13.09.2018 - 19:03 Uhr
Sport

Dressurreiterin Werth: Mit Risiko zum achten WM-Gold

Die Dominanz ist beeindruckend. Mit großem Vorsprung gewinnt das deutsche Dressur-Team bei der WM Gold. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die seit Jahrzehnten die Szene beherrscht.

Die deutschen Dressurreiter feiern den Sieg bei der WM.

Tryon (dpa) - Die Freude über das achte WM-Gold war ein wenig gedämpft. „Ich mache mir Sorgen“, sagte Isabell Werth nach dem Sieg mit der deutschen Dressur-Mannschaft bei den Weltmeisterschaften in den USA.

Madeleine Winter-Schulze, die Besitzerin ihres WM-Pferdes Bella Rose, stürzte am Abend und musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Die Stimmung ist natürlich ein bisschen getrübt“, sagte Klaus Roeser, der Equipe-Chef der Dressurmannschaft.

Eine große Party am Abend war ohnehin nicht geplant, denn bereits heute geht es in der Dressur mit dem Einzelwettkampf weiter. Im Grand Prix Special winken weitere Medaillen. Und am Sonntag gibt es in der Kür noch eine Chance.

Den Sieg mit der Mannschaft wusste Werth aber zunächst zu würdigen. Denn das achte WM-Gold war „ganz speziell“, wie Werth immer wieder betonte. Bella Rose ist für die Frau, die seit Jahrzehnten die Szene beherrscht, „etwas ganz Besonderes“. Die 49-Jährige aus Rheinberg, die erfolgreichste Reiterin der Welt, schwärmte von ihrer Stute: „Das Pferd hat alles drauf.“ Und der Sieg hat eine Vorgeschichte. 

Bella Rose war lange verletzt. Nach dem Team-Gold vor vier Jahren bei der WM in Frankreich fiel die Stute für die Einzelwettbewerbe aus, und es folgte eine lange Leidenszeit. Nach einem kurzen  Comeback beim Weltcup-Turnier im November 2014 in Stuttgart musste Bella Rose dreieinhalb Jahre pausieren.

Werth entschied sich trotzdem gegen Weihegold, mit der sie zweimal den Weltcup und dreimal Gold bei der EM in Göteborg gewonnen hatte. Sie wollte unbedingt Bella Rose reiten. Ihr „Traumpferd“, wie sie in Tryon sagte.

Das Risiko hat sich gelohnt. Angeführt von der Rekordreiterin und  ihrer Bella Rose siegte das deutsche Team und verteidigte damit den Titel. Die Mannschaft gewann souverän mit 242,950 Prozent vor dem US-Team (233,229) und Großbritannien (229,628).

Die zuverlässige Weihegold wäre die sichere Variante gewesen. Aber Werth wollte in Tryon unbedingt ihr Lieblingspferd reiten. „Ich bin so glücklich, dass sie wieder fit ist“, sagte die strahlende Siegerin über ihre Stute. Dass es hieß, das sei ein Risiko, „hat mir zusätzliche Motivation gegeben“, erklärte die Rekordreiterin nach ihrer achten WM-Goldmedaille.

„Dieses Pferd ist ein Geschenk“, schwärmte Werth. „Ich war elektrisiert, als ich sie dreijährig gesehen habe, und das hat sich bis heute nicht verloren.“ Werth meinte nach der Prüfung am Donnerstag: „Das geht eigentlich nicht besser.“

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