Gemeinderat Speinshart startet Ausweisung des neuen Baugebiets "Brandhut" in Zettlitz
Noch mehr Platz für Häuslebauer

Die Baulandoffensive der Gemeinde Speinshart geht weiter. Im Ortsteil Zettlitz entstehen östlich des Dorfes in Richtung Schmierhütte elf neue Bauparzellen. Diese sind ausnahmslos im Eigentum der Kommune.
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Speinshart
17.12.2016
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Landflucht? Nicht in Speinshart. "Wir tun was dagegen", erklärt Bürgermeister Albert Nickl. Sein Rezept: Bauland schaffen. "Krummacker" in Speinshart, "Maifurt" in Tremmersdorf und nun "Brandhut" in Zettlitz heißen die Baugebiete, die besonders junge Leute ermuntern sollen, im Klosterdorf zu bleiben oder nach Speinshart zu ziehen.

"Die Menschen möchten in der Heimat wohnen." Diesen Eindruck gewinnt Albert Nickl immer wieder. Und er weiß: "Ein schönes Baugebiet, das schafft ein Stück Heimat."

Deshalb ist er auf Achse, um Grundstücke für Bauland zu erwerben - mit Erfolg, wie sich spätestens in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend herausstellte: Nach Speinshart und Tremmersdorf, den mit Abstand größten Ortschaften in der Gemeinde, sollen nun im Osten von Zettlitz weitere Bauplätze entstehen. "Der Grunderwerb für elf Parzellen ist abgeschlossen", verkündete der Bürgermeister freudestrahlend. Sein Dank galt dabei den Landwirten für ihre Bereitschaft, ihre Flächen an die Gemeinde zu veräußern. Denn nur dadurch funktioniert die einfache Strategie: erst Grundstücke kaufen, dann als Bauland ausweisen.

Freiheiten für Bauwerber

"Nun können wir loslegen", verkündete Nickl: Es heißt, für das erworbene Areal Baurecht zu schaffen und die Erschließung vorzubereiten. Einen wichtigen Schritt dazu tat der Gemeinderat mit dem Beschluss, das formelle Bauleitverfahren einzuleiten, die Planentwürfe öffentlich auszulegen und die Träger öffentlicher Belange anzuhören. Den Entwurf für den Bebauungsplan hat das Ingenieurbüro Oberndorfer erstellt. Dabei handele es sich um eine großzügige Ausgestaltung mit viel mehr Freiheiten für künftige Bauwerber, merkte der Bürgermeister an.

Grünordnungskonzept

Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer erläuterte im Einzelnen die Grundzüge der Planung und die künftigen Festsetzungen. Dabei verwies er auf sein Grünordnungskonzept "in einem durchgrünten Allgemeinen Wohngebiet" in der Verantwortung der Bauherren, auf die Notwendigkeit der Regenrückhaltung auf den Grundstücken und auf die Ableitung des Niederschlagswassers im Trennsystem. Verbunden damit ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes.

Der Planer erklärte zudem die "masterbauliche" Nutzung künftiger Wohnhäuser, beschrieb Firstrichtungen und Dachneigungen und betonte: "Im Wesentlichen sind die Festsetzungen kein Diktat, sondern dienen dem Nachbarschutz." Oberndorfer legte auch Wert darauf, sauberes Niederschlagswasser auf den Grundstücken zu sammeln, zu nutzen und den Rest gedrosselt in den Regenwasserkanal einzuleiten.

Großzügig bemessen ist die Größe der Parzellen, die zwischen 820 und 1293 Quadratmeter beträgt. Bereits sechs Baubewerber haben Interesse bekundet, gab der Bürgermeister bekannt. Auf einem guten Weg sieht er auch die in Zusammenhang mit den neuen Baugebieten veranlasste Änderung des Flächennutzungsplanes. Dessen Rechtskraft sei auch Voraussetzung für die Errichtung des Kinderspielplatzes auf Höhe des Gemeindeszentrums.

Die Auslegung des Planentwurfs erfolgt vom 23. Dezember 2016 bis 23. Januar 2017. In diesem zeitraum ist der Bebauungsplan auch im Internet einsehbar. Den Satzungsbeschluss für das Baugebiet "Maifurt" in Tremmersdorf kündigte Nickl für die nächste Sitzung des Gemeinderats an.

Münchsreuth: Landkreis zahlt für KanalnutzungKurz vor Jahresende prasselt noch einmal ein Geldregen auf die Klosterdorfgemeinde nieder: Der Landkreis entschädigt sie für die Mitbenutzung des Regenwasserkanals in Münchsreuth. Dort leitet er als Baulasttäger der Straße von der Fahrbahn abfließendes Wasser ein. Für die Direkt- und Indirekt-Einleitungen auf zirka 600 Metern Länge in die Oberflächenwasserkanalisation zahlt der Kreis einmalig 65 420 Euro auf der Basis der Ortsdurchfahrtsrichtlinien des Freistaats.

Den entsprechenden Vereinbarungsentwurf billigten die Räte einstimmig. Noch heuer soll die Summe vom Landkreis "eingetrieben" werden. Der Gemeinde kostete der Neubau des Oberflächenwasserkanals in Münchsreuth 193 000 Euro - 37 000 Euro weniger, als im Haushalt veranschlagt. Da lachten die Herzen der Kommunalpolitiker.

Bürgermeister Albert Nickl informierte über die restlichen Pflanzarbeiten an der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße in Münchsreuth, die aus Witterungsgründen nicht mehr erfolgten. Sie sollen nun im Frühjahr folgen. Die Kostenschätzung betrage zirka 20 000 Euro, 80 Prozent davon übernehme der Landkreis, teilte Nickl mit. (do)


Gemeinderatssplitter: E-Bike-Ladestation im kleinen KlosterhofDas gemeindliche Einvernehmen erteilten die Räte dem Bauantrag von Johann Meyer aus Süßenweiher, der den Neubau eines Wohnhauses im Baugebiet "Krummacker" in Speinshart plant. Auch den beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan stimmte das Gremium zu.

Die Sanierung der "Panoramastraße" ist weit vorgeschritten, teilte Bürgermeister Albert Nickl mit. Aus haftungsrechtlichen Gründen müsse aber die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Barbaraberg und Seitenthal gesperrt bleiben.

Eine gemeinsame Initiative der Landkreise Neustadt/WN, Schwandorf und Tirschenreuth soll die Errichtung von E-Bike-Ladestationen fördern, informierte der Bürgermeister. Auch in Speinshart sei eine Station vorgesehen, und zwar im kleinen Klosterhof neben dem Klostergasthof.

Die Kosten bezifferte Nickl mit circa 1500 Euro; davon sollen die Gemeinden 30 Prozent übernehmen. Aufstellung und Unterhalt verbleiben ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Kommunen.

Neuigkeiten gab es auch zu den Elektro-Tankstellen für Autos. Der Bürgermeister berichtete von einem Beschluss des Kreisausschusses, die Installierung von E-Tankstellen in den Gemeinden einmalig mit 2000 Euro zu fördern. Bei Anpachtung gewähre der Landkreis für vier Jahre einen jährlichen Zuschuss zu den Betriebskosten von 500 Euro. Die Mittelverteilung erfolge nach dem "Windhund-System". Nickl empfahl jedoch, die Details eines geplanten Bundesprogrammes abzuwarten. Damit erklärten sich die Räte einverstanden. (do)
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