20.09.2017 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Gemeinderat Speinshart "Vorsicht vor kleiner Autobahn"

Kurven, Kuppen und Straßenschäden beeinträchtigen die Kraftfahrer auf der Staatsstraße 2168. Deshalb plädiert der Speinsharter Gemeinderat für einen umgehenden bestandsorientierten Ausbau zwischen Speinshart und Dobertshof. Doch der grüne Gemeinderat Johann Mayer sagt: "Vorsicht vor einer kleinen Autobahn. Eine neue Fahrbahndecke genügt."

Der Ausbaubedarf des 2,1 Kilometer langen Abschnit tes der Staatsstraße 2168 ab Dobertshof in Richtung Speinshart (unser Bild)soll nach den Vorstellungen des Gemeinderates in das Kapitel "Verkehr" des Regionalplanes aufgenommen werden. Damit verbunden ist ein Antrag zur Aufnahme des Projekts in die Dringlichkeitsstufe I des Staatsstraßenbaues. Mit diesem Beschlussvorschlag von Bürgermeister Albert Nickl waren nicht alle Räte einverstanden. Johann Mayer befürchtet "eine kleine Autobahn". Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Die Vorschläge der Regierung der Oberpfalz zur Änderung des Kapitels "Verkehr" des Regionalplanes der Region Oberpfalz-Nord waren für Bürgermeister Albert Nickl der Anlass, in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den bedenklichen Zustand des Staatsstraßen-Teilstückes zwischen Speinshart und Dobertshof hinzuweisen und eine Aufnahme der Straßentrasse in den Sanierungskatalog des Regionalplanes vorzuschlagen. Im Fortschreibungsentwurf sprechen die Macher des Planungskonzeptes von der Notwendigkeit eines Ausbaues auf der Staatsstraßenstrecke zwischen Grafenwöhr und Marktredwitz, um im Hinblick auf die Attraktivität der Region eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur anzuregen, so die Formulierung im Regionalplan-Konzept.

Diese Feststellungen nahm Nickl gerne auf, um auf die konkreten Defizite der Teilstrecke Speinshart-Dobertshof hinzuweisen. "Das 2,1 Kilometer lange Teilstück ist ein Nadelöhr und entspricht nicht mehr den heutigen Verkehrsanforderungen", stellte der Bürgermeister fest. Zufrieden wäre der Gemeindechef mit einem bestandsorientierten Ausbau. Darunter versteht Nickl eine Kurvenentschärfung, einen Abtrag der Kuppen und eine geringfügige Verbreiterung, um den Lkw-Verkehr sicherer zu machen. "Eine Rennstrecke wie zwischen Dobertshof und Neustadt am Kulm brauchen wir nicht", betonte Nickl. Damit würde auch den Belangen des Umweltschutzes, den Prinzipien des flächensparenden Bauens und der Vermeidung von Zerschneidungswirkungen Rechnung getragen, so der Bürgermeister.

Ein Projekt, das nicht morgen oder übermorgen zu verwirklichen sei, schränkte der Sitzungsleiter ein. Dennoch sei es ratsam, schon jetzt in der Regionalplan-Fortschreibung die rechtlichen Weichen zu stellen. Nickl denkt in diesem Zusammenhang an bauliche Ergänzungen. Im Ausbau sei auch eine Lärmreduzierung entlang der Weinleiten-Siedlung anzustreben und die Zufahrt zum Weiler Süßenweiher übersichtlicher zu gestalten. Auch eine Verlängerung des Radwegenetzes in Richtung Neustadt am Kulm kann sich der Bürgermeister bei der Staatsstraßensanierung straßenbegleitend vorstellen. Damit könnte eine regional attraktive Radwegverbindung in Richtung Rauher Kulm und Kemnath geschaffen werden. "Wir müssen jedenfalls zeitig handeln", forderte der Bürgermeister das Kollegium auf. Erste Schritte seien eine Konkretisierung der Speinsharter Wünsche im Kapitel "Verkehr" des Regionalplan-Entwurfes und ein Antrag zur Aufnahme in die erste Dringlichkeitsstufe des Staatsstraßenbaues.

Während in der kurzen Diskussion Wolfgang Merkl den Zustand des Straßenteilstückes als miserabel beschrieb, warnte Johann Mayer vor übertriebenen Ausbauwünschen. Er sagt: "Vorsicht vor einer kleinen Autobahn. Eine neue Fahrbahndecke genügt". Wir bekommen sonst Klagen über zu schnelles Fahren." Mayer plädierte stattdessen für den kompletten Erhalt der Trasse und den Einbau einer neuen Asphaltdecke. Dem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters für einen bestandsorientierten Ausbau einschließlich eines straßenbegleitenden Radweges wollte sich der Gemeinderat der Grünen-Fraktion nicht anschließen.

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