Frater Korbinian König erhält die ewige Profess
Zu jedem guten Werk bereit

Gut gefüllt war die Klosterkirche in Speinshart, um mit Frater Korbinian König die Profess zu feiern.
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Speinshart
03.09.2017
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Als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zur Kirche von Speinshart legte Abt Hermann Josef Kugler Frater Korbinian die Mozetta um.

Es ist ein feierlicher Akt in der Klosterkirche Speinshart. Frater Korbinian König verspricht sich dem Leben in der Gemeinschaft der Prämonstratenser und erhält die Profess auf Lebenszeit.

"Der ewig reiche Gott woll uns in unserem Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben": Das Danklied, in der größten Not des Dreißigjährigen Krieges verfasst, hatte am Samstag Symbolcharakter. Zur Feier der Profess auf Lebenszeit verneigte sich Frater Korbinian König demütig und doch mit einem frohen Herzen vor Gott, "der uns von Mutter Leib und Kindesbeinen an, unzählig viel zu gut bis hierher hat getan". Es waren berührende Momente in der Klosterkirche zu Speinshart, als der Prämonstratenser-Abt von Roggenburg und Windberg sowie Administrator von Speinshart Hermann Josef Kugler in einer feierlichen Zeremonie Frater Korbinian König formell das Versprechen auf ein Ordensleben auf Lebenszeit abnahm.

Bis zum großen Augenblick hatte Frater Korbinian unter anderem eine zweijährige Vorbereitungszeit und dreijährige zeitliche Profess hinter sich, bevor er sich am Samstag endgültig für ein Leben mit den Prämonstratensern von Speinshart entschied und in die Hände des Abtes ein Leben in der Gemeinschaft und nach dem Evangelium Christi versprach. Zeugen des Versprechens waren im überfüllten Gotteshaus der barocken Pfarr- und Klosterkirche auch die Familienangehörigen des Fraters.

Unter den Gästen begrüßte Abt Hermann Josef Kugler Ordensleute aus dem Stift Wilten in Innsbruck mit Abt Raimund Schreier und Prämonstratenser aus Roggenburg, aus dem Stift Schlägl (Oberösterreich) und dem Kloster Neustift/Freising, ehrwürdige Schwestern und viele Freunde und Bekannte aus dem Heimatdorf Oberbibrach. Auch der Speinsharter Bürgermeister und stellvertretende Landrat Albert Nickl und Georg Girisch, Vorsitzender des Fördervereins der Internationalen Begegnungsstätte, zählten zu den Gottesdienstbesuchern. Die Profess auf Lebenszeit ist für den Ordensmann ein weiterer Schritt hin zur Diakon- und Priesterweihe und zu einem Leben mit den Prämonstratensern seiner Heimatpfarrei.

Zu jedem guten Werk bereit lautete am Samstag der Wahlspruch des Profess-Kandidaten. Mit der Unterzeichnung der Profess-Urkunde am Altar der Klosterkirche versprach Korbinian Florian König, "sich der Kirche von Speinshart zu übereignen und ein Leben in gottgeweihter Ehelosigkeit und Gehorsam nach Weisung und Art der Apostel, nach der Regel des heiligen Augustinus und den Konstitutionen des Prämonstratenser-Ordens zu führen", so der Wortlaut der Urkunde.

Nach der Unterschrift und der Gegenzeichnung des Abtes bekräftigte der Administrator von Speinshart die Profess auf Lebenszeit mit den Worten: "Der Herr vollende das gute Werk, das er in Dir begonnen hat." Der Klang der großen Marienglocke und die Fürbitten begleiteten die weiteren Bekenntnisse des Kandidaten zur Ganzhingabe an Gott. Nun formell Neuprofess, folgte die Eingliederung des Fraters zur Kirche von Speinshart. Als äußeres Zeichen legte der Prälat von Speinshart und Abt von Roggenburg und Windberg Korbinian König als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu den Prämonstratensern von Speinshart die Mozetta um.

Vor der Zeremonie hatte Abt Hermann Josef Kugler in seiner Predigt auf die Bedeutung einer lebenslangen Bindung an die Gemeinschaft der Prämonstratenser hingewiesen und den Verzicht auf Optionsmöglichkeiten betont. Dabei legte der Abt dem Frater die Worte des Apostels Paulus an seinen Schüler Timotheus ans Herz: "Bleibe bei dem, was Du gelernt hast, so wird der Mensch Gottes zu dem guten Werk bereit und gerüstet sein."

Der Kirchenmann wünschte dem Neuprofessen die Bereitschaft, nie auszulernen und stets für jedes gute Werk gerüstet zu sein. Auch die Hoffnung nach innerer Stabilität gehörte zu den Ratschlägen des Abtes. "Möge Dir eine innere Bleibe und ein hörendes Herz Heimat und Geborgenheit in Gott geben."

Der Abt verstärkte diese Gedanken mit dem Bild vom Weinstock und den Reben aus dem Evangelium. Wer bleibe, um Frucht zu bringen, der setze sich einem Reinigungsprozess aus, und wer sich vom Weinstock trenne, der werde verdorren, betonte der Ordensmann. Abt Kugler wünschte dem Neuprofessen, den Versuchungen und Optionen des Lebens zu widerstehen. Denn es bleibe immer ein zu wenig, bemerkte der Kirchenmann. "Suche deshalb eine Bleibe bei Gott, dann hast Du einen festen Halt und eine menschliche und geistliche Stabilität und eine wirkliche Heimat und Geborgenheit in Gott mitten in der Unrast unserer Zeit", so der Ratschlag des Abtes.

Begleitet vom herzlichen Beifall der Gläubigen, bedankte sich der Abt zum Schluss des feierlichen Gottesdienstes für die grandiose musikalische Gestaltung. Zu genießen waren unter anderem das Gloria und das Sanctus und Agnus Dei aus der Missa brevis in B von Christopher Tambling. Mitwirkende waren die Chorgemeinschaft Sankt Georg aus Pressath unter Leitung von Kathrin Filbinger, Organist Thorsten Rascher und das Blechbläserquartett René Bauer, Johannes Kellermann, Josef Neubauer und Jonas Bäumler. Nach alter Tradition trafen sich die vielen Gäste und Gottesdienstbesucher nach der Festmesse zu einem Stehempfang im Innenhof des Klosters, um Frater Korbinian zu gratulieren, alles Gute zu wünschen und die Gemeinschaft zu pflegen.
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