Gemeinschaftshalle: Hirthaus-Freunde machen Nägel mit Köpfen - Pläne sind eingereicht
Hoffen auf hohe Förderung

"Wir brauchen in Münchsreuth eine Gemeinschaftshalle, bevor sich die Dorfer- neuerung aus Speinshart verabschiedet." Zitat: Albert Schmid, Vorsitzender des Vereins der Hirthaus-Freunde
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Speinshart
09.04.2018
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Die Münchsreuther Hirthaus-Freunde packen zu. Nach dem Kraftakt zur Sanierung des historischen Hirthauses vor 14 Jahren hat der Verein neue Taten im Blick. Helfen dabei sollen Fördermittel aus dem Programm der Dorferneuerung.

Münchsreuth. "Ehemaliges Hirtenhaus, eingeschossiger, traufständischer Steildachbau aus Sandsteinquadern", heißt es in der Fachsprache des Landesamts für Denkmalpflege. Gemeint ist das Hirthaus, das Anfang des 19. Jahrhunderts für die Ärmsten der Armen des Dorfes errichtet wurde. Heute ist der Bau nach gründlicher Sanierung das Sinnbild des dörflichen Gemeinschaftsgeists.

Seit zwölf Jahren ist es auch das Domizil des Vereins der Hirthaus-Freunde. Zusammen mit der Dorfgemeinschaft schufen die Mitglieder in einer grandiosen Aufbauleistung ein wohliges Zuhause für viele Anlässe. In der Geborgenheit der Wirtsstuben pflegen die Hirthaus-Freunde in ihrem Vereinslokal Tradition, Kultur und Geselligkeit - mit Blick auf die Dorfkapelle nebenan vielleicht auch manchmal innere Einkehr.

Viel Arbeit für Unterhalt

Einkehr hielten die Mitglieder auch in der Jahreshauptversammlung: Eine wichtige Entscheidung stand an. Doch vor weitreichenden Beschlüssen lauschten die Teilnehmer den Jahresberichten des Vorstands. Vorsitzender Albert Schmid hielt in Anwesenheit von Bürgermeister Albert Nickl, einem waschechten Münchsreuther, sowie der Gemeinderäte Roland Lins und Wolfgang Merkl Rückschau auf ein Jahr mit viel Arbeit zum Unterhalt des Gebäudes.

Er erwähnte unter anderem den kostenlosen Einbau von Fliegengittern durch Anton Knier, erinnerte an Renovierungsarbeiten durch Ludwig Geigenmüller sowie Heinrich und Albert Schmid und gab die bevorstehende Anschaffung eines Geschirrspülautomaten bekannt. Zu den weiteren Aktivitäten zählte der Vorsitzende das Maibaum-Aufstellen durch die Dorfgemeinschaft mit Übernahme der Verköstigung durch den Hirthaus-Verein, das "Dorffest" anlässlich der Hochzeit von Wolfgang Merkl und die Festbesuche bei befreundeten Vereinen.

"Im Hirthaus müssen sich die Gäste einfach wohlfühlen", merkte Schmid an und verwies auf zahlreiche Versammlungen und Feiern. Ob als Quartier für Ortsversammlungen, Pfarrgemeinderatssitzungen, Frühschoppen, Weinproben und Stammtischtreffen oder als Wohlfühlort für private Feiern: Das Hirthaus sei eine gute Adresse für schöne Stunden.

Zweiter Fluchtweg fehlt

Sorge bereitet dem Vorstand um Albert Schmid allerdings die Nutzung des Obergeschosses. Wegen des fehlenden zweiten Fluchtwegs sei die Fläche toter Raum, bedauerte Schmid. Gelöst werden könne dieses Problem nur mit einer Außentreppe an der Nordostseite des Hauses.

Als Pächter des im Eigentum der Gemeinde stehenden Hirthauses mahnte er auch eine Kaminsanierung an. Weitere Ausführungen galten dem Vereinsausflug am 10. Juni. Als Bausteine für die Tagesfahrt in die Fränkische Schweiz nannte Wolfgang Seitz die Besichtigung von dörflichen Gemeinschaftshallen, den Besuch des Motorradmuseums in Mönchs und die Einkehr in einem zünftigen fränkischen Wirtshaus.

Nicht mehr los lässt die Hirthaus-Freunde ein bestimmtes Thema: eine Gemeinschaftshalle. Die Diskussion läuft schon seit Jahren, nun werden Nägel mit Köpfen gemacht. "Die Pläne sind eingereicht", teilte Albert Schmid mit. Jetzt hoffe man auf eine baldige Genehmigung und eine hohe Förderung aus Mitteln der Dorferneuerung.

Die Hoffnungen ruhen dabei auch auf Bürgermeister Albert Nickl. Dem Gemeindechef wird zugetraut, ähnlich wie beim Tremmersdorfer Hallenprojekt sprudelnde Geldquellen zu finden.

Wir brauchen in Münchsreuth eine Gemeinschaftshalle, bevor sich die Dorfer- neuerung aus Speinshart verabschiedet.Albert Schmid, Vorsitzender des Vereins der Hirthaus-Freunde


Bewährtes PersonalIn gewohnter Harmonie bestätigten die Mitglieder bei den Neuwahlen die Vereinsführung im Amt. In geheimer Wahl bestellten sie einstimmig Albert Schmid wieder zum Vorsitzenden der Hirthaus-Freunde und Heiner Lehner zu seinem Stellvertreter.

Bewährtes Personal macht auch sonst mit: Die Kasse führt Gerhard Walter, als Schriftführer wurde Wolfgang Seitz bestätigt und Roland Lins sowie Johannes Schmid prüfen wie bisher die Kasse. Als Beisitzer unterstützen Anton Knier, Wolfgang Merkl, Andreas und Irmgard Morgner, Erwin Panzer und Günter Sollner die Vereinsführung. (do)


Gemeinschaftshalle: Gesamtes Dorf ist gefragtBesonders im Hinblick auf die geplante Gemeinschaftshalle warteten die Hirthaus-Freunde gespannt auf das Grußwort von Bürgermeister Albert Nickl. Das "Münchsreuther Kindl" begann mit einem Lob für die Leistungen der Dorfgemeinschaft beim Bau der Kapelle und bei der Sanierung des Hirthauses und bescheinigte ihr insgesamt ein hohes Maß an Gemeinsinn.

"Die Münchsreuther füllen das Gebäude mit Leben", stellte der Bürgermeister mit Blick auf das Hirthaus fest. Um dieses Gemeinschaftserlebnis weiter zu stärken, garantierte er die Unterstützung der Kommune für die gewünschte Gemeinschaftshalle auf der Fläche und anstelle der in die Jahre gekommenen Scheune. Nickl berichtete von Kontakten mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und von der Möglichkeit einer Förderung von circa 60 Prozent. Bei geschätzten Kosten von 60 000 Euro sei allerdings nicht nur der Verein gefordert, sondern die gesamte Dorfgemeinschaft, machte der Bürgermeister deutlich: Die Hilfe zur Selbsthilfe sei Grundvoraussetzung für das Projekt.

Ebenso wichtig sei die Akzeptanz durch das gesamte Dorf. Nur dann werde aus der guten Idee Realität. Der nicht gedeckte Finanzierungsteil bleibe am Verein hängen, betonte Nickl. Förderfähig seien auch die Arbeitsleistungen der Einwohner.

Auf die Brandschutzprobleme im Dachgeschoss des Hirthauses eingehend beleuchtete er die erheblichen Kosten für einen zweiten Fluchtweg. Diese stünden in keinem Verhältnis zu den wenigen Veranstaltungen.

Auch der Münchsreuther Kinderspielplatz war Thema. Der Bürgermeister versprach bei einer Sanierung die Übernahme der Materialkosten durch die Gemeinde. Bei der Wiederbelebung selbst seien jedoch besonders die jungen Väter gefragt, erklärte er und verwies auf positive Beispiele in anderen Ortsteilen. Ohne Arbeitseinsätze gebe es nur eine Alternative: den Abbau der schadhaften Spielgeräte und eine Auflösung des Kinderspielplatzes. (do)
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