister Albert Nickl in der Sitzung des Gemeinderats.

Mehrere Projektpartner


Auch die Elternschaft stehe schon "Gewehr bei Fuß", gab er mit Blick auf eine Elternversammlung vor kurzem bekannt. Doch die Freiwilligkeit betrifft nicht nur das Engagement der Mütter und Väter: Den Gemeinderat forderte der Bürgermeister ebenfalls auf, Hand- und Spanndienste zu leisten.

Um sich die gediegene Freizeitoase leisten zu können, benötigt die Gemeinde mehrere Projektpartner - und neben dem Jugendcamp und den Elterneinsätzen auch finanzielle Unterstützung. Diese kommt aus der Dorferneuerung: Albert Nickl rechnet mit 65 Prozent Zuschuss. Zudem werden die freiwilligen Eigenleistungen gefördert. Der Bürgermeister nannte einen Kostenrahmen von 150 000 Euro ohne Eigenleistungen und zirka 100 00 Euro unter Berücksichtigung von freiwilligen Arbeitsstunden.

Die Planungen des Architekturbüros "Stadt-Land-Fanck" aus Tirschenreuth beinhalten auf der 3100 Quadratmeter großen, der Kommune gehörenden Wiese zwischen Grundschule, Kindergarten und Gemeindezentrum ein Spielareal für die gesamte Familie. Unter Berücksichtigung des vorhandenen Volleyballfeldes und des Soccer-Platzes mit Kunstrasen wird es nach den Entwürfen der Landschaftsplaner drei Schwerpunktbereiche geben. "Spieldorf", heißt das Angebot für die Fünf- bis Zwölfjährigen, das mit zwei Türmen und einem Spielgeräte-Ensemble die Silhouette des Klosterdorfes nachzeichnen soll.

"Ladenzeile", nennt Diplom-Ingenieurin Gisela Fanck-Reiter weitere gestalterische Elemente. So sollen ein Eingangstor und Seil-Gerätschaften zu Spiel und Spaß einladen. Ein weißes Holzpferd wird an das Deckengemälde im Eingangsbereich der Klosterkirche erinnern - Spender sind erwünscht. Die Zwei- bis Siebenjährigen animiert ein "Sandreich" zu schönen Stunden. Zentrale Einrichtungen sind ein Holztraktor und ein Mini-Turmkreisel. Um das "Sandufer" gruppieren sich Sitzgelegenheiten aus Steinfindlingen, "Kinderbootshäuser" und Rutschen.

Balancieren und Verstecken


Das "Sinnesreich" stellt sich als Minilandschaft mit Elementen zum Balancieren dar. Ein Klangfeld, ein Sitzrondell und Pfade mit Möglichkeiten zum Verstecken ergänzen die Klassiker, zum Beispiel eine Nestschaukel und Wippen. In einem zweiten Bauabschnitt sollen Weidengeflechte, eine Pergola und ein Tunnel hinzukommen. Eine erweiterte Nutzung erfährt das Sand-Volleyballfeld: Es dient auch als Sprunggrube beim Weitsprung. Nebenan wird eine 50-Meter-Bahn entstehen.

Ideal nannte Bürgermeister Albert Nickl den Standort des "Kinderlandes": "Mitten in Speinshart und trotzdem weg vom Straßenverkehr." Für die Finanzierung bedurfte es eines Beschlusses zur formellen Übertragung des Projekts an die Teilnehmergemeinschaft Speinshart II mit Zusicherung zur Übernahme der Restkosten durch die Gemeinde. Dieser erfolgte einstimmig.

GemeinderatssplitterAls Letzte nicht dabei

Im Anfragenteil hob Gemeinderat Robert Kausler die Hilfsbereitschaft aller, die sich um die Pflege der Spielplätze in allen Gemeindeteilen einsetzen, hervor. Nicht nachvollziehbar nannte der Münchsreuther die defensive Haltung zu den Ferienfreizeiten der Firma Learning Campus. "Wir sind die Letzten, die nicht dabei sind", kritisierte er. Zu einer attraktiven Gemeinde gehöre nicht nur Geld für alte Häuser. Notwendig sei auch die Unterstützung von Kindern und Eltern bei der Freizeitgestaltung in den Ferien.

Dagegen verwies Bürgermeister Albert Nickl auf die finanziellen Ansätze für die Jugendarbeit und das gut funktionierende Ferienprogramm in Zusammenarbeit mit den Vereinen. "Ist es notwendig, alles zu fördern?", fragte er. Immerhin sei es bisher gemeinsamer Wille gewesen, das Kinderferienprogramm so zu organisieren. Roland Lins sprach von einer "komplexen Situation", weil sich das gemeinsam mit den Vereinen organisierte Programm bewährt habe. Dennoch versprach der Bürgermeister eine umfassende Beratung nach Einholung von Angeboten professioneller Veranstalter. (do)

"Prüfung im Gange"

An eine bessere Schulbusanbindung der Ortschaft Haselbrunn in Richtung Kemnath erinnerte Holger Götz. "Die Prüfung ist im Gange", versicherte der Bürgermeister. Für die ersten Bauarbeiten am "Anwesen 23" kündigte Albert Nickl die Vergabe der Baumeister-, Zimmerer- Spengler- und Dachdeckergewerke an. Noch im Juni sollen die Arbeiten beginnen. (do)

Baubeginn und -abschluss

Mit dem formellen Feststellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Brandhut" in Zettlitz rechnet der Bürgermeister in der Juni-Sitzung. Nach Ausschreibung und Vergabe der Erschließungsarbeiten sei mit einem Baubeginn im August zu rechnen, teilte er mit. Vollzug meldete der Gemeindechef bei der Fertigstellung der "Panoramastraße". Nickl bezeichnete das Projekt als "gut gelungen" und übermittelte der Baufirma Schulz und speziell Polier Manfred Walberer ein Sonderlob. (do)

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