10.09.2017 - 15:40 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kloster Speinshart schließt Sanierungsarbeiten ab "Große Zukunft"

Das Kloster Speinshart feiert am 30. September den offiziellen Abschluss der langjährigen Klostersanierung mit einem Festakt. Dann freut sich auch der Verein der Freunde & Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart mit.

Wenn am 30. September bei einem Festakt die langjährige Sanierung des Klosters Speinsharts offiziell abgeschlossen wird, gebührt auch dem Förderverein hohe Anerkennung. Federführend haben die Vereinsmitglieder seit der Gründung im Jahr 1979 beharrlich angeschoben, um das große Ziel der Klostererneuerung und der Gründung einer Internationalen Begegnungsstätte zu verwirklichen. Bilder: do (2)
von Robert DotzauerProfil

Maßgeblich hat der Verein zur rechten Zeit angeschoben und mitgestaltet, um die Prämonstratenser-Abtei zu einem Hoffnungsträger für Glauben, Kultur und Bildung zu entwickeln. Die Freunde Speinsharts dürfen erwartungsfroh dem offiziellen Abschluss der über 20 Jahre dauernden Klostersanierung entgegensehen. Das Geschaffene wird immer mit der Entschlusskraft des Vereins und seiner Gründungsväter verbunden bleiben. Vor 38 Jahren aus der Taufe gehoben, machten sich visionäre Frauen und Männer auf einen langen, beschwerlichen Weg, die Strahlkraft Speinsharts zu stärken. Beim Festakt mit Staatsminister Joachim Hermann dürfen die nun 460 Vereinsmitglieder auf ein großes Werk zurückblicken.

Dieses Gelingen ist auch mit der Entschlusskraft der Gründungsväter des Jahres 1979 verbunden, betont heute Georg Girisch. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Bezirkstags-Vizepräsident ist seit 1992 Vorsitzender des Fördervereins. Er erinnert sich: "Es war damals keine einfache Zeit, den Konvent der Prämonstratenser und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft für die Sache Speinsharts zu motivieren." Wenn jeder nein sagte, sei die Überzeugungsarbeit erst so richtig losgegangen, schildert Girisch die Findungsphase. Der Vorsitzende hebt besonders die Ratschläge des damaligen Staatsministers Gustl Lang hervor. Ein Visionär Gustl Lang sei es gewesen, der bei einem Besuch Speinsharts während der Parlamentsferien den Anhängern der Klosteranlage einen Förderverein empfohlen habe, um mit dem Kloster eine Sanierung anzuschieben.

Klosterperle Girisch

Rasch war sich ein "Freundeskreis Speinshart" um "Anschieber" Girisch und Mitinitiator Prof. Dr. Max Kunz als damaliger Bundestagsabgeordneter mit Unterstützung von erfolgreichen Männern aus der Wirtschaft und Wissenschaft einig, dem Kloster zu neuer Blüte zu verhelfen. Die Vereinsgründung datiert aus dem Jahr 1980. Zum Gründungsvorsitzenden wählte die Versammlung Kunz. Schon wenige Monate später organisierte der Förderverein den ersten Speinshart-Tag mit dem Münchner Professor Dr. Paul Noack

Aus einem Vereinsprotokoll zitierend nennt Girisch namhafte Gestalter und Gründungsmitglieder: Dr. Gerhard Markgraf, Dipl. Ing. Helmut Schaak (Firma Leistritz), Professor Dr. Konrad Ackermann, Dr. Hans-Georg Ritt (Firma Schott), den Bayreuther Uni-Präsidenten Prof. Dr. Wolf, Bürgermeister Josef Scherl, Landrat Christian Kreuzer, die Bezirkstagspräsidenten Johann Pösl und Alfred Spitzner, Dr. Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, und Prior Pater Hermann. Über den gebürtigen Speinsharter Georg Girisch sagt Bürgermeister Albert Nickl: "Es gab keine Persönlichkeit, die in diesem Umfang mehr rannte, rackerte, koordinierte und organisierte, wie Georg Girisch." Der heutige Vorsitzende verdiene deshalb das Prädikat einer Klosterperle.

Mit leuchtenden Augen schildert Georg Girisch die Gründungs- und Findungsphase des Vereins und seiner Ziele, das Kloster wieder zur alten religiösen und kulturellen Blüte zu führen und hinter dem Baudenkmal von europäischem Rang Kulturen aus aller Welt zusammenzuführen. Der Vorsitzende berichtet von großzügigen Spenden der Firmen Leistritz und Markgraf zur Starthilfe und vielen Schriftsätzen, Gesprächen und Verhandlungen. Der Verein habe seit der Gründung die Idee nicht aus den Augen verloren, einen Teil der Räumlichkeiten des Klosters als Tagungsstätte zu nutzen. "Uns allen schwebte das Modell Kloster Irsee vor", erzählt Girisch. Eine schwere Enttäuschung folgte. Ein Planungsauftrag des Bezirks Oberpfalz, nach langem Ringen im Bezirkstag beschlossen, sei dann leider vom bayerischen Innenministerium nicht akzeptiert worden.

Die weitere Entwicklung des Vereins ist spannend und facettenreich. Am 24. Juli 1992 zum Nachfolger von Kunz gewählt, forciert Girisch die Planung einer Internationalen Begegnungsstätte. Das Modell, im Kloster Seminarräume zu schaffen und die Seminarteilnehmer außerhalb des Klosters unterzubringen, wird auch vom Konvent begrüßt. In einem ersten Bauabschnitt unterstützt der Förderverein ab Mai 1996 die 8,5 Millionen Euro teure Sanierung zur Verbesserung der Wohnverhältnisse der Chorherren.

Ziele erreicht

Dem großen Ziel einer Internationalen Begegnungsstätte kommt der Verein mit dem Startschuss des zweiten Bauabschnitts näher. Nur ungern denkt der Vorsitzende an die großen Hürden vor Beginn des zweiten Bauabschnitts zurück, die insbesondere aus dem bayerischen Wissenschaftsministerium kamen. Die Überlegung, die Begegnungsstätte durch den Verein zu führen, habe sich allerdings als immer problematischer herausgestellt. Diesem komplizierten Beziehungsgeflecht macht der Verein mit Übertragung der Aufgaben an das Kloster ein Ende. "Damit waren wir von einer großen Sorge befreit aber auch vom Großteil des Vereinsvermögens", sagt Girisch. Eine Spende von 600 000 Euro fließt zweckgebunden für die Finanzierung der Begegnungsstätte an das Kloster.

Glücklich ist der Vorsitzende mit dem Erreichen aller gesteckten Ziele. Klostersanierung, Restaurierung der Klosterkirche und ein praktisch neuer Klostergasthof mit einem Investitionsvolumen von insgesamt fast 30 Millionen Euro, das Tagwerk ist vollbracht. Und doch denkt ein nie rastender Vereinschef über weitere Projekte nach. "Kloster und Begegnungsstätte haben eine große Zukunft." Felsenfest glaubt der Ex-MdB an die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte Speinshart. Um das religiöse und kulturelle Leben im Kloster dauerhaft zu sichern, seien allerdings weitere Kraftakte unerlässlich. "Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Begegnungsstätte für manche Veranstaltungen zu klein ist." Hintergrund

Hintergrund

"Nachwuchs bedeutet Zukunft"

Speinshart. (do) Girisch wünscht sich einen größeren Versammlungsraum und eine Erweiterung der Bettenkapazitäten. Auch dem Kloster gönnt er mehr Nachwuchs. "Nachwuchs bedeutet Zukunft", argumentiert er. Selbstverständlich ist für den Vorsitzenden die Fortsetzung der beliebten Speinshart-Tage mit ihrem vielseitigen Programm. Die Strahlkraft der Speinshart-Tage mit Festvortrag, Konzert und anschließender freundschaftlicher Begegnung gehöre zum Credo Speinsharts, im Glauben und mit Kunst und Kultur ein lebendiges Zeugnis der Hoffnung abzulegen. Doch das große Werk bedürfe dauerhafter Unterstützung. Dazu könne jedermann mit dem Beitritt zum Verein der Freunde und Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Speinshart e.V. einen persönlichen Beitrag leisten.

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