01.09.2017 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Magere Apfelernte Schaumgebremster Mostbeginn

Apfelbauern im Bodenseeraum befürchten die schlechteste Ernte seit Jahren. Frost hatte im Frühjahr die Blütenpracht der Obstbäume beschädigt. Auch bei uns befürchten viele "Kleinplantagenbesitzer" eine nur mäßige Apfelernte.

Obwohl die Ernte heuer schmäler ausfallen wird - frischer Saft aus eigenem Obst wird auch in diesem Jahr geschätzt. Ab Samstag geht die Haselbrunner Mosterei wieder in Betrieb. Bild: gpa
von Georg PaulusProfil

Haselbrunn. "Jedes zweite Jahr bringen Obstbäume wenig Früchte, jedes vierte Jahr ist für Obstbaumbesitzer ein besonders schlechtes Jahr", weiß Maria Ott aus Erfahrung. Die Leiterin der Haselbrunner Mosterei kann dies mit ihren Aufzeichnungen belegen. Wenn heuer ein schlechtes Jahr für Obstbauern ist, ist das den frostigen Tagen während der Baumblüte anzulasten.

Weniger Züchter

Noch größere Sorgen bereitet der naturkundigen Mosterei-Leiterin, dass die Zahl der Bienenzüchter und damit verbunden die für die Bestäubung der Blüten wichtigen Insekten von Jahr zu Jahr weniger wird. "Es ist eine große Gefahr für den Fortbestand heimischer Obstsorten", sagt Maria Ott.

Aber nicht allein der Frosteinbruch, der die in Blüte stehenden Bäume überraschte, ist Schuld für das schlechte Erntejahr, stellt die Mosterei-Chefin fest und weist auf Krankheiten wie den "Apfelschorf" hin. Die Früchte haben erst einzelne, später größer werdende graue Flecken. Wenn die Früchte wachsen, bilden sich ver- korkte Risse. Der Schorf ist sehr lange richtig fest, durch Regen zerplatzt er und Wasser dringt in die Frucht, die Fruchtfäule setzt ein, der Apfel ist dahin.

"Stippigkeit" ist eine weitere Krankheit bei Äpfeln. Der Schaden wird erst mit dem Durchschneiden einer Frucht sichtbar. Im Fruchtfleisch unter der Schale, vorwiegend im Kelchbereich, befinden sich bräunliche Stellen mit abgestorbenem Gewebe, verursacht durch Unterversorgung mit Kalzium. Als einen gefährlichen Schädling bezeichnet Maria Ott besonders den "Apfelwickler", durch ihn wird jedes Jahr ein beträchtlicher Teil der Ernte vernichtet. Er verursacht viel wurmstichiges Obst, innerhalb von drei Tagen nach der Ernte ist der Fäulnisbeginn.

Vorherige Anmeldung

Obwohl alle Prognosen darauf hin- deuten, dass es heuer 50 Prozent weniger Obst geben wird, wird am Samstag, 9. September, um 14.30 Uhr in der Haselbrunner Mosterei mit der Safterzeugung begonnen. Weil es sich in den vergangenen Jahren bestens bewährt hat, wird um Anmeldung unter der Telefonnummer 09645/1631 gebeten. Dadurch können im Interesse aller Kunden Wartezeiten vermieden werden.

Jedes zweite Jahr bringen Obstbäume wenig Früchte, jedes vierte Jahr ist für Obstbaumbesitzer ein besonders schlechtes Jahr.Maria Ott, Leiterin der Haselbrunner Mosterei

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