03.04.2018 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

KSK Speinshart blickt auf Jubiläum im nächsten Jahr - Fest soll nicht pompös und ohne ... Im 100. Kameradschaftsjahr

Es gibt zwar nur noch einen lebenden Kriegsteilnehmer in den Reihen der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Speinshart. Doch der Dank an alle, die in Treue zur Heimat ihr kostbarstes Gut - ihr Leben - opferten, bleibt ewig. Die KSK steht für gelebte Erinnerung, wie in der Jahreshauptversammlung einmal mehr zum Ausdruck kommt.

von Robert DotzauerProfil

Speinshart/Süßenweiher. "In Treue fest", hieß es bei der Zusammenkunft in der Gaststätte Süßenweiher. Ob Vorsitzender Max Wagner, KSK-Kreisvorsitzender Richard Hofmann oder Bürgermeister Albert Nickl: Sie alle beschworen nach dem unsäglichen Leid vergangener Kriege eine bessere Zeit - und den Geist der Kameradschaft. 30 Männer, unter ihnen Ehrenmitglied Reinhold Reinl, waren gekommen, um Zuversicht zu verbreiten und neue Kraft für zukünftige Aufgaben zu schöpfen.

Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder stand zunächst die Rückschau auf die Vereinsarbeit 2017 im Mittelpunkt der Ausführungen von Vorsitzendem Max Wagner. Der Barbaraberger erinnerte in zeitlicher Reihenfolge an die wichtigsten Veranstaltungen im Jahreslauf und hob dabei die Übungs- und Kreisvergleichsschießen, das Gästeschießen bei der Bundeswehr in Weiden und die Mitorganisation des Volkstrauertags hervor.

Zur Rückblende gehörte auch eine Bilanz der Kriegsgräbersammlung. Das Ergebnis von 1531 Euro nannte Wagner rekordverdächtig. Im Vergleich zur Einwohnerzahl rangiere Speinshart damit bei der Spendenbereitschaft mit an der Spitze der Oberpfalz. Der Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auf eine Feierstunde in der Internationalen Begegnungsstätte mit Auszeichnung der aktivsten Ortsvereine.

Im Kloster präsent

Einen großen Stellenwert nimmt bei der KSK die Unterstützung der Kloster-Aktivitäten ein. Max Wagner erinnerte beispielhaft an das Mitwirken bei der Klosternacht mit der Abordnung einer Klosterwache, bei der Primiz, bei der Priesterweihe und bei den Fronleichnamsprozessionen in Speinshart und Tremmersdorf. Im gesellschaftlichen Bereich unterstrich er besonders die Präsenz des Vereins beim Jubiläum der Feuerwehr Tremmersdorf und verwies auf weitere Veranstaltungen auf Einladung der Gemeinde sowie vereinsinterne Termine. Der Jahresbericht endete mit einem Dank an alle Kameraden für unterschiedlichste Dienste. Als Beispiele nannte der Vorsitzende die Pflege des Kriegerehrenmals und den Großeinsatz der Mitglieder bei der Kriegsgräbersammlung. Gerührt dankte Wagner auch für die vielen Genesungswünsche.

"100 Jahre KSK Speinshart", hieß es in seinem Ausblick auf das Vereinsjubiläum 2019. Der Vorsitzende schlug den Mitgliedern vor, dieses nicht pompös, aber dennoch dem Anlass entsprechend ohne finanzielles Risiko zu feiern. Deshalb schloss er den Aufbau eines großen Festzeltes aus. Als für die Jubiläumsfeier gut geeignet bezeichnete er den Vorplatz der Wieskapelle. Bei schlechten Wetterverhältnissen soll das Gemeindezentrum als Lokalität dienen.

Offen ließ Wagner die Frage nach einem zweitägigen Fest. Vorsorglich sei als Termin der 25. und 26. Mai 2019 eingeplant. Er hofft zudem auf eine Einbindung der Weidener Pateneinheit der Bundeswehr. Im Einzelnen denkt der KSK-Chef an einen Festgottesdienst am Sonntag mit anschließendem Gedenken am Kriegerehrenmal, danach einen Frühschoppen und einen gemütlichen Festnachmittag. Musikalisch sollen die Blaskapelle aus Creußen und die "Klosterbläser" das Jubiläum bereichern. Einige Zuhörer wollten die Schönwetter-Garantie Pater Adrian Kugler übertragen. "Dann müsst Ihr bis Mai 2019 auch daran arbeiten", forderte der Ortspfarrer daraufhin hintergründig. Und er wusste noch genau: "Auch vor 10 Jahren gab es einen verregneten Sommer; beim Jubiläum herrschte dann strahlender Sonnenschein." Im Namen der Pfarrei dankte Pater Adrian für die Übernahme vielfältiger Dienste.

Shirts mit Vereinslogo

Schlusshinweise galten dem ausgebuchten Vereinsausflug im Mai nach Ungarn mit einem versierten Reiseleiter: Die Kameradschaft wird von Uwe Patz, dem Verbindungsoffizier der Bundeswehr bei den ungarischen Streitkräften, begleitet.

Anlässlich der 100-Jahr-Feier regte stellvertretender Vorsitzender Helmut Schmidt an, die Mitglieder mit Poloshirts mit eingesticktem Vereinslogo auszustatten, und nannte die gelungene Präsentation der Feuerwehr Speinshart als Beispiel. Für die Anschaffung stellt er sich bei geschätzten Kosten von 25 Euro je Shirt einen Vereinszuschuss von 50 Prozent vor. Eine Entscheidung will der Vorstand nach einer Mitgliederbefragung treffen.

"Oberpfälzer Spitze"

Bürgermeister Albert Nickl gratulierte einem Traditionsverein mit bayerischer Identität. Auf die Ehrung für die großartigen Ergebnisse bei den Kriegsgräbersammlungen blickend bezeichnete er die Krieger- und Soldatenkameradschaft als "Oberpfälzer Spitze". Das Sammelergebnis in Speinshart sei fast um das Sechsfache höher als der Spenden-Durchschnitt in der Oberpfalz.

Der Bürgermeister freute sich zudem über die gute Entwicklung der neuen Patenschaft mit einer Bundeswehr-Einheit. "Es bestehen Pläne zum Mitwirken beim Bürgerfest und beim Volkstrauertag", verriet Nickl. Er zeigte sich optimistisch, die Pateneinheit auch zu einer Beteiligung an der 100-Jahr-Feier der KSK zu bewegen. Der Bürgermeister dankte ferner der Krieger- und Soldatenkameradschaft für das gute Einbringen ins Gemeindeleben.

Als großen Versöhnungsbeitrag bezeichnete Kreisvorsitzender Richard Hofmann die Kriegsgräbersammlungen der KSK Speinshart. Er würdigte zudem die Vielfalt der Vereinsaktivitäten, lobte das starke Sportschützenteam und dankte Max Wagner für die Unterstützung auf Kreisebene. Nicht zuletzt wies Hofmann auf mehrere Termine des Kreisverbandes hin. (do)

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