"Glaubensbekenntnis" für Unternehmer: Führung ist da, um dem Leben zu dienen
"Man muss die Menschen mögen"

"Es reicht nicht, dass der Chef sagt: "Macht mal."" Zitat: Professor Dr. Bernt Mayer
Wirtschaft
Speinshart
11.10.2017
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"Die Menschen sind in der Arbeit am glücklichsten: Sie besitzt Struktur, man wird gebraucht und erhält Anerkennung; der Umgang mit den Kollegen tut gut." Professor Dr. Bernt Mayer überrascht beim 5. Kongress "Agiles Führen mit christlichen Werten". Der neue Dekan der betriebswirtschaftlichen Fakultät an der OTH Amberg-Weiden interpretiert den Begriff "agil" mit flexibel und beweglich - nämlich Regeln zu entwickeln, wie hochqualifizierte Leute in einem kreativen und humanen Betriebsklima zusammenarbeiten. "Es reicht nicht, dass der Chef sagt: 'Macht mal.'" Es sei die wichtigste Aufgabe der Führungskräfte, die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit zu vermitteln.

Professor Mayer erkennt einen Trend "weg vom Großraumbüro hin zu kleineren, kommunikationsfördernden Einheiten für vier bis sechs Mitarbeiter". Der Referent betont die vier "M" für Führungskräfte: "Man muss Menschen mögen." Als "Management-Krankheiten" - frei nach Papst Franziskus - identifiziert er "sich unersetzlich und unangreifbar zu halten", "Planungswut und Funktionalismus", "Rivalität und Ruhmsucht" sowie das Aufsetzen einer "Leidensmiene" ("Enthusiasmus ist vonnöten"). Die OTH-Studentin Anja Speckner bricht die Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia mit seiner "geerdeten Spiritualität" auf das Management herunter: "Führung ist da, um dem Leben zu dienen" (kontrollierter Kontrollverlust); "sich nicht in alles einmischen"; "Informationen weitergeben"; "mit dem Herzen denken und die Menschen lieben".

"Pflänzchen" pflegen

Im Zuge ihrer (empirischen) Bachelor-Arbeit führte Speckner zwölf Interviews zum Begriff "Agilität", die nach ihrer These den Unternehmen vor allem dabei hilft, langfristig überlebensfähig zu sein. "Agile Werte" wie Transparenz, Offenheit und Mut beinhalten demnach Vertrauen und Verbundenheit, Vernetzung und Kollaboration ("kein Platz für Silo-Denken"), Team-Denken sowie Gleichberechtigung und Partizipation. "Agilität braucht veränderte Führung", wirbt Speckner dafür, Verantwortung zu delegieren und den Mitarbeitern Vertrauen zu schenken ("weg von Command und Controll"). Eine Führungskraft sollte das eigene Tun immer hinterfragen und mit positiver Grundhaltung Offenheit an den Tag legen. "Der Chef muss Unterstützer, Befähiger und Partner auf Augenhöhe sein." Anja Speckner vergleicht den Unternehmer mit einem "Gärtner, der seine Pflänzchen pflegt".

Es reicht nicht, dass der Chef sagt: "Macht mal."Professor Dr. Bernt Mayer


Der Chef muss Unterstützer, Befähiger und Partner auf Augenhöhe sein.Anja Speckner, OTH-Studentin
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