06.06.2018 - 20:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Clubberer-Treffen in Weiden

Sie hätten fast selbst eine Mannschaft bilden können: Die einstigen Spieler des 1. FC Nürnberg, die am Sonntag beim Legendenspiel in Weiden aufliefen.

Pavel Kuka.
von Josef Maier Kontakt Profil

(mr) Was für Namen internationaler Top-Clubs in der Fußball-Provinz: Als vergangenen Sonntag die Tschechen zum Legendenspiel gegen die "Bananenflanker" nach Weiden reisten, entstiegen dem Bus auch einige Spieler, die die ganz große Fußballwelt gesehen haben: Klar, Pavel Nedved ist und war eine Ikone bei Juventus Turin. Karel Poborský stürmte für Manchester United und Benfica Lissabon, Radek Bejbl war lange Jahre bei Atletico Madrid unter Vertrag. Zu den großen Namen der Fußballwelt gehören auch Borussia Dortmund und Schalke 04. Jan Koller spielte bei den Schwarz-Gelben, Radek Latal bei den Königsblauen.

Nikl neun Jahre lang da

Koller hat aber noch eine andere, wenn auch nicht so intensive Vergangenheit: Der Tschechen-Riese spielte ein halbes Jahr (Januar bis Juli 2008) auch für den 1. FC Nürnberg. Vier weitere tschechische Spieler, die einmal beim fränkischen Traditionsclub unter Vertrag waren, standen in Weiden auf dem Platz. Marek Nikl (1998 bis 2007) verbrachte einen Großteil seiner Karriere beim FCN. Auch Pavel Kuka (Saison 1998/99) oder Torwart Jaromír Blažek (Saison 2007/08) spielten einst für die Franken. Lubos Kubík, der auch für den AC Florenz spielte, stand zwei Jahre (1993 bis 1995) in Nürnberg unter Vertrag. Auch der einstige Club-Betreuer Albert Üblacker aus Falkenberg freute sich am Sonntag über das ein oder andere Gespräche mit den Spielern, für die er einst gesorgt hatte.

"Ich bin auch heute öfter beim Club", erzählte Kuka in der Oberpfalz. "Als Spielerberater muss ich natürlich immer wieder mal da sein." Kuka wohnt in Prag. In gut zwei Stunden erreicht er über die A6 Nürnberg. Den Weg zuletzt hat er intensiv verfolgt: "Es wichtig, dass dieser Traditionsclub wieder in der Bundesliga spielt." Vom Klassenerhalt ist er fest überzeugt. Obwohl seine einzige Saison in Nürnberg so bitter endete , erinnert sich der bald 50-Jährige gerne an die Zeit beim Club: "Ich hatte sofort einen guten Kontakt zu den Fans, sie haben mich wunderbar aufgenommen." Seine persönliche Bilanz konnte sich auch sehen lassen: In 28 Spielen erzielte der vom 1. FC Kaiserslautern gekommene Stürmer 10 Tore. "Ich kann es heute noch nicht glauben, dass wir damals abgestiegen sind." An diesem letzten Spieltag im Mai 1999 schien der Club gesichert. Am Ende verlor er aber 1:2 gegen Freiburg, Frankfurt besiegte Kaiserslautern mit 5:1. Der Club stürzte noch ab, ganz Nordbayern weinte. Kuka: "Niemand von uns hatte damit gerechnet." Der Stürmer zog zum VfB Stuttgart weiter.

Kollers große Freude

Nur ein halbes Jahr spielte Koller für den Club. Kontakte nach Nürnberg seien kaum noch da, sagte er in Weiden. "Aber ich freue mich, dass dieser Verein aufgestiegen ist. Er gehört in die erste Liga."

Auch bei den "Bananenflankern" standen einige Spieler mit FCN-Vergangenheit im Team: Michael Wiesinger, Zvejzdan Misimovic, Thomas Ziemer und Andi Wolf. Letzterer war vor zwei Jahren nicht ganz geräuschlos aus dem Trainerstab des Club-Nachwuchses ausgeschieden. Sein Herz schlägt aber immer noch für den Club: "Es ist eine Riesensache für den Verein und die Fans. Alle sind froh über den Aufstieg."

Pavel Kuka stürmte einst für den 1. FC Nürnberg. Den Abstieg 1999 hat er immer noch nicht verdaut.

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