19.09.2017 - 20:00 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Speinsharter feiern Kirwa Kloster, Kirwa, Kindersegen

er Nächte sind lang und temperamentvoll. Am Kirchweih-Samstag bewiesen die "Klousterer" und mit ihnen viele junge Leute aus der Region einmal mehr ihre Kondition in vielen Bereichen. Nach Sitzplätzen suchten viele Gäste im überfüllten Gemeindezentrum vergebens.

Nach dem "ozapt is" durch Bürgermeister Albert Nickl stießen der Gemeindechef (Zweiter von rechts), das Führungsteam der Katholischen Landjugend und Frater Korbinian (rechts) auf eine zünftige Kirwa an. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Was die Speinsharter Landjugend anpackt, trifft ins Volle. Die jungen Leute verstehen sich aufs Feiern und auf Kultur- und Brauchpflege. Schon das Austanzen des Kirwa-Baumes mit den feschen Tanzpaaren der Landjugend am Freitag begeisterte die Massen. Am Samstagabend hieß es dann bei einer "Nacht der Tracht", so das Motto des Kirchweih-Tanzes im Gemeindezentrum, Feiern bis der Tag anbricht. Befeuert von den heißen Rhythmen der Band "Saggradi" legten Jung und Alt ein rauschendes Bekenntnis zu Oberpfälzer Gemütlichkeit ab.

In nichts nach stand Bürgermeister Albert Nickl dem Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter, der zum Start des Oktoberfestes mit zwei Schlägen das erste Fass Bier anzapfte. Auch der Speinsharter Regierungschef bewies diese Begabung. Nach zwei Schlägen auf die Reibn flossen zunächst einige Seidla Freibier für die Organisatoren um Philipp Seitz, Johanna Nickl und Frater Korbinian. Der volksnahe Ordensmann gehörte anschließend auch zum emsigen Service-Personal, das beim ständigen Ruf nach "Bier her oder ich fall um" Schwerstarbeit verrichten musste. Eine Groß-Bar bot Ersatz oder ergänzte den Ruf nach flüssigem Brot.

Längst gehört zum Speinsharter Kirwa-Tanz das Derblecken. Am Samstagabend verriet ein Sextett Dorfgeheimnisse. Die Informationen in Gstanzlform von Helena Diepold, Max Rodler, Christopher Schleicher, Sabrina und Philipp Seitz sowie Eva Zeitler offenbarten mit hintergründigen Bemerkungen ein Gemeindeleben, wie es leibt und lebt. "In der Reißn" hatten die "schneidigen Sechs" besonders Ereignisse hinter den Klostermauern, die Fußballkünste der Dorfkicker und die Feierlaune einiger Vereine. "Es is in da Gmoi a haffa bassiert, drumm homma gründlich recherchiert."

Sogleich knöpften sich die Akteure das Fest der Feuerwehr Tremmersdorf vor: "Die Tremmersdorfer hom am Faschingszug Werbung gmacht, bis da Wong is zamkracht." Eine Panne scheint es auch beim Atemschutzlehrgang gegeben zu haben. "Der Atemschutz war a grouße Ehr für döi gloine Wehr, aber zum Lehrgang worn die Flaschen leer." "Ned blous bei da Wehr doud as Böia laffn, am Bauwong an da Creißn döins a gscheid saffn", hieß es dann. "Jobos" Priesterweihe nahm das Sextett zum Anlass, auf die kulinarischen Genüsse nach dem Festgottesdienst hinzuweisen: "Glei drei Sei homs aftischt, so dass jeder houd wos dawischt." Ans Licht kamen geheimnisvolle Vorgänge hinter Klostermauern. "Im grünen Salon homs alle mit fül Wein afghaut, woid Feierwehr beim Fehlalarm neischaut."

Zur Sprache kam auch die letzte Klosternacht als Mega-Gedächtnisandacht. "Kumma san d'Leit as da ganzn Welt, gseng homs ned vül, trotz a haffa Eintrittsgeld." Nach Beobachtungen über die Bauhofarbeiter standen die freiwilligen Arbeitseinsätze der Speinsharter und des Gemeinderates im künftigen Kultur- und Bürgerhaus im Blickfeld. Zweifel wurden am Aufwand für das Gebäude und auch über die Arbeitsleistung des Bürgermeisters laut: "Der Albert wor am Dochbuhn druman, dass der nix gorbat houd, dou braucht ma se ned wunan." Immer im Dienst läutete selbst in der Osternachtsfeier in der Klosterkirche das Handy des Bürgermeisters. Deshalb fanden die Sänger: "Su weyh jeds Joar in der Osternacht, is n Albert sei Handy ganga, su dass jeder wor wach. Deshalb sollt a mal wos springa loua, fia doi ganze Gmoi, wir finden, des moua." Die Freud und das Leid des FC Tremmersdorf/Speinshart formulierten die Gstanzlsänger in den Vers: "Das Beste san die Spoinsada Feste, doch zur Rocknacht des FC, hom gfehlt die Gäste. Wichtig is owa, dass sie die Fußballkünste behaltn. Den Nichtabstieg homs heia gschafft, gfeiert homsn wöi a Meisterschaft."

Schließlich kamen auch Hochzeiten und der Kindersegen bei engagierten Vereinsvertretern und Gemeinderäten zur Sprache. Das Quintett spekulierte über die "Familie Kelly", "Herlenzens Schwangerschaft" und die Mega-Hochzeit der Bürgermeister-Tochter mit einem "Baron".

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