28.03.2018 - 21:22 Uhr
Speinshart

Mögliche Anlagen im und am Speinsharter Forst Wo ist Platz für Windkraft?

Die Energiegenossenschaft NEW macht erste Schritte auf einem Weg, an dessen Ende Windkraftanlagen im und am Speinsharter Forst stehen könnten. Bis dahin sind aber noch mehr als nur eine Prüfung zu bestehen.

Bis sich Windräder drehen, wird im Speinsharter Forst sicher noch Zeit vergehen. Wenn es überhaupt so weit kommt. Archivbild: Piehler
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Grafenwöhr/Speinshart. Die Neuen Energien West (NEW) suchen weiter nach Standorten für Windenergieanlagen, derzeit ist die Energiegenossenschaft im und um den Speinsharter Forst aktiv. Dies bestätigt NEW-Geschäftsführer Bernhard Schmidt. Gleichzeitig betont er aber auch: "Die Untersuchungen stehen ganz am Anfang." Es sei deshalb falsch, dass die NEW Windkraftanlagen plane. Vielmehr laufe derzeit eine Prüfung an, ob sich das Gebiet für solche Anlagen eignen würde. Konkrete Angaben könne er derzeit nicht machen. Schmidt widerspricht aber nicht, dass die Untersuchungsfläche relativ groß ist, die Rede ist von bis zu 200 Hektar. Die große Fläche werde untersucht, um am Ende zumindest einige geeignete Bereiche zu finden.

Bei der laufenden Untersuchung handelt es sich um die sogenannte spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (SAP). Diese soll abklären, ob in dem Gebiet geschützte Tiere leben, die durch Windkraftanlagen gefährdet würden. Die Untersuchung ist beim Landratsamt bereits angemeldet: "Unsere Untere Naturschutzbehörde hat Kenntnis vom Vorhaben eines Büros für Naturschutzplanung für sechs Windkraftanlagen im Bereich des nördlichen Speinsharter Forstes", erklärt der Sprecher des Amts, Reinhard Schmid. Drei Anlagen sollen auf Gebiet des Landkreises Bayreuth und drei im Bereich des Landkreises Neustadt entstehen.

In einem NEW-Schreiben an die Grundstücksbesitzer ist von drei Windrädern auf Speichersdorfer, zwei auf gemeindefreiem und einem auf Speinsharter Gebiet die Rede. Um die gemeindefreie Fläche bemühen sich seit längerer Zeit die Kommunen Speinshart, Speichersdorf, Vorbach und Neustadt am Kulm, eine Einigung habe es bisher nicht gegeben. Speinsharts Bürgermeister, Albert Nickl, geht aber davon aus, dass dies einer Beplanung nicht im Wege steht. "Auch in der Nähe von Creußen stehen Windkraftanlagen auf gemeindefreien Flächen." Außerdem setzt Nickl darauf, dass es demnächst eine Aufteilung geben könnte. "Vielleicht gelingt das sogar als Teil der Windkraftplanung."

Auch Nickl sagt aber, dass der Bau von Windrädern längst noch nicht beschlossen ist. Es gehe vorerst nur darum, ob die Anlagen überhaupt möglich wären. Und selbst für diesen Fall solle nicht gebaut werden, wenn es die Bürger der umliegenden Orte nicht wünschen. "Wir wollen das offen und transparent abklären", verspricht der stellvertretende Landrat. "Einen Wildwuchs soll es nicht geben, wir wollen bestimmt keine ostdeutschen Verhältnisse", spielt Nickl auf Windkraft-Landschaften in manchen Gebieten der neuen Bundesländer an. In diesem Zusammenhang könnte auch die 10-H-Regel zum Tragen kommen, da verschiedene Ortsteile wohl weniger als die zehnfache Höhe der Anlagen von den Standorten entfernt sind. In diesem Fall ist der Windkraftanlagenbau deutlich erschwert. Genaueres lasse sich erst sagen, wenn die Prüfungen exakte Standorte ergeben haben.

Unabhängig von den neuen Untersuchungen wollen die NEW und Schmidt an Windkraftanlagen auf dem Höhenzug des Hessenreuther Waldes festhalten. Dort treibt die NEW mit Bernhard Schmidts Erbendorfer Firma NES die Planungen trotz Widerständen voran. Naturschützer verweisen auf die Bedeutung des Waldes als Brutgebiet für Fischadler, Schwarzstorch und andere seltene Arten. Schmidt hat dagegen vor allem das Windaufkommen auf dem Höhenzug im Blick. Dies sei bayernweit die am besten geeignete Fläche, sagt er. "Es tut mir im Herzen weh, dass es dort keine Windkraftanlagen geben soll."

Wir wollen das offen und transparent abklären.Albert Nickl zu den Voruntersuchungen

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