04.08.2020 - 19:16 Uhr
Sport

DAZN sichert sich größtes TV-Paket an der Champions League

Ab 2021 laufen die Live-Übertragungen der Champions League bis auf das Finale im Internet - bei DAZN und Amazon. Doch in einigen Regionen Deutschlands ist das Netz schwach.

Die Champions League wird ab 2021 vor allem auf DAZN übertragen. Foto: Ina Fassbender/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin (dpa) - Für Fußballfans führt ab dem kommenden Jahr kein Weg mehr an DAZN vorbei. Der kostenpflichtige Internetanbieter hat sich das mit Abstand größte Rechtepaket für die Champions League von der Saison 2021/22 an gesichert.

Dazu gehören für drei Spielzeiten 121 von 137 Live-Spielen der Königsklasse sowie der Europäische Supercup, die Konferenzen und die Highlight-Berichterstattung. Da auch Amazon 16 Partien für sein Streamingangebot Prime gekauft hat, laufen - bis auf das Endspiel - die Champions-League-Partien nur im Internet.

Der erst seit 2016 aktive Streamingdienst DAZN stach im Wettbieten um die Champions-League-Rechte den etablierten Pay-TV-Anbieter Sky aus und hatte sich zudem schon 106 Bundesliga-Partien am Freitag und Sonntag von 2021 an gesichert. Damit habe der Internetanbieter ein Angebot, „das uns zur neuen Nummer 1 für alle Fußball-Fans in Deutschland machen wird“, sagte Deutschland-Chef Thomas de Buhr.

Für 11,99 Euro im Monat (oder 119,99 Euro im Jahr) bekommen Sportfans bei DAZN eine umfangreiche Auswahl, nach eigenen Angaben 8000 Livesport-Übertragungen pro Jahr. Auf der anderen Seite wird es für den Zuschauer eher unübersichtlich. Um die freie Auswahl bei den Live-Übertragungen von den Europapokal-und Bundesliga-Spielen zu haben, sind von 2021 an vier verschiedene Abonnements notwendig.

Problematisch wird es zudem für Menschen, deren Internet nicht ausreichend ist. DAZN nennt als empfohlene Mindestgeschwindigkeit für die Nutzung in HD-Auflösung auf einem TV-Gerät 6 Megabit pro Sekunde. Das ist zwar ein niedriges Tempo gemessen an den superschnellen Gigabit-Leitungen - es ist aber in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar. Vor allem in ländlichen Gegenden sind die Netze gelegentlich langsamer.

Laut des Breitbandatlas' der Bundesregierung liegt die Verfügbarkeit von Festnetzleitungen mit einer Geschwindigkeit über 6 Megabit pro Sekunde unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachen-Anhalt sowie Teilen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bei 75 bis 95 Prozent. Für den Großteil des Landes werden mehr als 95 Prozent angegeben.

Das Internet-Problem gilt für DAZN sowie für Amazon. Der US-Internetriese ist der neue Mitspieler auf dem Sport-Markt und hatte sich überraschend für seinen kostenpflichtigen Streamingdienst Amazon Prime das jeweilige Topspiel am Dienstagabend gesichert. Das Live-Paket umfasst insgesamt 16 Spiele, davon zwei Playoff-Partien.

Das Angebot im frei zu empfangenden Fernsehen ist zukünftig größer als noch in dieser und in der kommenden Saison. Die Endspiele 2022 bis 2024 werden im ZDF zu sehen sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will das Zweite von 2021 an auch mittwochs Zusammenfassungen zeigen - eine Bestätigung steht aber noch aus.

Wer neben der Bundesliga bei DAZN und Sky sowie der Champions League bei DAZN und Amazon auch bei den andern Europapokal-Spielen die freie Wahl haben will, der benötigt demnächst ein viertes Abonnement. Die RTL-Gruppe hat sich ein Paket mit 282 Partien der Europa League und der neuen Conference League gesichert. Einige Spiele sollen bei RTL und Nitro frei empfangbar gezeigt werden, die meisten laufen allerdings beim hauseigenen Streamingdienst TV Now.

Der große Verlierer des Rechte-Pokers ist Sky. Seit 2000 zeigt der Pay-TV-Sender - zuerst noch unter dem Namen Premiere - Spiele der Champions League, doch damit ist nach dem Finale 2021 Schluss. Nur noch in der kommenden Spielzeit teilen sich Sky und DAZN die Übertragungen der Spiele in der Champions League nach einem komplizierten Schlüssel auf.

Immerhin sicherte sich Sky ein umfangreiches Rechtepaket an der Bundesliga für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25. Der Langzeit-Partner der Deutschen Fußball Liga zeigt dann pro Saison 200 Punktspiele am Samstag.

© dpa-infocom, dpa:200804-99-34210/9

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