11.10.2017 - 18:52 Uhr
SpeinshartOberpfalz

5. Kongress "Führung mit christlichen Werten" Respekt vor den Mitarbeitern

Der "Botschafter des Papstes" in Deutschland tauscht sich mit Oberpfälzer Unternehmern aus. Die Pflicht zum Gehorsam zählt nach Ansicht des Apostolischen Nuntius zu einer Tugend. Noch bedeutsamer ist für den Erzbischof ein anderer Gesichtspunkt.

Der Initiator des Kongresses, Leonhard Zintl (links), im Gespräch mit dem Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic. Bilder: cf (3)
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Dr. Nikola Eterovic stellt beim Kongress "Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten" in der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart die "Absolutheit der menschlichen Würde" heraus. Der Spitzendiplomat empfiehlt den mittelständischen Unternehmern deshalb, respektvoll mit den Mitarbeitern umzugehen. Ein Fundament dabei sei die katholische Soziallehre.

Mehr als ein Dutzend Sprachen beherrscht der 66-jährige Würdenträger fließend. Bescheiden plaudert der Interessensvertreter des Heiligen Stuhls in Deutschland unter der Moderation von Professor Wilfried Mödinger über seinen Werdegang als kirchlicher Diplomat auf verschiedenen Kontinenten. Vor seiner Berufung auf die Schlüsselposition nach Deutschland Ende 2013 wirkte der Kroate fünf Jahre lang als Nuntius in der Ukraine. Erzbischof Eterovic lobt die "Großzügigkeit" der deutschen Katholiken für soziale Belange in aller Welt - und bezeichnet diese materielle Unterstützung als "wichtig für die soziale Mission": "Denn der Vatikan ist nur reich an Kultur." Aus seiner Bewunderung für das Kirchensteuer-System und seiner Sympathie für den "christlich geprägten Sozialstaat" macht er keinen Hehl.

"Aktive Rolle" des Papstes

Vorsichtig äußert sich der Nuntius zur angestrebten Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien ("eine schwierige Situation"). Unterm Strich sieht er die Aufgabe eines katholischen Diplomaten darin, die weltweiten Konflikte mit "Glaube, Gerechtigkeit und Liebe" zu entschärfen. Er verweist auf die "aktive Rolle" von Papst Franziskus bei der Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba sowie beim Friedensprozess in Kolumbien. Ganz Diplomat, beschwört Dr. Nikola Eterovic die "harmonische Entwicklung der Völker und Länder unsere Erde".

Zurückhaltend bewertet der Nuntius die Chance auf einen Besuch des Papstes in Deutschland. Es liege zwar eine Einladung des Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin vor, "aber Franziskus liebt mehr die Peripherie". Insgesamt setzt der Erzbischof große Hoffnung auf die "Kraft des Heiligen Geists" bei der Lösung der weltweiten Probleme.

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