27.03.2017 - 20:10 Uhr
SpeinshartSport

Erstes Jahr an FC-Spitze: Johannes Karl zieht Bilanz – Sanierungsarbeiten im Sportheim Anlaufschwierigkeiten sind vorbei

Tremmersdorf/Speinshart. Der Sternenhimmel wölbte sich über Tremmersdorf, und auch im FC-Sportheim strahlten die Sterne - wenn auch nur kleine. Die Fußballanhänger genossen bei der Jahreshauptversammlung die sportlichen Höhenflüge ihres Vereins. Aber auch Nachdenkliches kam zur Sprache. Zudem beeinträchtigten Rücktrittsankündigungen das freudige Frühlingserwachen (siehe Kasten rechts). Johannes Karl, seit knapp einem Jahr neuer Steuermann am Ruder des FC-Schiffes in der Nachfolge der schon legendären "Steinl-Familie", erinnerte zu Beginn der Jahreshauptversammlung an den Unfalltod des langjährigen Schatzmeisters Joachim Steinl. Ihm und weiteren verstorbenen Mitgliedern galt das Gedenken der vielen FC-Fans.

"Geben wir weiter Gas, es läuft", forderte Johannes Karl die FC-Mitglieder auf. Ab 2018 müssen sie das allerdings ohne ihn als Vorsitzenden tun. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Dann gab der Vorsitzende zu: Der komplett erneuerte Vorstand hatte Anlaufschwierigkeiten. Die seien aber überwunden, betonte Karl und leitete zu den gesellschaftlichen Veranstaltungen im Berichtsjahr über. Er erinnerte an das gut besuchte Starkbierfest und an das traditionelle Gartenfest und bedauerte den schwachen Besuch bei der Rocknacht, wofür er Blitz-Eis verantwortlich machte. Aufgefallen war ihm zudem der sinkende Zuspruch bei den Speed-Soccer-Turnieren. Überlegenswert sei deshalb ein reines Kinder- und Jugendturnier in diesem Jahr.

Großer Arbeitsaufwand

Der FC-Chef verwies daneben auf zahlreiche Feiern der einzelnen Abteilungen sowie das Mitwirken beim Bürgerfest und lobte den Einsatz vieler Sportfreunde und ihrer Ehefrauen für den FC-Betrieb. Namentlich erwähnte er die Platzwarte Thomas Hörl und Andreas Stadler, das Technik-Team um Peter Grundl und Josef Friedl sowie Josef Scherl junior für seine vielen Ideen, zum Beispiel bei der "Telekom-Aktion".

Karl hob ferner den großen Arbeitsaufwand zur Modernisierung des Sportheimes mit Einrichtung einer weiteren Dusche und einer Schiedsrichterkabine mit Kosten von 10 000 Euro hervor. Mit einer 3000-Euro-Geldspritze der Gemeinde und vielen hundert Arbeitsstunden freiwilliger Helfer für Gottes Lohn sei auch diese Hürde gemeistert worden.

Des Weiteren gab der Vorsitzende einen Bewirtungswechsel bekannt. Er dankte Emmi Groher für ihren zehnjährigen Einsatz als Sportheimwirtin und stellte Elisabeth Klimek als neue Pächterin vor. Der Mietvertrag beziehe sich allerdings auch auf den Kuchen- und Kaffeestand, der bisher von Mitgliedern und deren Ehefrauen zugunsten der Jugendteams organisiert worden sei. Dem Verein verbleibe der selbstständige Betrieb des Grillstandes.

Dank an Unterstützer

Die Abschlussbilanz enthielt eine Vielzahl von Anmerkungen zu weiteren Aktivitäten. Ob das Sky-Abo weiter Bestand habe, werde sich im nächsten Jahr zeigen. Eine Entscheidung liege bei der Wirtin. Johannes Karl sprach nicht zuletzt ergänzende Organisationsstrukturen, etwa zur Unterbringung von Trainingsgeräten, zu Instandsetzungsarbeiten und zu Heizungsreparaturen an. Zusammenfassend dankte er den vielen Gönnern, Sponsoren, Vorstandsmitgliedern und stillen Helfern.

Schatzmeister Thomas Siegert bilanzierte einen leichten Verlust im Vergleich zu 2015. Dafür ursächlich seien die Sanierungsarbeiten im Sportheim. Gleichzeitig lobte er die überwältigenden ehrenamtlichen Arbeitseinsätze. Kritisch beleuchtete der Kassier überflüssige Geldstrafen an den Bayerischen Fußballverband bedingt durch Unzulänglichkeiten im Spielbetrieb.

2018 Rückzug aus beruflichen Gründen

Ein knappes Jahr in Amt und Würden, gab Johannes Karl in der Versammlung bekannt: "Bei den Neuwahlen im nächsten Jahr werde ich das Amt des FC-Vorsitzenden wieder zurückgeben." Er begründete seine Entscheidung mit beruflichen Gründen: Nach der Versetzung ans Vermessungsamt Abensberg und der Belastung durch eine Fortbildung könne er die Führungsfunktion nicht mehr im notwendigen Umfang ausführen. Auch sein Stellvertreter Mathias Pleiß signalisierte einen Rückzug aus beruflichen Gründen. Pleiß ist unter der Woche als Pädagoge im Raum Neumarkt tätig. (do)

Sportlich wie finanziell unschätzbares Engagement

Selbst aktiver Fußballer, beleuchtete Johannes Karl zunächst das sportliche Geschehen im vergangenen Jahr. Der 29-jährige Vorsitzende schilderte noch einmal die Begeisterungswelle im Zusammenhang mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga Weiden Nord und erinnerte an ausgiebige Feiern sowie den Gewinn der Fairnesstabelle. Mit Blick auf die aktuelle Situation zeigte er sich optimistisch: "Wir sind mit 17 Punkten gut dabei, uns in der Liga zu behaupten." Jedenfalls wäre der Klassenerhalt der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Um die Berichte der Übungsleiter nicht vorwegzunehmen, beschränkte er sich bei seiner sportlichen Bewertung für die weiteren Teams, vor allem mit Blick auf den Nachwuchs, auf allgemeine Anerkennung und empfahl, verstärkt über Spielgemeinschaften, zum Beispiel mit dem SC Eschenbach, nachzudenken. Zudem kündigte der Vorsitzende für die nächste Saison einen Bedarf an Trainern an - ohne die großartige Arbeit der derzeitigen Übungsleiter in Frage zu stellen.

Karl würdigte vielmehr das sportlich wie finanziell unschätzbare Engagement der Betreuer: "Sämtliche Trainer im Nachwuchsbereich spenden ihre Übungsleiter-Vergütungen komplett dem Verein." Ohne diesen Verzicht hätte der FC erhebliche finanzielle Probleme. (do)

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