Anton Vetter stirbt kurz nach seinem 85. Geburtstag - Nach Treppensturz im Krankenhaus
Begnadeter Gastwirt, herzlicher Mensch

Zupackend, weltoffen, nachsichtig: So kannten nicht nur die Gäste den "Vetter-Wirt". Bild: do
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Speinshart
28.02.2018
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Tremmersdorf. Noch am Aschermittwoch war er bei seinem 85. Geburtstag voller Lebensfreude und der herzliche Gesprächspartner, auf den man gerne zukam, weil sein frohes Naturell jede Distanz und Fremdheit verbannte und stattdessen Heimat schuf für alle und jeden. So kannte jeder, der sein Gasthaus besuchte und der mit ihm über die vielen Dinge des Lebens plauderte, den "Vetter-Toni". Am Montag verstarb der "Vetter-Wirt" überraschend im Klinikum Weiden.

Anton Vetter war ein Gastwirt mit Leib und Seele, dem das Wohl des Gastes heilig war. Noch mit seinen 85 Lenzen verstand er es, die Menschen anzunehmen und auf zu einzugehen. Er war ein Realist und Optimist, der aus seinem lebenslangen Schaffen als Land- und Gastwirt Erfahrung, Kraft und Glauben schöpfte.

Noch am Wochenende war sich Anton Vetter im Klaren darüber, "dass jeder weiß, wie viel Uhr es ist, aber keiner, wie spät". Stunden danach verunglückte das Tremmersdorfer Urgestein auf dem Weg zur Vorabendmesse. Sein Sturz auf der Treppe hinauf zur Dorfkirche St. Peter und Paul - eine schicksalhafte Botschaft? Mit einer Halswirbelverletzung und doch voller Hoffnung kam er zur stationären Behandlung ins Klinikum Weiden, wo in der Nacht auf Dienstag überraschend seine Lebensuhr stehen blieb.

Vetter besaß bis in die letzten Tage hinein das zupackende, sympathisch-bajuwarische Naturell, das die vielen Wirtshausgäste und alle, die ihn kannten, schätzten: ein Erbe, das er schon in jungen Jahren pflegte, als er 1953 Bauernhof und Gasthaus von den Eltern übernahm. Grundsatztreu und kernig-fromm, weltoffen und nachsichtig führte er als Gastronom das Vetter-Wirtshaus zu neuer Blüte. Dabei half ein Glücksfall: Ehefrau Anna-Maria, mit der ihm 56 harmonische Ehejahre beschieden waren.

Das Lokal entwickelte mit seinen Fischspezialitäten überregionale Berühmtheit bis hin zur offiziellen Anerkennung duch den Bezirk Oberpfalz als "Oberpfälzer Schmankerlküche". Die Wirtshauskultur des Paares wurde zum Markenzeichen behaglicher Einkehr. Als "umwerfend" bezeichneten die vielen Stammgäste die familiäre Atmosphäre und die Herzlichkeit der Wirtsleute. Mit wachem Gespür für die Wünsche der Gäste schufen diese ein Klima der Lebensfreude.

Was bleibt, sind die Erinnerung an einen guten Menschen und das Wissen um sein menschenfreundliches Lebenswerk. Dem Requiem am Samstag um 13.30 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul geht um 13 Uhr ein Rosenkranz voraus. Anschließend ist Beerdigung im Friedhof in Tremmersdorf.
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