17.06.2020 - 18:26 Uhr
AmbergSport

Trotz Corona-Lockerung: In vielen Hallen ist kein Sport möglich

"Ab 8. Juni 2020 ist Indoor-Sport mit bis zu 20 Personen wieder möglich!" Wer dachte, dass mit dieser Ankündigung die Handballer, Basketballer und Volleyballer in der Halle trainieren können, machte die Rechnung ohne die Kommunen.

Nix zu tun am Netz: Wie hier die Volleyballer des VC Amberg, dürfen etliche andere Sportler nicht in die Halle.
von Gerd SpiesProfil

Denn Städte und Gemeinden fungieren in der Regel als Betreiber der Hallen. Die meisten von ihnen sperren die Hallen weiterhin für ihre Sportler zu. Mit fatalen Auswirkungen für die Mannschaften in Sachen Saisonvorbereitung.

"Die Befürchtung, dass wir ohne Vorbereitung in die Saison starten müssen, wird immer größer", sagt Lisa Lederer vom SV Hahnbach. Weil die Schule laut Aussagen ihres Rektors die Sporthalle braucht, um während des allgemeinen Schulbetriebs die Abstandsregeln und Hygienevorschriften für ihre Schüler einhalten zu können, bleibt die Josef-Graf-Halle auch für die Regionalliga-Volleyballer zumindest bis Ende des Schuljahres gesperrt.

Jugendarbeit in Gefahr

Damit drohe laut Lederer unter anderem die Gefahr ungleicher Wettbewerbsbedingungen, wenn anderen Vereinen ihre Sporthalle schon früher zur Verfügung stehe. Es geht aber auch um die vielen Kinder und Jugendlichen, für die der Verein endlich wieder ein Sportangebot bereitstellen will. "Wissen die Kommunen eigentlich, welche Fesseln hier den Vereinen bei ihrer Jugendarbeit angelegt werden?", fragt Lederer, die im Volleyballbezirk als Jugendwartin fungiert. Nicht anders geht es den Amberger Sportvereinen, denen am 15. Juni eine Mitteilung des Schul- und Sportamts ins Haus flatterte, wonach sämtliche Schulsporthallen und Schulsportanlagen bis Ende August 2020 geschlossen bleiben.

Lösung dringend erforderlich

Diese ernüchternde Nachricht hätte für die Regionalliga-Volleyballer des VC Amberg zur Folge, dass ihre Saisonvorbereitung ins Wasser fällt. "Wenn sich die Mannschaft nicht ordentlich vorbereiten und sich nicht mit ihrem neuen Zuspieler einspielen kann, braucht sie gleich gar nicht in der Regionalliga antreten", sieht Teammanager Gerd Spies die Zukunft für das VC-Team unter diesen Bedingungen düster. Er fordert daher dringend, hier eine Lösung zu finden. Die gleiche Meinung vertritt Michael Gröber: "Ich weiß, dass die Politik versucht, den besten Weg zu gehen. Aber wenn Fitnessstudios öffnen, dann muss das doch auch in einer Sporthalle möglich sein", erklärt der Basketballabteilungsleiter des TV Amberg, dessen Herrenmannschaft in der Bayernliga spielt. "Uns geht es auch darum, dass die vielen Kinder, die bei uns trainieren, wieder die Aussicht haben, dass es weitergeht. Wir befürchten sonst, dass die Kinder irgendwann keine Lust mehr haben." Gröber glaubt, dass die Hausmeister die notwendige Aufsicht in der Halle ausüben könnten - aber nicht unbedingt mit permanenter Anwesenheit glänzen müssten: "Die Polizei ist ja auch nicht 24 Stunden im Fitnessstudio und kontrolliert."

Die Basketballer des Regionalligisten DJK Neustadt/Waldnaab dürfen zumindest mit jeweils fünf Personen in die kleine Halle der Mittelschule - eine Stunde lang, mehr ist nicht erlaubt.

Ihre eigentliche Trainingsstätte, die Sporthalle des Gymnasiums, bleibt gesperrt. Der Grund: Sie ist nach wie vor für einen Katastrophenfall vorgesehen und entsprechend bestuhlt.

Verlierer sind mal wieder die Kinder

Amberg
Hintergrund:

In Schwandorf alles dicht, in Wiesau geöffnet

Für die Schwandorfer Sportvereine bleiben die Hallen ebenfalls zugesperrt. Thomas Fink, der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport in Schwandorf verschickte am 5. Juni an die Vereine des Landkreises die Nachricht, dass zumindest bis zum Beginn der Sommerferien die städtischen Schulturnhallen und die Oberpfalzhalle für den Sport- und Trainingsbetrieb der Vereine gesperrt ist. Diese Sperrung habe aber nur indirekt etwas mit Corona zu tun, erklärte Maria Schuierer, die Pressesprecherin der Stadt Schwandorf. Auch hier würden die Schulen ihre Sporthallen für die Einhaltung ihrer Corona-Beschränkungen benötigen. Und die Oberpfalzhalle werde für Stadtratssitzungen, Prüfungen der IHK etc. gebraucht.

Damit müssen die beiden Landesliga-Mannschaften des VC Schwandorf, die Herren- und die Damenmannschaft, mit der Vorbereitung auf ihre Landesliga-Saison vermutlich noch mindestens bis August warten.

Die Tischtennis-Sparte des TB Jahn Wiesau hat dagegen am Montag das Training in der Turnhalle der Mittelschule gestartet. Die Jugendlichen freuten sich riesig, wieder ihrem Sport frönen zu dürfen. Immerhin gab es eine dreimonatige Corona-Zwangspause. (gsp)

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