27.03.2018 - 20:00 Uhr
Speinshart

Bezirks-Jahresempfang des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Speinshart Für Frieden zusammenrücken

Im Kloster Speinshart müssen die Gäste des Oberpfälzer Bezirksverbands des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge "etwas enger zusammenstehen": Das, sagt Bezirksvorsitzender und Regierungspräsident Axel Bartelt, sei ein Sinnbild von Gemeinschaftsgeist im Dienst der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Mit der Wahl Speinsharts für den Bezirks-Jahresempfang für Ehrenamtliche und Förderer wollte der Bezirksverband des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Nordoberpfalz würdigen.

Drei Soldatenvereine aus dem Vierstädtedreieck-Raum - aus Eschenbach, Speinshart und Vorbach - repräsentieren beim Bezirks-Ehrenabend des Volksbunds den Kreis Neustadt. Mit dabei sind Bezirksvorsitzender Axel Bartelt (Fünfter von links) und Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl (rechts). Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Damit er sich weiterhin für Frieden und Versöhnung einsetzen könne, wolle er seine Jugendbildungsarbeit intensivieren, kündigte Bartelt an: "Der Schlüssel ist die Jugend, die wir interessieren und begeistern müssen, damit sie weiterführen, was wir seit vielen Jahren leben." Dies könne nur gelingen, wenn die "glücklichen Generationen", die selbst keinen Krieg auf deutschem Boden hätten erdulden müssen, an Vorgeschichte, Verlauf und Folgen der Weltkriege erinnert und mit der Kernfrage konfrontiert würden: "Was können wir aus unserer Geschichte lernen?"

Viele Anknüpfungspunkte

Dabei sei auch die friedensstiftende Bedeutung der europäischen Einigung hervorzuheben. Anknüpfungspunkte böten heuer der 400. Jahrestag des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges, der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs und der vor 55 Jahren abgeschlossene deutsch-französische Elysée-Vertrag, der einen "Kreislauf von Hass und Krieg" durchbrochen habe.

Für diese Friedensarbeit habe sich das vor gut 15 Jahren initiierte, vom Amberg-Sulzbacher Kreisvorsitzenden Hartmut Schendzielorz geleitete Europäische Jugendprojekt Oberpfalz stark gemacht, betonte Bartelt.

Er erwähnte auch, dass der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger als Vizepräsident des Volksbund-Bundesvorstands am deutsch-französischen Staatsakt der Eröffnung des Internationalen Dokumentationszentrums auf dem elsässischen Hartmannsweilerkopf "die Oberpfalz in bester Weise vertreten" habe.

Helfer sind Herz und Seele

Die Helfer und Förderer würdigte Bartelt als "Herz und Seele des Volksbunds". Bezirksgeschäftsführer Markus Nägel wies auf das Projekt "Kriegerdenkmale in der Oberpfalz" hin. Bis zum 100. Gründungstag des Volksbunds im kommenden Jahr soll diese Dokumentation in Zusammenarbeit mit den Kreisen und Gemeinden abgeschlossen sein.

Spendenrekord

Ein Drittel der Spenden bei Haus- und Straßensammlungen des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge haben Soldaten und Reservisten zusammengetragen. Der Oberpfälzer Spendenertrag von fast 282 000 Euro 2017 reiche fast an das Rekordergebnis von 2016 heran und entspreche mit 25 Cent je Einwohner dem zweitbesten der bayerischen Bezirke. 40 Prozent der bundesweiten Erträge stammten aus Bayern.

Umbettungsdienst

Axel Bartelt ging auf den Umbettungsdienst des Volksbunds ein, der noch immer nach vergessenen Kriegsopfergräbern suche. Damit habe er 2017 "europaweit 27 000 Toten durch die Umbett-ung ihre Namen und ihre Würde zurückgegeben." Der Verband betreue Gräberstätten "in der Gesamtfläche von 1000 Fußballfeldern". In Osteuropa habe man 2017 den 900 000. Weltkriegstoten in einem Grab "mit ewigem Ruherecht" bestattet. "Auch das hält vor Augen, welches Leid die Weltkriege heraufbeschworen haben."

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